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Bayer in Champions League : Warum die Europa League besser zu Leverkusen passt

  • -Aktualisiert am

Hat eine Vision für seinen Klub: Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro (links) Bild: dpa

Mit dem Spiel gegen Atlético Madrid scheidet Bayer Leverkusen wohl aus der Champions League aus. Doch das könnte auch eine Chance sein. Der Bundesligaklub müsste sich dafür nur an einem prominenten Vorbild orientieren.

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          Fernando Carro kennt sich aus mit dem spanischen Fußball. Der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen ist schließlich in Barcelona aufgewachsen. Wenn die Werkself an diesem Mittwochabend (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League sowie bei DAZN und in der Sky-Konferenz) auf Atlético Madrid trifft, wird er daher mit vielen Bekannten plaudern können, und vielleicht werden ihm die Landsleute nach dem Abpfiff etwas Trost spenden müssen.

          Champions League

          Wenn Bayer nicht gewinnt, wird das Team wohl schon aus der Champions League ausgeschieden sein. Null Punkte und 1:6 Tore lautet die Bilanz nach der Hälfte der Gruppenphase. Selbst mit einem Sieg gegen Madrid bliebe die Qualifikation für die K.o.-Phase unwahrscheinlich, aber Carro hat ohnehin immer mal wieder angedeutet, dass die Europa League für einen Klub wie Bayer Leverkusen ähnlich interessant sein könne wie die Königsklasse. Zumindest in der zweiten Saisonhälfte.

          Den FC Sevilla, der diesen kleineren der beiden Europapokale zwischen 2014 und 2016 drei Mal gewinnen konnte, nachdem dieser Coup schon 2006 und 2007 gelungen war, findet Carro vorbildlich. Die Andalusier bewegen sich finanziell in ähnlichen Sphären wie die Leverkusener, deren historisch größter Erfolg im Jahr 1988 ja ebenfalls ein Uefa-Cup-Sieg war. „Wir wollen noch in die Europa League kommen, deswegen müssen wir schauen, dass wir gewinnen oder zumindest nicht verlieren“, sagt Stürmer Kevin Volland vor dem Duell gegen Atlético im ausverkauften Stadion. Zwar träumt Carro schon noch davon, die kleine Chance auf die Achtelfinalteilnahme in der Champions League nutzen zu können, diese Sorte Ehrgeiz wollen sie ja pflegen beim Werksklub. Aber vielleicht ist der kleinere Europapokal der Wettbewerb, der in Wahrheit besser zu diesem Klub passt.

          Europa League als Chance

          Carro hat bereits im Frühjahr erklärt, dass sich in der etwas abfälligen Haltung vieler Bundesligavereine gegenüber dem früheren Uefa-Cup „ein Grundproblem des gesamten deutschen Fußballs“ zeige: „Die Europa League wird noch zu wenig als Chance wahrgenommen, Geschichte zu schreiben“, sagt er. Wer nachhaltig international spielen wolle, müsse „die Europa League sehr ernst nehmen, man muss neben einer sportlichen Basis eine Mentalität dafür schaffen, die Gier nach Erfolg wecken.“

          Die Sache mit der Gier, mit der Widerstandskraft in den entscheidenden Momenten ist bekanntlich ein ewiges Problem bei Bayer 04. Von den sieben Partien im Oktober gewann Leverkusen lediglich das Pokalspiel gegen den SC Paderborn. Immer wieder zeigte sich diese hoch giftige Mischung unterschiedlicher Defizite: Das Spiel des Teams sieht oft ganz ordentlich aus, doch in der Offensive werden viel zu viele Großchancen verschwendet; und hinten passieren wieder und wieder katastrophale Fehler, die zu Gegentreffern führen.

          Seit dem 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach ist aber zumindest Charles Aranguiz nach seinem Haarriss im Mittelfuß wieder einsatzbereit. Der Chilene ist so etwas wie der Herrscher über die mit viel Risiko konstruierte Balance zwischen Offensive und Defensive. Sportvorstand Rudi Völler bezeichnet Aranguiz gar als „Dreh- und Angelpunkt“ des Teams, nun soll der Rückkehrer helfen, die Wende zu schaffen in einer bislang überaus trostlosen Europapokalsaison der Werkself.

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