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Messi und Argentinien : „Wir haben Glück, dass wir noch am Leben sind“

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Ob Lionel Messi mit Argentinien noch einen großen Titel gewinnt, ist unsicherer denn je. Bild: dpa

Lionel Messi und seine Argentinier stehen schon in der Gruppenphase vor dem Aus bei der Copa America. Auch im zweiten Spiel gelingt kein Sieg. Schon zuvor sorgte der argentinische Trainer für einige Aufregung.

          Lionel Messi schlug sich die Hände vors Gesicht, als wolle er selbst es nicht mehr sehen. Der erhoffte Neuanfang im Trikot der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft droht zum abermaligen Desaster für den Superstar zu werden. Messi weiß, worum es am kommenden Sonntag (Ortszeit) und damit einen Tag vor seinem 32. Geburtstag geht. „Wir müssen weiter nach einer Mannschaft suchen und uns verbessern. Wir haben nicht mehr viel Zeit“, sagte der Kapitän nach dem 1:1 am Mittwochabend im brasilianischen Belo Horizonte gegen Paraguay.

          Messi und seiner Mannschaft droht das Vorrundenaus bei der Cop-América – Gruppenletzter mit einem mickrigen Punkt. Den Auftakt gegen Kolumbien hatte Argentinien mit 0:2 verloren. Und gegen Paraguay stand die Mannschaft auch kurz vor einer Niederlage: Immerhin rettete Keeper Franco Armani das Remis, als er einen Strafstoß der Paraguayer beim Stand von 1:1 parierte. Zuvor hatte Messi in der 57. Minute einen Handelfmeter nach Videobeweis verwandelt.

          Mit den Fingern formte er anschließend ein Herz in die Kameras. Die Liebe der Argentinier zu ihrer Nationalmannschaft wird aber auch unter Coach Lionel Scaloni nun auf eine harte Probe gestellt. „Es gibt keinen Plan, es gibt keine Ideen, es sieht nicht aus wie eine Mannschaft“, schrieb das Sportblatt „Olé“ und forderte: „Hört auf mit dem Leiden.“ Diese Mannschaft leiste sich „absurde Fehler“, schrieb „Clarín“.

          „Wir haben Glück, dass wir noch am Leben sind, aber das gibt uns die Hoffnung, die beste Version von uns im letzten Spiel zu zeigen“, gab Scaloni unumwunden zu. Der nach der WM zunächst nur als Interimscoach installierte 41-Jährige brachte mit dem Rauswurf der Routiniers Sergio Aguero und Angel Di Maria aus der Startelf für die Partie gegen Paraguay jedoch noch mehr Unruhe ins Team, und Scaloni wird wohl bei einem vorzeitigen Scheitern gehen müssen.

          Alles hängt vom Spiel am kommenden Sonntag (Ortszeit) in Porto Alegre gegen Qatar an, den künftigen WM-Gastgeber. „Wir müssen ruhig bleiben, wenn nicht, dann wird es schwierig“, meinte Coach Scaloni. Kolumbien ist auf Platz eins der Gruppe B mit sechs Punkten aus zwei Spielen außer Reichweite und bereits eine Runde weiter. Paraguay ist Zweiter mit zwei Zählern, die ersten beiden qualifizieren sich direkt für die K.o.-Runde. Auf Platz drei liegt Qatar, dann folgt Argentinien.

          1993 gewann die Albiceleste zum 14. und bislang letzten Mal die Copa América – in den beiden vergangenen Turnieren scheiterte Messi immerhin erst im Endspiel, beide Male im Elfmeterschießen gegen Chile. Nach dem verloren Finale 2016 war er zunächst aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Was mit Messi bei einem Vorrunden-Aus passiert, ist offen. Aber vielleicht stellt sich die Frage auch gar nicht, ob Messi noch eine weiteres Mal bei einer WM seine Titelsehnsucht erfüllen will. Die Zeitung „La Nación“ meldete allein an der Qualifikation ernsthafte Zweifel an: „Das Unentschieden gegen Paraguay hat gezeigt, wie weit diese Truppe von einer Mannschaft entfernt ist.“

          Die mexikanische Fußball-Nationalmannschaft freute sich beim Gold-Cup-Turnier derweil über den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Das Team von Trainer Gerardo Martino gewann am Mittwoch (Ortszeit) in Denver 3:1 (1:0) gegen die Auswahl Kanadas, bei der Alphonso Davies von Bayern München durchspielte. Die Führung des Titelfavoriten erzielte Roberto Alvarado (40. Minute). Nach der Halbzeitpause erhöhte Andrés Guardado (54.). Kanadas Lucas Cavallini sorgte in der 75. Minute für den 1:2-Anschlusstreffer, ehe Guardado (77.) abermals traf. Nach zwei Siegen hat sich Mexiko als erstes Team für das Viertelfinale des Kontinentalwettbewerbs qualifiziert. Im dritten und letzten Gruppenspiel trifft der Favorit am Sonntag auf Martinique. Die Kanadier spielen gegen Kuba.

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