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Barcelona-Star Arturo Vidal : Selbst sein Lächeln wirkt als Drohung

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Zwei, die den FC Barcelona prägen, jeder auf seine Weise: Arturo Vidal (rechts) und Lionel Messi Bild: AP

Arturo Vidal ist der schwerfällige Panzer im sonst so detailverliebten Mittelfeld des FC Barcelona. Diese Qualitäten könnten ihn nun im Champions-League-Duell mit Jürgen Klopps FC Liverpool zum Schlüsselspieler werden lassen.

          Etwas Ungewöhnliches ist geschehen in der spanischen Presse: Die Tageszeitung „La Vanguardia“ spekulierte dieser Tage über die mögliche Aufstellung des FC Barcelona im Rückspiel des Champions-League-Halbfinales gegen den FC Liverpool an diesem Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League sowie bei Sky und DAZN). Die Experten rechnen mit einem 4-3-3 System, einem 4-4-2 mit Messi in der Spitze neben Suárez oder mit Messi als hängendem Stürmer. Aber in allen Varianten sieht das Blatt Arturo Vidal in der Startaufstellung. Und das ist neu.

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          Als er im Sommer von den Bayern nach Barcelona kam, sahen die Gralshüter des schönen Fußballs beim FC Barcelona schon das Essenzielle im Wesen ihres Vereins gefährdet. Andrés Iniesta hatte den Klub verlassen, doch statt eines Ersatzes für den schmächtigen Techniker verpflichtete der Verein einen schwerfälligen Panzer, jemanden, der Fußball eher kämpft als zelebriert, der Bälle ebenso schnell verliert, wie er sie erobert, und bei dem nach einer komplizierten Operation im Knie Zweifel herrschten, ob er überhaupt wieder würde Fußball spielen können.

          Der Saisonbeginn schien die Skeptiker zu bestätigen: Über mehr als Kurzeinsätze kam der Mittelfeldspieler nicht hinaus. Zudem bekam er Konkurrenz. Arthur Henrique Ramos de Olveira Melo war ebenfalls im Sommer aus Brasilien in die katalanische Hafenstadt gekommen. Er steht mehr für den in Barcelona geliebten gepflegten Spielaufbau. Dass Arthur vergangene Woche gegen Liverpool auf der Bank Platz nehmen musste und Arturo Vidal von Beginn an spielte, überraschte viele. Doch wer 3:0 gewinnt, hat alles richtig gemacht, und so bejubelten sie nach dem Hinspiel des Halbfinals die Aufstellung Valverdes als genialen Schachzug und Arturo Vidal als „Gladiator“ oder als „Krieger des anderen Barça“, das die Spiele jetzt auch mit Kampf gewinnen könne.

          Liverpool würde sich nicht mit schneller Ballzirkulation ausspielen lassen, hatte sich Valverde gedacht, man müsse das körperbetonte Spiel annehmen. „Arturo ist der Schlüsselspieler in solchen Begegnungen, weil der Gegner es nicht zulässt, dass du das Spiel dominierst. Und er ist in einer großartigen Form“, sagte Valverde. Die Statistiken belegen, dass Liverpool im Hinspiel öfter aufs Tor schoss, mehr Pässe spielte und mehr Ballbesitz hatte. Aber Barcelona gewann mehr Zweikämpfe und machte drei Tore. „Marca“ fand daher: „Barça hat mit Vidal die Zähne gezeigt und die Schlacht auf offenem Feld gewonnen.“

          Eine passende Situationsbeschreibung rund um den Mann, der sich zum Irokesenschnitt auch noch einen Vollbart zugelegt hat, hinter dem selbst ein Lächeln wie eine Drohung wirkt. Vidal zerstörte den Spielaufbau des Gegners und suchte bei Ballbesitz immer den Weg nach vorne. An der Anfield Road gilt der Chilene wieder als gesetzt. Schließlich erinnern sie sich in Barcelona gut an das Viertelfinale der Champions League in der vergangenen Saison. Da schied Barça nach einem 4:1 gegen AS Rom im Rückspiel noch 0:3 aus.

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