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Hochstätter zum HSV? : Das dürfte teuer werden

  • -Aktualisiert am

Als zäher Verhandlungspartner bekannt: Christian Hochstätter. Bild: dpa

Christian Hochstätter soll Sportchef beim Hamburger SV werden. Da er noch bis 2020 beim VfL Bochum unter Vertrag steht, wird der HSV mal wieder Ablöse für einen Funktionär zahlen müssen.

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          In Sachen Michael Gregoritsch hat der Hamburger SV den Bochumer Sportchef Christian Hochstätter im Sommer vor einem Jahr als harten Verhandlungspartner kennengelernt. Hochstätters Geschick beim Hochtreiben der Ablösesumme für den österreichischen Profi (am Ende waren es drei Millionen Euro) ist dem Hamburger Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer wohl positiv im Gedächtnis geblieben. Am Dienstag kam heraus, dass sich der HSV und Hochstätter offenbar auf eine gemeinsame Geschäftsbeziehung geeinigt haben – der 53 Jahre alte Fußballmanager soll sofort an die Elbe wechseln, noch in dieser Woche vorgestellt werden und einen Vertrag bis 2019 unterschreiben. Der VfL Bochum bestätigte das Interesse des HSV der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. „Allerdings hat sich der HSV heute erstmals gemeldet und um einen Gesprächstermin gebeten“, sagte Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis.

          Da Hochstätter noch bis 2020 beim VfL Bochum unter Vertrag steht, wird der HSV wieder einmal eine Ablöse für einen Sportfunktionär zahlen müssen. Im Raum stehen 1,6 Millionen Euro. Das erinnert an die Sportchefsuche von 2013, als unter anderen Jörg Schmadtke, Andreas Rettig und Felix Magath gehandelt wurden, am Ende aber Oliver Kreuzer kam und der HSV für ihn 800.000 Euro an den Karlsruher SC zahlte. Ein Jahr später wurde Kreuzer entlassen. Beiersdorfer holte Peter Knäbel, der wiederum in diesem Mai gefeuert wurde.

          Dietmar Beiersdorfer: mal wieder muss er Ablöse für einen Funktionär zahlen
          Dietmar Beiersdorfer: mal wieder muss er Ablöse für einen Funktionär zahlen : Bild: dpa

          Der Schleudersitz im Volkspark dürfte von Hochstätter trotzdem als nächster Karriereschritt wahrgenommen werden. Er arbeitet nach Stationen in Mönchengladbach und Hannover seit drei Jahren beim VfL. Allerdings soll der Tabellenletzte „nur“ bereit sein, 500.000 Euro pro Jahr an Gehalt zu bezahlen. Hochstätter wird vom ehemaligen Dortmunder Manager Michael Meier beraten, und dieser gilt ebenfalls als zäher Verhandler, wodurch der HSV am Ende sicher tiefer in die Tasche wird greifen müssen.

          Schließlich wächst der Druck auf den erfolglosen Beiersdorfer und Aufsichtsratschef Karl Gernandt, endlich einen Sportchef zu präsentieren, um Beiersdorfers Doppelfunktion zu beenden. Insofern ist die bevorstehende Bestellung Hochstätters auch reiner Selbstschutz für Beiersdorfer, der am vergangenen Wochenende einen Rücktritt ausschloss.

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