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Confederations Cup : Italien und Spanien siegen

  • Aktualisiert am

Bei seinem 100. Länderspiel war er der überragende Akteur und erfolgreich als Freistoßschütze: Der Italiener Andrea Pirlo Bild: AP

Beim Confed-Cup in Brasilien setzt sich Welt- und Europameister Spanien mit 2:1 gegen Uruguay durch. Zuvor gelingt auch Italien ein verdienter Erfolg gegen Mexiko. Balotelli und Pirlo treffen.

          3 Min.

          Ein Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft sind Italien und Spanien erfolgreich in den Confederations Cup in Brasilien gestartet. Spanien setzte sich in Recife mit dem 2:1 (2:0) gegen Uruguay durch, mit dem gleichen Endergebnis bezwang zuvor Italien bei der Pflichtspielpremiere im neuen Maracana von Rio de Janeiro gegen Mexiko.

          Andrea Pirlo hatte Italien mit einem tollen Freistoßtor in seinem 100. Länderspiel in Führung gebracht. Nach einem Foul des früheren Wolfsburgers Andrea Barzagli an Giovani Dos Santos glich Javier Hernandez (34.) vor 76.864 Zuschauern im ausverkauften Fußball-Tempel per Foulelfmeter aus. Doch AC Mailands Stürmerstar Mario Balotelli (78.) machte den Sieg der Italiener perfekt.

          Pirlo überragend

          Bester Mann auf dem Platz war Pirlo. „Das ist ein großartiges Gefühl. Gerade im Maracana so ein Tor zu schießen. Ich habe davon nur träumen können“, sagte der 34 Jahre alte Spielgestalter über seinen Kunstschuss. Sein Trainer Cesare Prandelli war aber nicht nur mit dem Kreativkopf seines Teams zufrieden, sondern nach den zuletzt mäßigen Auftritten auch mit der gesamten Mannschaft. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht“, sagte er. „Wir haben versucht, sie auszuspielen. So haben wir uns vorbereitet, und es hat funktioniert.“

          Angeführt von Balotelli und Pirlo starteten die Italiener schwungvoll. Vor allem über die linke Seite machte der EM-Zweite immer wieder Druck. Die Mexikaner leisteten sich indes in der Anfangsphase einige Unkonzentriertheiten

          Balotelli kaum zu stoppen

          Nach einem Fehler von Francisco Rodriguez, der Balotelli den Ball direkt in die Füße spielte, verpasste der Stürmerstar des AC Mailand mit seinem Lupfer das Tor nur knapp (5.). Zwei Minuten später scheiterte der Ein-Mann-Sturm nach schöner Vorarbeit von Riccardo Montolivo aus zehn Metern an Mexikos Keeper Jose Corona. Balotelli, der noch am Freitag das Training abgebrochen hatte, spielte Mexikos Deckung fast allein schwindelig.

          Ein erstes Lebenszeichen im Angriff der Mexikaner lieferte Andres Guardado (11.) mit einem Lattentreffer. Danach konnte sich „El Tri“ allmählich vom Druck befreien. Dennoch gingen die Italiener dank Pirlos Freistoß’ in Front. Als die Italiener wieder das Spiel kontrollierten, leistete sich Barzagli den dicken Patzer, der zum Foulelfmeter und zum Ausgleich durch Hernandez führte.

          Nach dem Wechsel gab es dasselbe Bild wie zu Beginn der ersten Halbzeit. Italien dominierte - vor allem dank Pirlo. In der 54. Minute hatte Montolivo nach einem Freistoß des Regisseurs die große Chance zur abermaligen Führung, war aber zu überrascht. Ein weiterer Kunst-Freistoß von Pirlo knapp am Tor vorbei schreckte die Mexikaner erneut auf.

          Danach verflachte die Partie. Die Mexikaner schienen sich mit dem Remis zufriedenzugeben, den Italienern fiel kaum noch etwas ein - bis Balotelli kam. Mit seinem mächtigen Körper setzte er sich robust gegen den schwachen Rodriguez durch und traf. Danach hatte Italien keine Probleme mehr, den Sieg zu verteidigen.

          Ein gewohntes Bild: Jubelnde Spanier - in diesem Falle feiern Xavi, Ramos und Busquetes den Torschützen Pedro Rodriguez
          Ein gewohntes Bild: Jubelnde Spanier - in diesem Falle feiern Xavi, Ramos und Busquetes den Torschützen Pedro Rodriguez : Bild: AP

          Mexiko steht im zweiten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Gastgeber Brasilien nun schon unter großem Druck. Italien kann die Aufgabe gegen Japan hingegen entspannter angehen. Die Brasilianer hatten am Samstag in Brasilia das Eröffnungsspiel der Gruppe A gegen die Japaner mit 3:0 gewonnen.

          Spanien hochverdienter Sieger

          Auch Welt- und Europameister Spanien gewann am Sonntagabend (Ortszeit) gegen Uruguay in Recife hochverdient mit 2:1 (2:0) und dokumentierte lange Zeit, dass beim WM-Testturnier in Brasilien der erstmalige Gewinn des Confed Cups das erklärte Ziel des Seriensiegers der letzten Jahre ist. Die Offensivakteure Pedro (20. Minute) und Roberto Soldado (32.) erzielten vor 41.705 Zuschauern im für die WM 2014 erbauten Stadion Pernambuco die Tore für die Spanier. Luis Suarez konnte in der 88. Minute mit einem Freistoß für Südamerikameister Uruguay verkürzen.

          Javi Martínez vom FC Bayern München kam bei den Spaniern, die nun seit 23 Länderspielen ungeschlagen sind, erst in der Schlussphase als Einwechselspieler für Regisseur Xavi zum Einsatz (77.). Weitere Teams in Gruppe B sind Afrikameister Nigeria und Tahiti, die am heutigen Montag in Belo Horizonte aufeinandertreffen.

          Casillas im Tor

          Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque hatte in der im Vorfeld heiß diskutierten Torhüterfrage am Ende doch die großen Verdienste von Kapitän Iker Casillas berücksichtigt. Der 32 Jahre alte Torhüter, der bei Real Madrid von Ex-Trainer José Mourinho monatelang auf die Ersatzbank verbannt worden war, erhielt den Vorzug gegenüber seinem Konkurrenten Victor Valdés vom FC Barcelona. Viel zu tun bekam Casillas in seinem 146. Länderspiel nicht. Ein Kopfball von Edinson Cavani war lange seine einzige Prüfung, die er bestand (29.).

          Beim plazierten Freistoß von Suarez war er dann machtlos. „Ich bin sicher, es wird eine große Show geben“, hatte Spaniens Kapitän am Tag vor dem Auftaktspiel angekündigt. Der Weltmeister ließ diesen Worten vor allem in der ersten Hälfte Taten folgen. Spanien beherrschte den überforderten Gegner, ließ den Ball laufen, erspielte sich etliche Chancen. Cesc Fabregas traf in der 10. Minute den Pfosten. Mehr Glück hatte Pedro, dessen Schuss Uruguays Kapitän Diego Lugano unhaltbar ins eigene Tor abfälschte.

          Nach einem feinen Zuspiel von Fabregas erhöhte Angreifer Soldado auf 2:0. Uruguays Torhüter Fernando Muslera verhinderte noch Schlimmeres, er reagierte unter anderem großartig bei einer Chance von Gerard Piqué (38.). Auch nach der Pause dominierten die Spanier, ließen aber vor dem Tor die letzte Entschlossenheit vermissen. Häufig konnten sie auch nur durch Fouls gestoppt werden. Die ruppiger werdende Partie verflachte. Am Ende sorgte Suarez noch mal für etwas Spannung.

          Confed-Cup in Brasilien

          Mexiko - Italien 1:2 (1:1)
          Mexiko: Jesús Corona - Flores, Rodríguez, Moreno, Salcido - Aquino (53. Mier), Zavala (86. Jiménez), Torrado, Guardado - dos Santos, Hernández
          Italien: Buffon - Abate, Barzagli, Chiellini, De Sciglio - Pirlo, De Rossi, Montolivo - Marchisio (68. Cerci), Giaccherini (88. Aquilani) - Balotelli (85. Gilardino)
          Schiedsrichter: Osses (Chile)
          Zuschauer: 73 123
          Tore: 0:1 Pirlo (27.), 1:1 Hernández (34./Foulelfmeter), 1:2 Balotelli (78.)
          Gelbe Karten: Moreno, dos Santos / Balotelli, Barzagli, De Rossi

          Spanien - Uruguay 2:1 (2:0)
          Spanien:
          Casillas - Arbeloa, Piqué, Sergio Ramos, Jordi Alba - Busquets - Xavi (77. Javi Martínez), Iniesta - Pedro Rodríguez (81. Mata), Soldado, Fàbregas (65. Santi Cazorla)
          Uruguay: Muslera - Maxi Pereira, Lugano, Godín, Cáceres - Gargano (63. Lodeiro), Pérez (69. Forlán), Cristian Rodríguez - Ramírez (46. González) - Suárez, Cavani
          Schiedsrichter: Nishimura (Japan)
          Zuschauer: 41 705
          Tore: 1:0 Pedro Rodríguez (20.), 2:0 Soldado (32.), 2:1 Suárez (88.)
          Gelbe Karten: Arbeloa, Piqué / Cavani, Lugano

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