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Corona erreicht den Fußball : Bundesligaspiele vor leeren Rängen?

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Eine Mitarbeiterin des VFL Wolfsburg putzt die Sitze der Auswechselbank in der Volkswagen-Arena mit Desinfektionsmittel. Bild: dpa

NRW-Gesundheitsminister Laumann will vorerst kein Publikum in Fußballstadien zulassen. Ob die Vereine dennoch vor leeren Rängen spielen, müssten sie selbst entscheiden. In Augsburg plädiert Trainer Schmidt dafür, Länderspiele auszusetzen.

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          Wegen der Coronakrise wird das Bundesliga-Derby Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am Mittwoch nach den Worten von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) voraussichtlich nicht vor Publikum im Stadion stattfinden. „Ob sie ohne Publikum spielen oder ob sie gar nicht spielen, das muss schon der Verein entscheiden, nicht ich“, sagte Laumann am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“. Aber Nordrhein-Westfalen werde die Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) umsetzen – „und zwar morgen oder jetzt, vollkommen klar“.

          Spahn hatte empfohlen, wegen der schnellen Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Trotz möglicher Geisterspiele ohne Publikum will die Bundesliga ihre Saison wie geplant bis Mitte Mai zu Ende bringen. Das bekräftigte die Deutsche Fußball Liga (DFL).

          Laumann sagte, bei der Bundesliga sei es auch wichtig, dass man nicht einzelne Vereine bestrafe, sondern dass man dies in der Gesamtheit sehe. „Wenn wir jetzt ganz klar sagen, wir wollen in Nordrhein-Westfalen keine Veranstaltungen mehr (mit) über 1000 Menschen zulassen, dann ist das eine Empfehlung des Landesgesundheitsministers an die unteren Gesundheitsbehörden.“ Diese müssten entscheiden. Er sei aber sicher, dass es nun eine einheitliche Umsetzung gebe. „In Wahrheit ist es wie eine Anordnung.“

          Zuvor hatte bereits Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ gesagt: „Großveranstaltungen haben natürlich die Neigung, dass da viel übertragen wird. Deshalb werden wir diesen Rat jetzt auch in den Ländern, bei uns in Nordrhein-Westfalen und anderswo, umzusetzen.“

          Länderspiele aussetzen?

          Trainer Martin Schmidt vom FC Augsburg plädiert wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus sogar für einen Verzicht auf die Fußball-Länderspiele. „Ich mache mir Sorgen um die Länderspielpause. Ich finde es sinnhaft, wenn man die aussetzen würde. Da verteilen sich alle Nationalspieler in der ganzen Welt“, sagte der Schweizer dem Bayerischen Rundfunk nach dem Bundesligaspiel der Augsburger am Sonntag beim FC Bayern München.

          Die Bundesligavereine haben zahlreiche Profis, die in zwei Wochen zu ihren Nationalteams reisen würden. Die deutsche Nationalmannschaft soll in Madrid gegen Spanien und in Nürnberg gegen Italien antreten. Er habe Angst, dass Spieler von ihren Nationalteams erkrankt zurückkommen könnten, sagte Schmidt. „Dann haben wir ein Riesenproblem. Ich weiß nicht, ob man da nicht besser sagt, bleiben wir in den zwei Wochen daheim und trainieren und konzentrieren uns auf die inländischen Ligen“, sagte Schmidt.

          FCA-Coach Schmidt begrüßte das: „Wichtig ist, glaube ich, dass der Betrieb weitergeht, weil ich nicht wüsste, was ich mit dem Team machen sollte, wenn wir plötzlich einen Monat Ferien haben, ins Leere trainieren und Testspielchen machen und dann Ende der Saison mehrere englische Wochen haben.“

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