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Neidischer Blick auf die Insel : Größer kann Sport kaum sein

Steht mit seinem Team im Finale der Champions League: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp Bild: Reuters

Englische Teams dominieren die Champions League. Hat sich also schlicht die reichste Liga durchgesetzt? Das ist bestenfalls ein Teil der Wahrheit – die Erfolge von Klopp und Co. hängen mit etwas anderem zusammen.

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          Es waren nur kleine Szenen am Rande, aber sie machten die Maßstäbe dessen deutlich, was passiert war – und dass diejenigen, die dabei waren, in Liverpool oder in Amsterdam, sich als Teil von etwas Größerem fühlten. Am Dienstag war es der gegenseitige Applaus der Fans von Liverpool und Barcelona an der Anfield Road, die sich ihre Schals zuwarfen, als müssten sie die besondere Verbindung, die dieser Abend über sie gebracht hat, auch wirklich greifbar machen. Am Mittwoch folgte die noble Geste von Mauricio Pochettino, der die Fans seiner Spurs aufforderte, auch den Amsterdamer Spielern zu applaudieren, die von allen guten Geistern verlassen auf dem Rasen kauerten und erst dabei waren zu begreifen, was da gerade passiert war – falls das überhaupt möglich ist.

          Champions League
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          Es war, nach allen Maßstäben, ein Champions-League-Halbfinale für die Ewigkeit: emotional, weil sich kaum ein größeres Drama vorstellen lässt als diese beiden ganz unterschiedlichen, aber doch auch wesensverwandten Comebacks (mit Ajax in einer tragischen Hauptrolle); und sportlich, weil diese Spiele das Beste hervorgebracht haben, was der Fußball bieten kann. Nicht im Sinne von makelloser Perfektion, aber als Exempel einer unwiderstehlichen Mischung von spielerischer Klasse, Athletik und, vor allem, unglaublichem Spirit. Größer kann Sport kaum sein.

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