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Italien-Torjäger Immobile : Der „König der Bomber“ ist besser als Ronaldo

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Ciro Immobile ist in dieser Saison der beste Torjäger in Europa. Bild: AFP

Bei Borussia Dortmund mit Jürgen Klopp klappte es gar nicht. Dazu übte Ciro Immobile Kritik am Umgang der Deutschen mit ihm. Längst ist der Stürmer zurück in Italien. Dort gelingt ihm nun ein besonderer Triumph.

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          Europa hat einen neuen Fußball-König: Der einstige Dortmund-Flop Ciro Immobile beging seinen großen Triumph als bester Stürmer des Kontinents fast an seiner Geburtsstätte. Der 30-Jährige stammt aus Torre Annunziata, einer Gemeinde im Großraum von Neapel. Und obwohl Immobile mit Lazio Rom am letzten Spieltag der Serie A ein 1:3 bei der SSC Neapel kassierte, bejubelten die Römer den dunkelblonden Bartträger auf Instagram in goldenen Buchstaben als „The King“.

          „Ich habe diesen Sport seit meiner Kindheit geliebt, und genau diese Liebe und Leidenschaft für den Fußball sind es, die mich dazu gebracht haben, mich mehr und mehr an meine Träume zu wagen und fest daran zu glauben“, schrieb Immobile am Sonntag auf Instagram und dankte Fans, Mitspielern und seiner Familie.

          Am Samstag konnte er mit seinem Tor in der 22. Minute sicher sein, dass er mit den alten Serie-A-Rekord von 36 Treffern durch den Argentinier Gonzalo Higuain eingestellt hatte. In Europas Rangliste hatte Immobile Robert Lewandowski (34 Tore) bereits am vorletzten Spieltag überholt. Dritter wurde Weltstar Cristiano Ronaldo (31 Tore) vor Timo Werner (28 Tore).

          Italiens Medien nannten Immobiles Rekord-Saison am Sonntag „historisch“ („Corriere della Sera“). Die Fußballnation habe über ein Jahrzehnt warten müssen, dass ein Landsmann den „Goldenen Schuh“ nach Hause bringe. Überhaupt, dies hätten in den vergangenen Jahrzehnten nur zwei Italiener vor ihm geschafft: Roma-Ikone Francesco Totti (2006/07) und der frühere Bayern-Star Luca Toni (AC Florenz) ein Jahr zuvor.

          Dass der „König der Bomber“ („Gazzetta dello Sport“) sogar Superstar Cristiano Ronaldo übertrumpfen würde, wusste Immobile schon vor dem Anpfiff. Der bereits feststehende Meister Juventus Turin hatte den portugiesischen Europameister nicht aufgestellt. Immobile sei besser als Spieler wie „Ronaldo, Messi, Lewandowski und Haaland“, kommentierte die „Gazzetta“ überschwändlich weiter.

          Der Süditaliener krönt mit dem Torjäger-„Schuh“ eine Karriere, die in Deutschland beinahe eine andere Richtung genommen hätte. Als Profi beim Bundesligaverein aus Dortmund hatte der Mittzwanziger die hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Über die Gründe des Scheiterns wird viel spekuliert.

          Mitte 2014 vom BVB, der damals von Jürgen Klopp trainiert wurde, für 18,5 Millionen Euro eingekauft, wurde Immobilie offensichtlich nicht mit dem Verein warm. Und nicht mit Deutschland. Er litt, und sprach in einem italienischen Zeitungsinterview („SportWeek“) Anfang 2015 davon, dass die Deutschen kalt seien.

          Auch wenn der italienische Nationalspieler hinterher um Entschuldigung bat; er wurde nicht viel aufgestellt. Ab Sommer 2015 ließ er sich ausleihen ins spanische Sevilla und danach an den FC Turin. Seit Mitte 2016 spielt er bei Lazio, sein Vertrag läuft bis Mitte 2023. Zurück in Italien, machte er eindrucksvoll von sich reden. Offenbar war er in Dortmund zur falschen Zeit am falschen Ort. Im Stadion in Neapel, das zeigte sein strahlendes Gesicht nach dem Treffer, war er zu Hause.

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