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Sorgen im Spitzenfußball : Europas Top-Klubs fürchten Milliardenverluste

  • -Aktualisiert am

Der Kampf geht unter erschwerten Bedingungen weiter: Klubs wie Bayern München und der FC Liverpool sind aber bestens darauf vorbereitet. Bild: dpa

Die Corona-Krise belastet die großen europäischen Fußball-Ligen nach Einschätzung der für rund 200 Klubs sprechenden ECA nachhaltig. Der FC Bayern gilt nach einem aktuellen Ranking als einer der wirtschaftlich stabilsten Klubs.

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          Die europäische Klubvereinigung ECA erwartet als Folge der Corona-Krise über die nächsten 18 Monate Einnahmeverluste zwischen vier und sieben Milliarden Euro für ihre  Mitglieder. Dies gelte für die Vereine der zehn größten Ligen, welche für 85 Prozent der Gesamtumsätze im europäischen Klubfußball stünden. So lautet die Einschätzung des ECA-Geschäftsführers Charlie Marshall innerhalb der jährlichen Bewertung des Beratungsunternehmens KPMG.

          „Ohne Zweifel werden die Auswirkungen des Coronavirus noch in den kommenden Jahren zu spüren sein, und die Klubs werden die Hauptlast zu tragen haben“, lässt sich Marshall in dem Bericht zitieren. Die Vereine tätigten die grundlegenden Investitionen im Fußball, sie trügen das finanzielle sowie wirtschaftliche Risiko und müssten nun zudem für die Veränderungen sorgen, die nötig seien, um den Fußball für eine nachhaltigere Zukunft neu auszurichten.

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          In der ECA sind mehr als 200 Vereine aus ganz Europa organisiert. Vorsitzender der Interessenvertretung ist Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin. Zum Vorstand der Vereinigung gehören BVB-Chef Hans-Joachim Watzke und der Justiziar des FC Bayern, Michael Gerlinger.

          FC Bayern gewinnen hinzu

          Derweil zählen die Finanzfachleute von KPMG in ihrem neuesten Report „Football Benchmark“ drei Klubs aus der Bundesliga zu den 15 wertvollsten Fußballmarken. Die finanziellen Auswirkungen der Pandemie konnten in die Bewertung nicht einfließen, jedoch gibt sie Hinweise auf die Wirtschaftskraft der Vereine und ihre Entwicklung über die Jahre.

          So gewann der FC Bayern sieben Prozent hinzu und wird auf rund 2,9 Milliarden Euro taxiert. Zwar büßte der deutsche Rekordmeister auf Platz vier einen Rang ein und wurde vom FC Barcelona überholt, dessen Bewertung bei 3,2 Milliarden Euro liegt (plus 19 Prozent). Doch bescheinigt KPMG dem Bundesliga-Branchenführer eine große finanzielle Stabilität. In den fünf Jahren sei der Wert der Münchner dank Kostenkontrolle und eines hohen Maßes an Profitabilität um 34 Prozent gestiegen.

          Bundesligarivale Borussia Dortmund bleibt mit 1,3 Milliarden Euro auf Rang 12 (plus 18 Prozent), der finanziell derzeit schwer angeschlagene Traditionsverein Schalke 04 liegt mit einer Bewertung von 814 Millionen Euro (plus sechs Prozent) auf Platz 15.

          Angeführt wird die KPMG-Rangliste weiter vom spanischen Rekordmeister Real Madrid (3,5 Milliarden Euro). Dahinter folgen Manchester United (3,3 Milliarden Euro) und der FC Barcelona. Zu den Aufsteigern gehört der FC Liverpool mit einem Plus von 27 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro und einer Verbesserung um zwei Plätze auf Rang fünf. Die Berechnungsformel gründet auf verschiedene Merkmale wie Wirtschaftlichkeit, sportliches Potential oder Spielerwerte. Die Ergebnisse aus der noch nicht abgeschlossenen Saison 2019/20 blieben unberücksichtigt.

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