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Confed-Cup-Finale : Zwei Trainer, eine Botschaft

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Sie fordern Hingabe: Bob Bradley (links) und Carlos Dunga Bild: AFP/Reuters

Der Brasilianer Carlos Dunga führt die Seleção mit harter Hand. Und sein amerikanischer Kollege Bob Bradley hofft vor dem Finale im Confederations Cup an diesem Sonntag auf „ein weiteres Wunder“. Roland Zorn über die Botschaft zweier Fußballlehrer.

          Nach dem historischen 2:0-Sieg über Spanien wirkte auch Bob Bradley gelöst wie selten. Der Trainer der amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft, die zu aller Überraschung das Finale im Confederations Cup an diesem Sonntagabend (20.30 Uhr) in Johannesburg erreicht hatte, erlaubte sich ein paar kleine Scherze und zeigte sich überzeugt, dass sein Team längst nicht am Ende seiner Traumreise durch Südafrika angekommen sei. „Wenn wir gegen Brasilien die richtige Mischung zwischen Aggressivität und gutem Spiel finden, dürfen wir auf ein weiteres Wunder hoffen.“

          Nach dem Europameister wäre dann der fünfmalige Weltmeister fällig, an den unbeugsamen US-Fightern zu scheitern. Da es aber schon ein Vorspiel der Gruppe B gab, in dem die Brasilianer den Amerikanern beim 3:0-Erfolg deutlich voraus waren, klang der Optimismus des Außenseiters vor dem Wiedersehen mit den Erfindern des „jogo bonito“, also des schönen Spiels, nicht überschäumend.

          Zumal Bradley und seine Mitstreiter wissen, wie ernst die Fußball-Weltmacht Brasilien, seit Carlos Dunga sie auf der Cheftrainerposition befehligt, auch die kleineren Größen dieses schwer kalkulierbaren Mannschaftssports nimmt. Waren die Spanier am Mittwoch bei ihrer Vorschlussrunden-Niederlage eine Spur überheblich, mühten sich die Brasilianer tags darauf zumindest mit einer defensiv konzentrierten Leistung zu einem dünnen 1:0-Sieg über Südafrikas Bafana Bafana. Notfalls schmucklos gewinnen zu wollen, auch das hat der Pragmatiker Dunga seiner Seleão inzwischen beigebracht.

          „Deutscher Brasilianer”: Carlos Dunga will den Confed-Cup gewinnen

          Zäh, hart und diszipliniert um die Pfründe ihrer Arbeit kämpfen sowohl der intellektuell anmutende Bradley als auch der bäuerlich-derb wirkende Dunga. Beide versuchen ihr Glück als oberste Fußballlehrer ihres Landes seit 2006, beide sind dabei, ihren Teams zu neuer Qualität, verbunden mit den alten Tugenden der amerikanischen und brasilianischen Siegermentalität, zu verhelfen.

          Bob Bradley spricht von einer „konstanten Evolution“

          Der 51 Jahre alte Bradley, der meist ernst und asketisch wirkt, legt wie auch der manchmal sehr direkt argumentierende Dunga Wert auf Ehrlichkeit und Berechenbarkeit. Maßvoll, oft diplomatisch-verschnörkelt im Ton, achtet er darauf, die Amerikaner „Schritt für Schritt“ in Richtung Weltspitze zu führen. Er nennt das, was nun im Erreichen des ersten großen Endspiels für das Fußball-Nationalteam der Vereinigten Staaten kulminiert, eine „konstante Evolution“ und weist darauf hin, dass sich seine Profis in einem von Jahr zu Jahr anspruchsvolleren Arbeitsalltag bewegten. „Unsere Major League Soccer (MLS) ist stärker geworden, und die Spieler, die nach Übersee wechseln, spielen immer häufiger in großen Klubs.“

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