https://www.faz.net/-gtl-9osu6

Titel bei Copa America : Brasiliens großer Triumph im Maracanã

  • Aktualisiert am

Brasilien feiert den Copa-America-Sieg Bild: EPA

Zwölf Jahre nach dem letzten Titel ist die Seleção wieder Champion in Südamerika. Im Finale in Rio besiegt Brasilien den Außenseiter aus Peru. Danach lassen die Spieler vor allem einen hochleben.

          Nach zwölf Jahren setzt sich die Seleção wieder die Krone des Südamerikameisters auf. In einem spannenden Spiel im legendären Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro schlägt die brasilianische Fußballnationalmannschaft den überraschenden Final-Gegner Peru mit 3:1 (2:1) und gewinnt zum neunten Mal die Copa América. Bei der Siegesfeier auf dem Rasen lassen die Spieler ihren Trainer Tite hochleben, für das Foto mit dem Pokal mischt sich Staatspräsident Jair Bolsonaro unter die Mannschaft.

          „Es ist ein unglaubliches Gefühl“, sagt der brasilianische Mittelfeldspieler Arthur nach dem Abpfiff. „Seit dem Beginn des Turniers habe ich gesagt, dass das unser Traum ist. Es ist unbeschreiblich, die ganze Arbeit hat sich gelohnt.“ Auch Nationalcoach Tite, der sich während des Turniers mit öffentlichen Äußerungen zurückgehalten hatte, meldet sich nach dem Triumph zu Wort. „Heute bin ich wirklich zum Nationaltrainer geworden“, sagt er nach dem Sieg im Maracanã. „Durch die Symbolik dieses Tempels, des größten Tempels des Fußballs. Es ist unvorstellbar, ich kann dieses Glück nicht in Worte fassen.“

          Peru war als Außenseiter in das Finale gegangen und zeigte sich dennoch als würdiger Gegner. Das Team von Nationalcoach Ricardo Gareca fand zunächst sogar besser ins Spiel, musste in der 15. Minute allerdings den ersten Treffer hinnehmen. Gabriel Jesus schlug von rechts eine Flanke über die peruanische Defensive hinweg auf Everton, der völlig frei stand und mit einem kräftigen Schuss ins rechte Eck die Führung für die Seleção klar machte. „Das Wichtigste ist, dass wir uns mit der Zeit weiterentwickelt haben“, sagte Gareca. „Wir hatten einen sehr effektiven Gegner. Ich glaube, wir haben uns gut geschlagen, trotz der Niederlage. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

          Der ehemalige Bundesligaprofi Paolo Guerrero verwandelte in der 44. Minute einen Elfmeter für Peru. Der Schiedsrichter hatte den Strafstoß gewährt, nachdem er sich per Videobeweis von dem Handspiel von Thiago Silva überzeugt hatte. Kurz vor dem Abpfiff der ersten Halbzeit ging die Seleção in der 47. Minute erneut in Führung. Arthur stieß aus dem Mittelfeld bis zum Strafraum vor und passte zum links mitgelaufenen Gabriel Jesus, der flach ins linke Eck einschieben konnte.

          Die letzten 20 Minuten spielte Brasilien in Unterzahl, nachdem Gabriel Jesus wegen eines Fouls an Renato Tapia mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt wurde. Paradoxerweise brachte das mehr Ruhe in das brasilianische Spiel, während die Peruaner zunehmend hektisch auftraten, aber dennoch nicht zum Abschluss kamen.

          Kurz vor Abpfiff wurde Everton im Lauf auf das Tor von Carlos Zambrano zu Fall gebracht. In einer umstrittenen Entscheidung gewährte Schiedsrichter Roberto Tobar nach Videobeweis einen Elfmeter für die Gastgeber. Richarlison verwandelte den Strafstoß mit einem flachen Schuss und machte den 3:1-Sieg klar. Bei der gesamten Copa América hatten Entscheidungen von Schiedsrichtern und der Einsatz des Videobeweises für viel Kontroversen gesorgt. Im Finale zog der Unparteiische die Aufzeichnung gleich zweimal zurate, um die Strafstöße des Spiels zu bestätigen: den ersten zugunsten von Peru, den zweiten für Brasilien.

          Mit dem Sieg vom Sonntag holte die brasilianische Nationalmannschaft vor heimischer Kulisse zum neunten Mal die Copa América. Zum letzten Mal hatte die Seleção die Südamerikameisterschaft 2007 gewonnen und es seitdem noch nicht einmal unter die besten Vier geschafft. Bereits im nächsten Jahr treffen die südamerikanischen Nationalmannschaften wieder bei der Copa América aufeinander. Dann wird die Meisterschaft allerdings in einem neuen Format ausgetragen und von Kolumbien und Argentinien gemeinsam ausgerichtet.

          Mexiko schlägt Vereinigte Staaten im Gold-Cup-Finale

          Die mexikanische Fußball-Nationalmannschaft hat zum achten Mal das Gold-Cup-Turnier gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Gerardo „Tata“ Martino gewann am Sonntag (Ortszeit) das Finalspiel beim Kontinentalwettbewerb gegen die Vereinigten Staaten knapp 1:0 (0:0). Nach einer torlosen ersten Halbzeit sorgte Mexikos Jonathan dos Santos in der 73. Minute für den entscheidenden Treffer im Spiel. Für Mexiko war es der erste Gold-Cup-Titelgewinn seit 2015 und der achte insgesamt. Das Endspiel zwischen den beiden Topfavoriten wurde vor 62.493 Zuschauern im Soldier Field in Chicago ausgetragen. Für das amerikanische Team um Jungstar Christian Pulisic war es die fünfte Niederlage im sechsten Gold-Cup-Finale gegen Mexiko. Der einzige Sieg stammt aus dem Jahr 2007. (dpa)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Muttermilch-Spenden : Ein Milliliter Lebenskraft

          Fridolin und Jonathan sind viel zu früh geboren. Auf der Intensivstation kämpfen sich die Frühchen in diese Welt – auch dank gespendeter Muttermilch.

          Fußball in Italien : Der Großangriff auf Juventus Turin

          In den vergangenen acht Jahren gelang es keiner Mannschaft mehr, den italienischen Serienmeister Juventus zu entthronen. Nun schickt sich ein früherer Juve-Trainer an das zu ändern – und seine Chancen stehen nicht schlecht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.