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Coronavirus im Fußball : Alarmierende Zahlen in Brasilien und Serbien

  • Aktualisiert am

Makabre Demonstration: Ein Aktivist gräbt am Strand Gräber aus Protest gegen Bolsonaros Corona-Politik. Bild: dpa

Beim SC Corinthians aus São Paulo sind offenbar 21 von 27 Spielern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch bei Roter Stern Belgrad gibt es zahlreiche Fälle.

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          Ein Corona-Massentest hat beim brasilianischen Fußball-Erstligaklub SC Corinthians aus São Paulo für alarmierende Ergebnisse gesorgt. Laut dem Internetportal Globoesporte wurden nach Rückbestätigung vom Klub 21 von 27 Spielern im Team positiv getestet. Offiziell verkündet Corinthians, Klub der ehemaligen Bundesligaspieler Danilo Avilar (Schalke) und Fagner (Wolfsburg), aber nur noch acht akute Fälle. Im Betreuerstab seien weitere 17 Personen infiziert gewesen.

          Entsprechend der Richtlinien des Bundeslandes darf der Weltpokalsieger von 2012 wie alle anderen Klubs aus der Region erst am 1. Juli wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Die derzeit acht vom Virus befallenen Spieler sind von allen Aktivitäten befreit, während für die anderen 13 Akteure gemeinsam mit den sechs „Unbefallenen“ am Dienstag ein Fitnesscheck auf dem Klubgelände anstand.

          Aus dem Bundesland São Paulo veröffentlichte auch SE Palmeiras am Wochenende Coronavirus-Fälle. Vier Spieler seien demnach vom Covid-19 befallen worden, aber nur einer müsse wegen der akuten Erkrankung den Rest der Mannschaft meiden. Der Restart der regionalen Liga ist in erst vier oder fünf Wochen vorgesehen.

          Dagegen war die Staatsmeisterschaft in Rio de Janeiro vorgeprescht, hatte am vergangenen Donnerstag mit CR Flamengo gegen AC Bangu (3:0) wieder losgelegt, um am Samstag auf Anordnung von Gouverneur Marcelo Crivella wegen angeblicher Divergenzen bei der Gesundheitskontrolle den Spielbetrieb nach nur zwei Partien vorerst bis Donnerstag zu stoppen. Der Regionalverband FERJ will die verbliebenen vier Partien nun am kommenden Freitag und Samstag austragen.

          Fünf positive Fälle bei Roter Stern

          Unterdessen sind auch beim serbischen Fußball-Erstligaklub Roter Stern Belgrad fünf Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Verein an diesem Montag mit, nachdem das Team am Samstag seine dritte aufeinanderfolgende Meisterschaft nach einem 2:1-Heimsieg gegen Proleter Novi Sad gefeiert hatte. Etwa 18.000 Fans besuchten das Spiel und die Party danach - oft eng gedrängt.

          Bei der letzten Partie gegen Proleter liefen laut Verein mindestens vier der fünf Spieler nicht mehr auf. Marko Gobeljic, Njegos Petrovic, Dusan Jovancic und Marko Konatar hatten bereits vorher Symptome gezeigt. Ihnen gehe es gut, hieß es in einer Vereinsmitteilung: „Sie sind in strenger Quarantäne und in ständigem Kontakt mit dem medizinischen Team.“

          Branko Jovicic zeigte keine Symptome, wurde aber ebenfalls positiv getestet, teilte der Verein weiter mit. Der Rest der Spieler und das Management seien auch getestet worden, jedoch ohne weitere positive Befunde.

          Dicht gedrängt: serbische Fußballfans.
          Dicht gedrängt: serbische Fußballfans. : Bild: Reuters

          Vor zwölf Tagen hatte Roter Stern bereits vor 16.000 Zuschauern gegen den Stadtrivalen Partizan Belgrad gespielt. Die serbische Liga hatte am 29. Mai den Spielbetrieb zunächst ohne Zuschauer wieder aufgenommen. 

          Serbien war eines der europäischen Länder, das die Corona-Beschränkungen sehr früh lockerte und das erste, das Zuschauer bei Massenveranstaltungen zuließ. Rund 20.000 Menschen begleiteten beispielsweise das Pokalhalbfinale zwischen den beiden Stadtrivalen Roter Stern und Partizan Belgrad Anfang Juni.

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