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Christoph Metzelder : Staatsanwaltschaft sieht keinen Grund für Haftbefehl

  • Aktualisiert am

Christoph Metzelder Bild: dpa

Christoph Metzelder äußert sich weiter nicht zu den Vorwürfen gegen ihn. Der DFB teilte mit, dass seine Fußballlehrerausbildung ruhe. Die Staatsanwaltschaft sieht keine Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr.

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          Christoph Metzelder hat nach den Vorwürfen gegen seine Person den Düsseldorfer Anwalt Rüdiger Deckers mit der Vertretung seiner Interessen betraut. Dessen Sozietät tdwe vertrat unter anderem schon in spektakulären Prozessen den früheren Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sowie den Kunstberater und früheren Präsidenten von Fortuna Düsseldorf, Helge Achenbach.

          „Ich habe die Verteidigung übernommen. Es ist alles so frisch, dass ich mich erst informieren muss“, sagte der Strafrechtsexperte der „Bild“-Zeitung, nachdem er Metzelder in dessen Haus in Düsseldorf einen Kurzbesuch abgestattet hatte.

          Am Vortag hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg den Fall öffentlich gemacht und auch Metzelder namentlich genannt, nachdem die „Bild“-Zeitung über die Aktion des LKA Hamburg berichtet hatte. Gegen Metzelder wird wegen des Verdachts der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte ermittelt.

          Kein Grund für Haftbefehl

          Die Beamten hatten den ehemaligen Schalke- und Dortmund-Profi am Dienstag in der Sportschule Hennef abgeholt und anschließend Metzelders Haus in Düsseldorf sowie seine Büroräume durchsucht. Unter anderem sollen sein Handy, ein Computer und ein Laptop beschlagnahmt worden sein.

          Derzeit bestehe kein Grund für einen Haftbefehl, sagte Liddy Oechtering, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg. Da bei Metzelder, der sich kooperativ gezeigt, aber nicht zur Sache geäußert habe, auch keine Flucht-, Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr bestehe, gebe es auch keine Auflagen. Der 38-Jährige könne sich frei bewegen und grundsätzlich auch das Land verlassen,

          Derweil teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag mit, dass die Teilnahme Metzelders am aktuellen Trainerlehrgang in Hennef aufgrund der Ermittlungen „einvernehmlich bis zur Klärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe“ ruht. Die ARD hatte am Vortag bekannt gegeben, dass man bis zur Aufklärung des Falles auf Metzelder als Experten verzichte. Metzelder verlässt auch die von ihm mitgegründete PR-Agentur. Diese Entscheidung habe man gemeinsam getroffen, sagte sein Geschäftspartner Raphael Brinkert am Donnerstag auf dpa-Anfrage. Eine gemeinsame Fortführung der Agentur „BrinkertMetzelder“ sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, sagte Brinkert. Die Vorwürfe und Ermittlungen hätten ihn genauso überrascht wie die Öffentlichkeit. Noch am Montag hatte die auf soziale Kampagnen spezialisierte Agentur bekanntgegeben, dass sie ihr Geschäft auf Sport-Marketing ausdehnen will.

          Bundestrainer Joachim Löw wollte am Donnerstag auf der Pressekonferenz in Hamburg auf das Thema nicht eingehen: „Da ich die ganze Sachlage nicht aus erster Hand weiß, kann und möchte ich mich dazu absolut nicht äußern.“ Klarheit wird es in dem Fall wohl nicht so schnell geben. Polizei und Staatsanwaltschaft würden nun mit der gebotenen Gründlichkeit das beschlagnahmte Beweismaterial sichten, was eine gewisse Zeit in Anspruch nehme. „Es ist nicht davon auszugehen, dass es von uns in Kürze in dieser Angelegenheit eine neue Pressemitteilung geben wird“, sagte Oechtering.

          Kubicki erinnert an Fall Kachelmann

          Für das Verbreiten von Kinderpornografie sieht der Gesetzgeber eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren Gefängnis vor. Unterdessen erhielt Metzelder, der über die Kommunikationsplattform Whatsapp Bilder mit kinderpornographischem Inhalt an eine Empfängerin in Hamburg geschickt haben soll, Rückendeckung von prominenter Seite.

          FDP-Vize Wolfgang Kubicki warnte in der ARD-Talkrunde Maischberger vor einer Vorverurteilung des 47-maligen Nationalspielers. Der Politiker erinnerte an den Fall von Moderator Jörg Kachelmann. Der Schweizer war 2010 wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer Frau festgenommen und im Mai des folgenden Jahres freigesprochen worden. Seine Reputation würde bis heute aber unter dieser Angelegenheit leiden.

          Kubicki, selbst Anwalt, sieht deshalb ein grundlegendes Problem: „Ich muss niemanden verteidigen hier. Aber Herr Metzelder ist fertig nach zwei Tagen, bevor überhaupt irgendetwas rausgekommen ist. Der ist gebrandmarkt für den Rest seines Lebens als Päderast oder jemand, der Kinderpornografie verteilt.“

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