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Zur Zukunft von RB : Leipzig am Limit

Leipzig am Boden: Stürmer Yussuf Poulsen hatte gegen die PSG-Verteidiger kaum eine Chance. Bild: dpa

Jung, aber nicht naiv. Leipzig ist schneller vorangeschritten, als es die Macher vorausgesehen haben. Jetzt walten andere Kräfte. Der Klub darf sich nicht länger allein der Aus- und Weiterbildung von Spielern widmen.

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          Wie ein Bienenschwarm, so hatte es die spanische Zeitung „Marca“ formuliert, war RB Leipzig über Atlético Madrid gekommen – ein schönes Bild dafür, wie Julian Nagelsmanns Spieler beim 2:1-Sieg im Viertelfinale über den Platz summten und brummten und den Madrilenen, eigentlich Dickhäuter des Geschäfts, keine Ruhe ließen und ihnen letztlich den Nerv raubten. Gegen Paris am Dienstagabend war es anders. Von der Leipziger Schwarmintelligenz war im Halbfinale nur noch wenig zu sehen, diesmal wirkte es vielmehr, als hätten sich wuselige Insekten unter einen knapp sitzenden Anzug verirrt. Neymar, Mbappé, Di María und die anderen – sie plagten und piesackten die Leipziger, und alle Versuche, sich der Störenfriede zu entledigen, endeten, wie man das aus dem Sommergarten oder dem Campingurlaub kennt: mit einem Verlust von innerer Ruhe und auch Koordination. So war Nagelsmanns Team, das Fehler an Fehler und Foul an Foul reihte, am Ende ein leichtes Opfer der Pariser Naturgewalt.

          Zum Gesprächsstoff nach diesem herben 0:3 gehörte die Frage, ob Nagelsmann zu viel gewollt haben könnte, ob er – ähnlich wie Pep Guardiola – dieser besonderen Partie einen ganz besonderen Zuschnitt hatte verpassen wollen und es dabei vielleicht übertrieb. Das jedoch ließ sich allenfalls über seine Garderobe sagen, was das Fußballerische anging, passierte vielmehr das, was sein Pariser Gegenüber Thomas Tuchel vorher als Hoffnung formuliert hatte: dass es nicht ein „Coaches’ Game“ werden würde, ein Duell der Taktikhirne, sondern ein „Players’ Game“. Und da, so zeigte sich schnell, war RB hoffnungslos unterlegen. So, wie mancher Gegner in dieser Saison unter dem Druck des Leipziger Kollektivs kollabierte, taten es nun die Sachsen im Angesicht atemraubender individueller Klasse, die sich nicht – das war Teil des Problems – in Selbstbespiegelung gefiel.

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