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Nachfolger von Hitzlsperger : Metzelder und Broich neue Fußball-Experten der ARD

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Experte Thomas Broich (rechts, mit Moderator Matthias Opdenhövel) war auch schon beim DFB-Pokal im Einsatz. Bild: Picture-Alliance

Nach dem Abgang von Thomas Hitzlsperger, der nun Sportvorstand beim VfB Stuttgart ist, findet die ARD neue Fußball-Experten. Zwei frühere Profis, die schon mal im Einsatz waren, übernehmen den Job nun fest.

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          Die ehemaligen Fußball-Profis Christoph Metzelder und Thomas Broich sind die neuen TV-Experten in der ARD. Beide sollen abwechselnd bei Live-Übertragungen zum Einsatz kommen und das Geschehen auf dem Platz analysieren und einordnen, teilte die ARD am Mittwoch mit. Das Duo soll auch die EM-Spiele im nächsten Jahr analysieren. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky bezeichnete beide als „sympathische, kluge und unterhaltsame Fußball-Experten“.

          Metzelder war bis zur vergangenen Saison für den Pay-TV-Sender Sky tätig. Bei der ARD werden der ehemalige Nationalspieler und Broich nun Nachfolger von Thomas Hitzlsperger. Er musste seine Tätigkeit als TV-Experte beenden, da er beim VfB Stuttgart seit Februar als Sportvorstand arbeitet.

          Ein Gastspiel im Ersten hatte Metzelder bereits im April gegeben. Bei der Live-Übertragung des Ruhr-Derbys zwischen Dortmund und Schalke hatte er, damals noch bei Sky unter Vertrag, als Ko-Kommentator von ARD-Kommentator Steffen Simon gearbeitet. Broich war bereits am vergangenen Montag als Experte beim DFB-Pokalspiel zwischen Energie Cottbus und Bayern München im ARD-Einsatz. „Die neue Aufgabe lässt sich sehr gut mit meinem Engagement beim TuS Haltern am See und dem Fußballlehrer-Lehrgang, den ich gerade absolviere, verbinden“, sagte Metzelder. Der 38 Jahre alte frühere Innenverteidiger spielt am Sonntag bei der Auslosung der zweiten DFB-Pokalrunde Losfee.

          „Die neue Aufgabe lässt sich sehr gut mit meinem Engagement beim TuS Haltern am See und dem Fußballlehrer-Lehrgang, den ich gerade absolviere, verbinden“: Christoph Metzelder

          Rund 20 Jahre nach dem Debüt von Anne Will als Moderatorin der „Sportschau“ gibt es zur neuen Saison der Fußball-Bundesliga erstmals eine Frau als Kommentatorin des TV-Klassikers: Stephanie Baczyk gehört von Samstag an zusammen mit 17 Männern zum ARD-Team, das für die Kommentierung der Spielberichte zuständig ist. „Es war gar nicht so einfach, jemanden zu finden“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Das Erste war schon länger auf der Suche nach einer Fußball-Kommentatorin – während das ZDF mit Claudia Neumann schon mehrere Jahre eine Frau im Erstliga-Einsatz hat.

          Neumann ist aber auch ein Beispiel dafür, dass es Frauen im Fußball nicht so einfach haben. Als sie vor einem Jahr als erste Frau im deutschen Fernsehen Spiele der Männer-WM kommentierte, brachen im Internet Häme und Kritik über sie herein. Das ZDF stellte teilweise die Kommentar-Funktion auf seinen Kanälen wie Facebook und Twitter ab, und Sportchef Thomas Fuhrmann sagte: „Hier wird offensichtlich etwas Grundsätzliches berührt: Eine Frau kommentiert ein Spiel der Männer-WM. Manche drehen da im Netz völlig durch, das ist unterste Schublade.“

          Die Suche nach Kommentatorinnen machte das nicht einfacher, erklärte ARD-Mann Balkausky. Und auch sein ZDF-Kollege Fuhrmann sagte: „Ich glaube eher, dass das Frauen abgeschreckt hat.“ Das Zweite würde gerne bei Fußball-Spielen mehr Frauen hinter dem Mikrofon einsetzen. „Ich würde das gerne fördern“, betonte Fuhrmann. Jeder Fußball-Kommentator muss mit scharfer Kritik rechnen und einstecken können, Frauen sollten nach Fuhrmanns Einschätzung in dieser Hinsicht „besonders robust“ sein. Das dürfte auch für Baczyk gelten, die für die „Sportschau“ bereits dritte Liga und DFB-Pokal kommentiert hat.

          Darüber reden möchte Baczyk nicht so gerne. „Ich mache mir ehrlich gesagt keine Gedanken darüber, ob es um Männer oder Frauen geht“, hatte die 32-Jährige derDeutschen Presse-Agentur bei der Bekanntgabe ihres neuen Jobs vor vier Wochen gesagt. „Es sollte um Leistung gehen.“ Hinter dem Mikrofon sind Frauen im Fußball-TV noch die Ausnahme, bei der Moderation vor der Kamera längst der Normalfall. Nach Anne Will folgte in der „Sportschau“ unter anderem Monica Lierhaus, und seit zwei Jahren gehört Jessy Wellmer zum festen Team am Samstagnachmittag. Beim „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF sind Dunja Hayali und Katrin Müller-Hohenstein Teile des Moderations-Quartetts.

          Bei Sky arbeiten seit mehreren Jahren Esther Sedlaczek und Jessica Libbertz (geborene Kastrop), die in der Fußball-Bundesliga vor der Kamera im Einsatz sind. Der Pay-TV-Sender hatte mit Christina Graf allerdings auch schon eine Fußball-Kommentatorin. Graf war 2013 die erste Frau im deutschen Fernsehen, die bei Jahn Regensburg gegen Hertha BSC ein Spiel der zweiten Bundesliga live kommentierte. Den Aufstieg in die erste Liga schaffte die Journalistin nicht. 2018 verließ sie den Sender.

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