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Ärger in Corona-Krise : Klopps FC Liverpool reagiert auf Shitstorm

  • Aktualisiert am

Der Klub von Jürgen Klopp sieht seinen Fehler ein: Liverpool verzichtet auf das Notfall-Programm der Regierung. Bild: dpa

Mit dem Griff nach dem Notfall-Programm der Regierung geriet der FC Liverpool in einen Sturm der Entrüstung mitten in der Corona-Krise. Nun veröffentlicht der Klub von Jürgen Klopp einen Brief und antwortet auf die Vorwürfe.

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          Champions-League-Sieger FC Liverpool verzichtet nach einem Sturm der Entrüstung in der Corona-Krise nun doch auf das Notfall-Programm der Regierung. Das gab Liverpool-Chef Peter Moore in einem auf der Vereinshomepage veröffentlichten Brief an die Fans bekannt. „Wir glauben, dass wir letzte Woche zu dem falschen Schluss gekommen sind“, heißt es in dem Schreiben. „Das tut uns wirklich leid.“

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          Der Klub von Teammanager Jürgen Klopp hatte einige Angestellte in Kurzarbeit bzw. Zwangsurlaub (engl. furlough) geschickt. Ähnlich hatten es bereits die Ligarivalen Tottenham Hotspur, Norwich City, Newcastle United und AFC Bournemouth gemacht. Dafür ernteten aber vor allem die Reds viel Kritik. Dafür sei das „Furlough“-Programm nicht geschaffen worden. „Das widerspricht der Moral und den Werten dieses Klubs, wie ich sie kennengelernt habe“, twitterte der frühere deutsche Spieler Dietmar Hamann.

          Ein anonym bleibender Mitarbeiter des Klubs sagte dem Sender BBC: „Der Klub bezeichnet die Mitarbeiter als Familie. Ich fühle mich nicht wie ein Familienmitglied. Warum nutzt ein Klub, der mehr als 100 Millionen Pfund umsetzt, ein Regierungsprogramm für seine Mitarbeiter, wenn andere Unternehmen es mehr brauchen?“

          Das Notfall-Programm garantiert rückwirkend ab dem 1. März zunächst für drei Monate 80 Prozent des Gehalts bis zu einer Höhe von 2500 Pfund/Monat (2824 Euro). „Unsere Absicht war und ist es, sicherzustellen, dass die gesamte Belegschaft in dieser beispiellosen Zeit so weit wie möglich vor Entlassung und/oder Verdienstausfall geschützt wird“, so Moore.

          Nun sei man bestrebt, „alternative Betriebsmethoden zu finden, während keine Fußballspiele ausgetragen werden, um sicherzustellen, dass wir nicht das staatliche Hilfsprogramm beanspruchen“. Moore warnte allerdings auch vor „nie da gewesenen“ Verlusten für den Verein. „Auch wenn wir vor dieser Krise in einer gesunden Position waren – unsere Einnahmen sind weggefallen, während unsere Ausgaben bleiben“, betonte er. Man werde sich deshalb auf verschiedene Szenarien vorbereiten.

          Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat sich unterdessen für den FC Liverpool als englischen Meister ausgesprochen, auch wenn die Saison in der Premier League aufgrund der Corona-Pandemie nicht beendet werden kann. „Falls die Spiele nicht gespielt werden können, müssen wir einen Weg finden“, sagte Ceferin der slowenischen Sportzeitung Ekipa.

          Die Mannschaft von Teammanager Jürgen Klopp liegt derzeit 25 Punkte vor Titelverteidiger Manchester City. Er sehe kein Szenario, bei dem Liverpool nicht der Meister wäre, so Ceferin. Die Premier League pausiert derzeit auf unbestimmte Zeit. Ceferin glaubt aber weiterhin an ein reguläres Saisonende. „Ich bin ein Optimist“, sagte der Slowene. Er könne aber nichts „garantieren oder versprechen“. Es hänge alles davon ab, „ob die Umstände sicher genug sind, damit beim Fußballspielen niemand in Gefahr gerät“.

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