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Marcus Thuram : Gladbachs unermüdlicher Arbeiter

Gladbacher Gefühlschaos: Auch Doppeltorschütze Marcus Thuram hadert mit dem verpassten Sieg. Bild: dpa

Borussia Mönchengladbach erlebt beim 2:2 gegen Real Madrid einen Moment für die Fußball-Geschichtsbücher. Vor allem der zweifache Torschütze Marcus Thuram holt sich ein Extra-Lob ab. Dummerweise glückt dem Gegner die Schlusspointe.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Womöglich reagierte Marcus Thuram aufgrund seiner tiefen Enttäuschung etwas abweisend auf die Frage nach seinem Vater Lilian, vielleicht war er aber auch einfach genervt von den ewigen Vergleichen mit dem Weltmeister von 1998. Denn Marcus hatte beim mitreißenden 2:2 von Borussia Mönchengladbach gegen Real Madrid einen großen eigenen Schritt hinaus auf die schillernde Weltbühne des Fußballs gemacht. Nach seinen beiden Treffern gegen die berühmteste Mannschaft der Gegenwart dürfte sein Name Millionen Menschen in China, Guatemala oder Ägypten vertraut sein, die dieses Drama vom Niederrhein mit großer Wendung in der Nachspielzeit verfolgt haben. Vater Lilian hat hingegen in 68 Champions-League-Partien für Monaco, Parma, Turin und Barcelona genau ein Tor erzielt, wurde am Dienstag also von seinem Filius, der erst zum zweiten Mal in der Königsklasse auflief, überflügelt. Der 23 Jahre alte Angreifer lächelte etwas gequält, als er mit diesem Zahlenwerk konfrontiert wurde, und erwiderte: „Ich wusste gar nicht, dass mein Vater überhaupt ein Tor geschossen hat.“

          Champions League

          Thuram hatte einen Abend erlebt, der viel zu seiner Emanzipation von Lilian, dem Weltmeister, dem französischen Rekordnationalspieler, beitragen könnte. Nicht nur aufgrund der Treffer. Trainer Marco Rose lobte die „komplette Ausstrahlung“ des Franzosen, der „große Schritte im Spiel gegen den Ball“ mache. Unermüdlich hatte Thuram für die Mannschaft geackert. Nach seinem Tor zum 2:0 (58.) wirkte er so erschöpft, dass ihm die Kraft zum Jubel zu fehlen schien, auch wenn er das nach der Partie nicht zugeben mochte. Und mit seinem Landsmann Alassane Pléa, der eine hinreißend schöne Vorlage zum 1:0 gespielt hatte (33.), harmoniert er großartig. „Das war ein gutes Spiel von uns gegen einen exzellenten Gegner“, resümierte Thuram also. Und doch waren die Gladbacher erfüllt von dieser seltsamen Mischung gegensätzlicher Gefühle, wie sie wohl nur der Sport erzeugen kann.

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