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Ärger im Frauenfußball : „Wir können nicht einfach mal 50.000 Euro spenden“

  • Aktualisiert am

Klare Meinung zur Gehaltssituation im Fußball: Almuth Schult Bild: dpa

Auch im Frauenfußball wird über Gehaltsverzicht gesprochen. Nationaltorhüterin Almuth Schult erklärt zwar Bereitschaft, findet aber auch klare Worte. Wegen eines gravierenden Unterschieds.

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          Nationaltorhüterin Almuth Schult vom VfL Wolfsburg hat in der Debatte um Kurzarbeit oder Gehaltsverzicht in der Corona-Krise auf die wirtschaftlichen Unterschiede im Frauenfußball hingewiesen. „Wir haben unsere Bereitschaft erklärt. Wir Frauen können nicht einfach sagen, jeder spendet mal 50.000 Euro. Das ist nicht drin“, sagte die 29 Jahre alte Welttorhüterin und Olympiasiegerin im Eurosport-Podcast „Extra Time“.

          Schult pausierte schon vor der Unterbrechung des Spielbetriebs in der Frauen-Bundesliga wegen ihrer Schwangerschaft. Beim deutschen Meister und Pokalsieger Wolfsburg werde es laut Schult „in den nächsten vier bis sechs Wochen darum gehen“, wo gekürzt oder worauf verzichtet werden müsse. „Dann können wir entscheiden: Was können wir abgeben oder sind wir auch auf Hilfe angewiesen?“

          Die Männer-Mannschaft des VfL hatte in der vergangenen Woche mehrere Solidaritätsmaßnahmen verkündet. Unter anderem verzichten die Spieler, der Trainerstab und die Geschäftsführung auf Teile ihres Gehalts, wie der Verein mitgeteilt hatte, ohne Details zu nennen.

          Beim Frauen-Team sei das Thema Kurzarbeit besprochen, aber noch keine Entscheidung getroffen worden, sagte Schult. In der Diskussion um einen möglichen Gehaltsverzicht warnte die DFB-Torhüterin vor vorschnellen Entscheidungen. „Wenn wir in Kurzarbeit gehen, wird es für uns schwierig, auf das Gehalt zu verzichten“, sagte Schult. Es gebe Spielerinnen, „die nur ein paar hundert Euro verdienen. Wenn sie davon noch etwas abgeben sollen, ist das einfach nicht möglich.“ Jede Spielerin müsse individuell entscheiden, wie viel sie abgeben könne.

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