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Uefa vergibt Finalturniere : Champions League in Lissabon, Europa League in NRW

2014 stand der Champions-League-Pokal schon mal in einem leeren Stadion in Lissabon: 2020 wird die Trophäe aber nicht nur vor leeren Rängen präsentiert. Bild: EPA

Die Uefa legt den Europapokal-Fahrplan nach der Corona-Pause fest. Der Sieger der Champions League wird in Portugal gekrönt, das Finalturnier der Europa League findet in vier deutschen Stadien statt. Auch zur EM gibt Entscheidungen.

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          Welche Auswirkungen die Pandemie auf den europäischen Fußball hat? Der Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa) hatte die Prioritäten sortiert. Aleksander Ceferin dankte zunächst dem Gesundheitspersonal, allen, die gegen das Coronavirus gearbeitet hatten. Dann stellte der Uefa-Präsident fest, dass Fußballprofis „einige der wichtigsten Debatten weltweit anführen“. Ceferin zählte auf: Raheem Sterling, Marcelo, Jerome Boateng mit ihrem Einsatz gegen Rassismus und für die „Black Lives Matter“-Bewegung, er nannte Marcus Rashford, Profi von Manchester United, der Anfang der Woche einen Offenen Brief an die Parlamentarier des Unterhauses geschrieben hatte, woraufhin die Regierung in London entschied, dass bedürftige Kinder während der Sommerferien Gutscheine für Speisungen während der Sommerferien bekommen. Das alles, befand Ceferin, zeige, dass „Fußball ein wichtiges Vehikel für das Gute sein kann“.

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          Als das alles gesagt war, kam Ceferin dann zum Kerngeschäft, den Gründen, aus denen die Uefa-Exekutive zwei Tage videokonferiert hatte: zum Europapokal, zur Europameisterschaft, zur Frage, wie der Ball wieder rollt, nachdem die Uefa ihn im März mit einer Vollbremsung hatte aus dem Spiel nehmen müssen, als die Europameisterschaft auf das kommende Jahr verschoben wurde, wofür Ceferin noch einmal Eigenlob verteilte – eine „sehr mutige, aber richtige“ Entscheidung sei das gewesen, denn nun könnten die nationalen Ligen zum Zuge kommen. Die EM wird, das bestätigte die Uefa-Exekutive nun, vom 11. Juni bis 11. Juli stattfinden, in allen zwölf dafür vorgesehenen Städten in zehn Ländern.

          Ganz anders als vorgesehen aber werden die Europapokal-Wettbewerbe der laufenden Saison zu Ende gebracht. In Lissabon soll vom 12. August an ein Turnier der besten acht Mannschaften ausgetragen werden, mit dem Finale am 23. August. RB Leipzig ist bereits qualifiziert, zudem Atalanta Bergamo, Paris Saint-Germain und Atletico Madrid. In Duisburg, Gelsenkirchen, Düsseldorf und Köln wird die Europa League ausgespielt, vom 10. August an, im gleichen Format ohne Hin- und Rückspiel, mit dem Finale in Köln am 21. August. Aus der Bundesliga sind Leverkusen, Wolfsburg und Frankfurt noch im Wettbewerb.

          Die noch ausstehenden Partien der Achtelfinals, darunter alle Europa-League-Rückspiele und das Champions-League-Match des FC Bayern München, der das Hinspiel beim FC Chelsea 3:0 gewonnen hatte, sollen in der ersten August-Woche gespielt werden. Je nach Pandemie-Lage wird das entweder im Stadion des dafür vorgesehenen Gastgebers oder, falls im Falle der Champions-League-Partien nötig, in Porto und Guimaraes. In den vergangenen Wochen war auch ein Interesse Frankfurts am Champions-League-Finale bekannt geworden, aber Ceferin sagte am Mittwoch, es habe keinen Wettbewerb unter den Verbänden gegeben. „Sie haben uns ihre Hilfe angeboten, dafür sind wir dankbar.“ Die Champions League der Frauen wird zwischen dem 21. und 30. August in den baskischen Metropolen San Sebastian und Bilbao ausgespielt. Bei den Turnieren im August sollen eventuelle Neuzugänge noch nicht spielberechtigt sein.

          Eine endgültige Entscheidung über den Zutritt für Zuschauer bei den Turnieren falle im Juli, kündigte Ceferin an. Aus heutiger Sicht sei das nicht möglich, aber die Dinge änderten sich schnell. „Vor einem Monat konnte ich nicht mal beantworten, ob wir spielen.“ Die für diese Saison vorgesehenen Endspielorte Istanbul (Champions League) und Danzig (Europa League) sollen in einem Jahr bespielt werden, alle weiteren vergebenen Finalorte rücken ebenfalls um ein Jahr nach hinten, so dass München erst 2023 wieder ein Champions-League-Finale zu sehen bekommen dürfte.

          Auch für die Nationalmannschaften entschied die Uefa den Fahrplan für die kommenden Monate. Bereits am 3. September soll die nächste Runde der Nations League beginnen, im Falle des DFB bedeutet das ein Länderspiel gegen Spanien, gefolgt von einem Auftritt in der Schweiz drei Tage später. Gegen wen die Mannschaft von Joachim Löw neben Portugal und Frankreich bei der EM 2021 in München spielt, entscheidet sich in den auf Oktober und November verschobenen Play-offs. Dafür werden die Länderspielphasen aufgestockt.

          Nicht nur auf den ersten Blick wirkt der Spielplan der Fußballsaison 2020/21 noch gedrängter als gewöhnlich. Auch dazu hatte Ceferin eine Botschaft: die Champions-League-Qualifikation werde in einer Partie entschieden, sagte der Slowene, schränkte aber umgehend ein, dass das nicht für die letzte Qualifikationsrunde gelte, die Play-offs, „da bleibt es bei Hin- und Rückspiel“. Wer das alles sehen kann? Auch hier bleibt der wichtigste Faktor Covid-19. Ceferin jedenfalls kündigte volles Engagement auf allen Ebenen an, auch bei den sozialen Themen, mit denen er seine Ausführungen eingeleitet hatte. Die Kampagnen der Uefa, etwa gegen Rassismus und Diskriminierung, hätten wohl nicht ausgereicht. Es sei an der Zeit, sie auf ein neues Level zu heben.

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