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Vor Champions-League-Auftakt : Wie groß ist der FC Bayern wirklich?

  • -Aktualisiert am

Zeigt bei den Münchenern die Richtung an: Nach vorne soll’s gehen, wenn es nach Robert Lewandowski geht. Bild: AFP

Bei den Münchenern wird von Trainer Niko Kovac Selbstverständliches erwartet – also mehr als das Achtelfinale im vergangenen Jahr. Doch reichen Coutinho und Perisic dafür?

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          Robert Lewandowski ist zufrieden. Das ist für den FC Bayern schon mal eine gute Nachricht. Ein zufriedener und vor allem unverletzter Lewandowski ist die wichtigste Voraussetzung, damit die Münchner ihre Ziele erreichen. Vehement hatte der beste Torschütze im Sommer Verstärkungen gefordert. Dass ihn Sportdirektor Hasan Salihamidzic rüffelte, eine solche Aussage stünde einem Spieler nicht zu, wird den Polen kaum berührt haben. Schließlich hatte auch Kapitän Manuel Neuer das ähnlich ausgedrückt, wenn auch zunächst leicht verschlüsselt als Meinung seines Beraters Thomas Kroth. Dass die Münchner Vereinsführung dessen Aussage mitten im Transfersommer, „der Bayern-Kader ist noch nicht entsprechend aufgestellt“, als nicht abgesprochen mit Neuer bezeichnete, war nur eine nette Nebelkerze. Wer wollte das glauben?

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          Spät wurden zwei Verstärkungen gefunden: Ivan Perisic von Inter Mailand und Philippe Coutinho vom FC Barcelona wurden ausgeliehen, was Neuer, Lewandowski und den ganzen Klub glücklich machte. Die Perspektiven haben sich verschoben – zwei Akteure, die woanders nicht mehr benötigt wurden, heben die Münchner Chancen in der Champions League. Das kann natürlich funktionieren, muss aber nicht direkt eine logische Folge sein.

          Coutinho, vor 18 Monaten vom FC Liverpool nach Barcelona gewechselt, wäre auch ein Kandidat für die Premier League gewesen. Sein alter Verein winkte ab – zu teuer, sagte Jürgen Klopp angesichts der kolportierten mindestens 120 Millionen Euro Ablösesumme, „können wir uns nicht leisten“. Besonders wohlgelitten bei Liverpooler Fans ist der Brasilianer wegen seines mehr oder weniger erzwungenen Wechsels nach Spanien ohnehin nicht, aber beides dürfte eher nicht der Grund gewesen sein, dass weder ein Transfer nach Liverpool noch zu Manchester City zustande kam.

          Sowohl für den Titelverteidiger in der Champions League als auch für den englischen Meister wäre der Nutzen von Coutinho in der Königsklasse geringer gewesen als der Schaden. Mit seiner Ablöse hätte Barcelona den Transfer von Neymar aus Paris finanzieren können und wäre zum großen Favoriten aufgestiegen. Daran hatten weder Liverpool nach Manchester City Interesse.

          Blieben die Bayern übrig, nachdem das Transferfenster in England geschlossen war. Dass sie nur ein Leihgeschäft anstrebten, lässt zwei Interpretationen zu. Sie sind entweder nicht vollständig überzeugt, oder sie planen im Winter doch noch, den nach einem Kreuzbandriss pausierenden Leroy Sané zu verpflichten. Das würde die Zufriedenheit von Lewandowski und Neuer, die drei Verstärkungen gefordert hatten, noch besser verständlich machen.

          Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge fordert so oder so von Trainer Niko Kovac ein besseres Abschneiden als vergangene Saison, als im Achtelfinale der FC Liverpool die Endstation war. Das sich das nicht wiederholen soll, ist allerdings selbstverständlich für einen Verein, der gewohnt ist, eine große Rolle in Europa zu spielen. An diesem Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) geht es für die Bayern gegen Belgrad los.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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