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Champions League : Real Madrid zweifelt an allem

Ein Lichtblick und ein Sorgenkind: Reals Stürmer Karim Benzema und sein deutscher Teamkollege Toni Kroos Bild: Reuters

Vor zwei Jahren noch dominierten spanische Klubs den europäischen Fußball. Doch von der einstigen Herrlichkeit ist lediglich ein Schatten geblieben. Das wird an Real besonders deutlich.

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          Spulen wir fünfzehn Monate zurück. Real Madrid holt in Kiew zum dritten Mal in Folge den Sieg in der Champions League. Euphorischer Taumel, ein Anflug von: Das wird niemand mehr übertreffen! Zusammen mit den anderen Spitzenteams aus La Liga – dem FC Barcelona, Atlético Madrid und dem FC Sevilla – hatten die Blancos eine unglaubliche Erfolgsbilanz aufgestellt: 22 der zurückliegenden 30 möglichen Titel in den europäischen Vereinswettbewerben waren an spanische Klubs gegangen.

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          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Der Einbruch, der auf die iberische Hegemonie kurz darauf folgte, war schmerzhaft, besonders beim Rekordgewinner Real. Und weil die Geschichte nicht nur grausam ist, sondern auch noch Sinn für Ironie hat, wurden die gefeierten Stars von Zinédine Zidane in der Saison darauf ohne ihren Coach und im eigenen Stadion ausgerechnet von einer enthusiastischen Jungstruppe wie Ajax Amsterdam gedemütigt, einem Klub, der aus wirtschaftlichen Gründen nur zu isolierten Heldentaten in der Lage ist, weil er seine besten Leute nicht halten kann. Es war, als wäre der Fußball nach Hause zurückgekehrt und hätte die satten Gewohnheitsgewinner bestraft.

          Zidane ist wieder da. Und er kämpft mit den Mühen der Ebene. Im vergangenen März, als er wieder die Zügel in die Hand nahm, sprach alle Welt von dem Ausnahmetalent Vinícius, doch inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt: Der junge Brasilianer, der seine Gegenspieler mit so viel Dynamik überrennt, trifft einfach das Tor nicht. Auch von den anderen jungen Talenten, die der Verein im Sommer für viel Geld gekauft hat, ist bisher wenig zu sehen. Manche sagen schon, Zidane habe mit der Rückkehr in die spanische Hauptstadt den Fehler seines Lebens gemacht. Denn wenig deutet auf ein erfolgreiches Jahr hin, schon gar nicht auf den Gewinn der Meisterschaft, jenen Konstanzwettbewerb, den der Trainer nach eigenen Worten noch höher schätzt als die dreimal errungene Krone der Champions League.

          Verpatzte Transfers und ein Lichtblick

          In seltener Einmütigkeit haben beide spanischen Großklubs den Sommer mit vergeblichen Transferbemühungen verschwendet. Zwar konnte Real den Belgier Eden Hazard von Chelsea an sich binden und Barcelona zwei Hochkaräter wie Antoine Griezmann (vormals Atlético Madrid) und Frenkie de Jong (Ajax). Aber Zidanes Forderung, seinen Landsmann Paul Pogba im weißen Trikot zu sehen, scheiterte an der Sturheit von dessen Klub Manchester United und möglicherweise auch am mangelnden Engagement von Real-Boss Florentino Pérez, der in viel leuchtenderen Farben von dem erratischen Neymar träumt. Eben jenem Neymar, den auch Barça bis in die letzten Tage des offenen Transfermarkts mit absurd anmutenden Liebeserklärungen verfolgte, ohne ihn tatsächlich erobern zu können. Im Umfeld beider Klubs gibt es Kommentatoren, die sich mit einem erleichterten Seufzen zurücklehnen und froh sind, dass die mutmaßlichen Sensationstransfers nicht zustande kamen.

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