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Chapeau : Internazionale ganz wörtlich

  • -Aktualisiert am

Chapeau – wir ziehen den Hut! Bild: F.A.Z.

Ein Afrikaner im europäischen Top-Fußball ist nichts Neues, ein Kenianer schon: McDonald Mariga ist der erste Vertreter seines Landes der Champions League. Auch dank Premierminister Raila Odinga.

          Internazionale Milano macht seinem Namen in der Champions League Ehre: mit einem Finalteam aus voraussichtlich sechs bis sieben Ländern, darunter kein Italiener. Der Mann mit der überraschendsten Herkunft sitzt aber auf der Bank: McDonald Mariga. Ein Afrikaner im europäischen Top-Fußball, das ist nichts Neues, ein Kenianer schon. Trainer José Mourinho holte den 23-jährigen Mittelfeldspieler im Winter aus Parma. Wie sehr er ihm schon vertraut, zeigt, dass er in den Schlussphasen der knappsten Spiele auf dem Weg ins Finale, bei Chelsea und Barcelona, keinen erfahrenen Argentinier oder Italiener einwechselte, sondern den jungen Kenianer.

          In seiner Heimat, die bisher nur für Ausdauerläufer bekannt war, die aber wie viele frühere britische Kolonien von der Fußballbegeisterung durch die Premier League infiziert ist, bewegt der Aufstieg Marigas die Massen so sehr, dass der Regierungschef sich persönlich um die Förderung seiner Karriere bemüht. Vor zwei Jahren war Marigas Wechsel aus Schweden in die Premier League nach Portsmouth an einer fehlenden britischen Arbeitserlaubnis gescheitert. Nun wollte ihn im Januar der Scheich-Klub Manchester City verpflichten, und wieder hakte es bei den Behörden. Darauf schaltete sich Kenias Premierminister Raila Odinga ein, der mit dem Büro des Amtskollegen Gordon Brown und drei britischen Ministerien in der Sache telefonierte. Doch der Einsatz kam zu spät.

          Um sicherzugehen, verkaufte Parma Mariga am letzten Tag der Transferperiode nach Mailand. Was vielleicht ein Glück war. So wurde er der erste Kenianer in der Champions League. Und wird nun vielleicht der erste im Finale. „Ich möchte allen Fußballfans und allen Kenianern versichern, dass ich alles in meiner Macht Stehende getan habe, um Mariga zu Manchester City zu bringen“, erklärte Odinga. Glücklich das Land, in dem sich Regierungschefs mit Spielerverkäufen beschäftigen – und nicht mit Leerverkäufen.

          Ein Fußballer aus dem Land der Ausdauerläufer: McDonald Mariga

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