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Champions League : Wie Dortmund das Fußball-Wunder schaffen will

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Marco Reus ist wieder bereit und will mit dem BVB Tottenham besiegen. Bild: Reuters

Trotz der Krise und trotz des 0:3 im Hinspiel gegen Tottenham glaubt der BVB in der Champions League noch an ein Weiterkommen. Vor der zweiten Partie schlagen die Dortmunder erstaunlich forsche Töne an.

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          Zuversicht trotz Formkrise – bei Borussia Dortmund ist der Glaube an ein Fußball-Wunder ungebrochen. Obwohl der Bundesliga-Spitzenreiter in den vergangenen Wochen gehörig ins Wanken geriet und das erste Duell mit Tottenham Hotspur 0:3 verloren ging, schlug BVB-Kapitän Marco Reus vor dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) in Dortmund gegen die Engländer forsche Töne an: „In diesem Stadion wurden schon einige Spiele absolviert, in denen Geschichte geschrieben wurde. Wir sind in der Lage, das Unmögliche zu schaffen.“ Selbstbewusst fügte der Nationalspieler an: „Die ganze Mannschaft glaubt daran.“

          Champions League

          Wie erstaunlich entspannt einige Profis mit der Situation umgehen, offenbart die Tatsache, dass sie sich auch vor dem Rückspiel von einem prominenten Coiffeur die Haare stylen ließen. Das hatte bereits vor drei Wochen für Diskussionen über eine angeblich unprofessionelle Vorbereitung gesorgt. Sowohl Abwehrchef Manuel Akanji als auch Jungstar Jadon Sancho veröffentlichten am Montag bei Instagram Fotos mit neuem Haarschnitt.

          Erinnerungen an die Sternstunden vergangener Tage wie den unvergessenen Last-Minute-Siegtreffer von Felipe Santana zum 3:2 gegen Malaga im Champions-League-Viertelfinale 2013 sollen helfen, die aufkommenden Zweifel zu vertreiben. Nur ein Jahr später war die Borussia abermals einem Coup nahe, als sie im Viertelfinale nach einem 0:3 beim späteren Titelgewinner Real Madrid im Rückspiel früh mit 2:0 führte, in den letzten Minuten aber viele Chancen vergab. Eine ähnliche Energieleistung wie in dieser Partie, die der damalige Coach Jürgen Klopp als „Blaupause für jede Aufholjagd“ bezeichnete, könnte den BVB auch am Dienstag einem Husarenstück näherbringen.

          Mut machen zudem die Auftritte in den Gruppenspielen dieser Saison, in denen der BVB ohne Gegentreffer blieb und bei deutlichen Siegen gegen AS Monaco (3:0) und Atlético Madrid (4:0) überzeugte. „Zu Hause sind wir eine Macht“, kommentierte Angreifer Mario Götze voller Hoffnung auf ein Happy End gegen Tottenham. Immerhin dreimal in der Geschichte des Wettbewerbs wurde eine Niederlage mit mindestens drei Toren noch wettgemacht.

          Dass der Mannschaft in den vergangenen sieben Spielen nur ein Sieg gelang und sie in der Bundesliga den Neun-Punkte-Vorsprung auf Verfolger FC Bayern leichtfertig verspielte, wertete Reus nicht als Handicap: „Wir befinden uns noch immer in einer Ausgangsposition, die okay ist. Es ist wichtig, weiter positiv zu bleiben. Wenn wir wieder mehr unsere Mentalität zeigen, kommen wir da auch raus.“

          Viel wird davon abhängen, ob die kapitalen Abwehrfehler der vergangenen Wochen abgestellt werden können. Der einstige BVB- und Tottenham-Profi Steffen Freund brachte die Ausgangslage im „Kicker“ auf den Punkt: „Dortmund darf am Dienstag kein Gegentor kassieren, dann ist alles vorbei. Fünf Tore traue ich der Borussia nicht zu, drei aber schon. Geht Dortmund bis zur 60. Minute in Führung, ist alles möglich, dann wackelt Tottenham richtig.“

          Ohne die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive droht jedoch ein neuerliche Rückschlag. „Wir müssen sehr, sehr clever spielen“, sagte Trainer Lucien Favre. Für die harsche Kritik des externen BVB-Beraters und TV-Experten Matthias Sammer an der Einstellung seiner Profis nach dem 1:2 am Freitag in Augsburg äußerte der Schweizer Fußball-Lehrer Verständnis: „Da ist er Journalist, da darf es das sagen. Wir leben in einer Demokratie und müssen das akzeptieren.“

          Ein Erfolg gegen den Tabellendritten der Premier League könnte der Borussia auch einen Schub für den Bundesliga-Endspurt geben. Sportdirektor Michael Zorc nahm die Profis in die Pflicht: „Der Zeitpunkt des Spiels ist mir vollkommen egal. Was wir von der Mannschaft erwarten dürfen, ist eine sehr gute Leistung. Weniger vermeidbare Fehler. Dann schauen wir mal, was geht.“

          Schon einmal – im Achtelfinale der Europa League 2016 – gelang dem BVB ein 3:0-Erfolg über die „Spurs“. Und auch die jüngste Bilanz des Gegners ist nicht gerade furchteinflößend. In den vergangenen drei Ligaspielen gegen den FC Burnley (1:2), FC Chelsea (0:2) und FC Arsenal (1:1) verbuchte das Team von Trainer Mauricio Pochettino nur einen Punkt. Allerdings kann der Coach im Gegensatz zum Hinspiel wieder auf Nationalstürmer Harry Kane zurückgreifen.

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