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Copa América : Boliviens neues Selbstvertrauen

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Selfie nach dem Sieg: Martins Moreno widmet den Erfolg allen Menschen in Bolivien als „Belohnung für ihre Unterstützung“ Bild: AFP

Boliviens Fußball-Nationalmannschaft gewinnt zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten eine Partie bei der Copa América. Gastgeber Chile kommt hingegen über ein Remis nicht hinaus.

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          Diesen Sieg widmete der völlig erschöpfte Torschütze Martins Moreno allen Menschen in Bolivien. „Das ist die Belohnung für ihre Unterstützung“, sagte der 27-Jährige nach dem 3:2 der bolivianischen Fußball-Nationalmannschaft am Montag (Ortszeit) bei der Copa América über Ecuador. Er war es, der mit seinem Tor zum 3:0 noch vor der Pause den fast schon historischen Erfolg letztlich sichergestellt hatte: Zum ersten Mal seit 1997 gewann Bolivien bei der Copa wieder ein Spiel. Mit vier Zählern liegen die Bolivianer nun sogar punktgleich in der Gruppe A auf Rang zwei hinter Gastgeber Chile.

          Am kommenden Freitag treffen beide Teams im Estadio Nacional Julio Martínez Prádanos von  Santiago de Chile auch noch direkt aufeinander. „Nun müssen wir noch einen weiteren Schritt gegen Chile machen“, meinte Martin Smedberg-Dalence. Er hatte in der 18. Minute mit seinem ersten Länderspieltor das 2:0 erzielt. Bereits in der fünften Minute war Bolivien durch Ronald Raldes in Führung gegangen.

          Ehe Moreno per Foulelfmeter noch vor der Pause das 3:0 (43.) gelang, hatte sich Boliviens Keeper Romel Quiñónez auszeichnen können. Ein verwandelter Elfmeter von Enner Valencia wurde wiederholt, den zweiten Versuch parierte Quiñónez. Die Treffer von Valencia (48.) und Miller Bolaños (81.) nach dem Seitenwechsel machten die Partie in Valparaíso zwar noch mal spannend, den ersten Sieg der Bolivianer seit 1997 verhinderten sie aber nicht mehr.

          Nicht zu halten: der Treffer von Boliviens Martins schlägt in Ecuadors Tor von Dominguez ein
          Nicht zu halten: der Treffer von Boliviens Martins schlägt in Ecuadors Tor von Dominguez ein : Bild: AFP

          Damals hatte Bolivien als Gastgeber der Copa von der Höhenluft in La Paz profitiert und sogar fünf Spiele in Serie gewonnen. Nach dem Halbfinal-Erfolg über Mexiko (3:1) endete der Siegeszug damals aber im Endspieol an Brasilien (1:3).

          „Es gab Leute, die nicht an Bolivien geglaubt haben. Aber wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können“, betonte Trainer Mauricio Soria. Es würde für seine Mannschaft nun aber immer schwerer, „weil die Gegner unsere Qualität sehen“. Bis zur Partie gegen die Chilenen gehe es nun erstmal darum, zu regenerieren und Kräfte zu sammeln. Die Geschichte vom ersten Erfolg nach so langer Zeit soll schließlich nicht so schnell schon wieder beendet sein.

          Gastgeber Chile nur 3:3 gegen Mexiko

          Chile kam unterdessen nicht über ein 3:3-Unentschieden gegen Mexiko hinaus. Für den Gastgeber trafen am Montag im Nationalstadion in Santiago de Chile der Juventus-Turin-Star Arturo Vidal (22. Minute/55.) und Eduardo Vargas (42.). Die Gäste aus Mexiko zogen durch Tore von Matías Vuoso (21., 66.) und Raúl Jiménez (29.) gleich. „Es war eine schwierige Partie. Sie spielen ähnlich wie wir“, sagte Vidal nach dem Abpfiff. Der chilenische Kapitän Claudio Bravo zeigte sich enttäuscht: „Das war sicher ein attraktives Spiel für die Zuschauer, aber nicht für uns. Wir haben uns eine andere Partie erhofft, ein anderes Ergebnis.“

          Mit vier Punkten setzten sich die Chilenen dennoch an die Spitze der Gruppe A in der südamerikanischen Meisterschaft. Die Mexikaner liegen mit zwei Punkten auf dem dritten Platz.

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