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1:2 gegen Liverpool : Wenig Hoffnung für Hoffenheim

  • -Aktualisiert am

Stürmer Wagner hatte Pech bei einem Schuss an den Pfosten. Bild: EPA

Nach dem 1:2 im Playoff-Hinspiel droht die TSG die Champions League zu verpassen. Liverpool ist eine Nummer zu groß. Die Partie beginnt schon denkbar schlecht für Hoffenheim.

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          Für das Rückspiel bleibt nur noch ein wenig Hoffnung. Dafür wog der 2:1-Auswärtssieg des FC Liverpool bei der TSG 1899 Hoffenheim im Playoff-Hinspiel zum Erreichen der Gruppenphase zu schwer. Bei ihrer Europapokal-Premiere müssen die Badener am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr / Live im ZDF, bei Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) beim Wiedersehen im Stadion an der Anfield Road ein kleines Fußballwunder vollbringen, soll der Weg des Bundesliga-Vierten der vorigen Saison danach nicht in die tiefer gelegene Europa League führen. „Wir hätten zumindest ein Unentschieden verdient gehabt. Der Spielverlauf war nicht glücklich für uns. Es waren Kleinigkeiten“, sagte Trainer Julian Nagelsmann.

          Ob der größeren Abgeklärtheit und eines deutlichen Chancenplus nach der Pause gewannen am Dienstagabend die Engländer verdientermaßen, nachdem Hoffenheim mit einer starken ersten halben Stunde Hoffnungen auf mehr geweckt hatte. Die Tore des Abends erzielten Alexander-Arnold (35. Minute) und Milner (74.) sowie der eingewechselte Uth (87.) in der mit knapp 26.000 Zuschauern ausverkauften Rhein-Neckar-Arena. „Wenn wir in der ersten Halbzeit die Tore machen, gehen wir als Sieger vom Platz“, sagte Hoffenheims erster internationaler Torschütze Uth. „Wenn wir dort unsere Chancen nutzen, können wir es eng machen.“

          Sie betraten Neuland im eigenen Stadion und hatten sich unbändig auf ihre erste Expedition in Champions-League-Gefilde gefreut. Nagelsmann, der gerade mal dreißig Jahre alte Trainer und Anführer der Hoffenheimer Reise zu den Großen im europäischen Fußball, gab sich unerschrocken wie immer vor einer besonders schwer anmutenden Aufgabe. „Wir gehen nicht als totaler Underdog in das Duell und können den Gegner mit zwei guten Spielen schocken“, sagte er vor der Begegnung mit dem achtzehnmaligen englischen Meister frohgemut. Jürgen Klopp, sein zwanzig Jahre älterer deutscher Kollege auf der Liverpooler Bank, war von dieser Ansage unbeeindruckt. Er glaubte sich bestens gerüstet, was sich in dem Satz, „wir wissen alles über Hoffenheim“, spiegelte.

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          Hoffenheim : Hoffenheim

          Wer mit seinen mutigen Parolen vorab besser die Wirklichkeit des Spiels traf, war die spannende Dienstagsfrage. Die auf sechs Positionen gegenüber dem dünnen 1:0-Erfolg im Pokalwettbewerb bei Rot-Weiß Erfurt veränderte Nagelsmann-Mannschaft traf auf ein englisches Spitzenteam, das in seinem ersten Premier-League-Einsatz dieser Saison nur 3:3 in Watford gespielt hatte und auf die verletzten Stammkräfte Lallana und Sturridge sowie den an Rückenproblemen leidenden und auf einen kurzfristigen Wechsel zum FC Barcelona spekulierenden Brasilianer Coutinho verzichten musste. Dafür war der mit warmem Applaus von den TSG-Fans begrüßte Roberto Firmino, der von 2011 bis 2015 Hoffenheimer war, mal wieder in Sinsheim.

          Die Kraichgauer dominierten mehr als eine halbe Stunde bei ihrer ersten internationalen Bewährungsprobe. Dem hochwertigen Kombinationsfußball der Badener hatte Liverpool nur ein, zwei Konter entgegenzusetzen, die aber wie bei Salahs Alleingang mit abschließendem Schuss knapp am Tor vorbei (15.) gefährlich anmuteten. Die große Gelegenheit zum 1:0 vergab die TSG, als sie aus einem Elfmetergeschenk des niederländischen Schiedsrichters Kuipers – Gnabry war auf Lovren aufgelaufen (11.) – nichts machte.

          Champions League : Hoffenheim verliert gegen Liverpool

          Kramaric scheiterte mit seinem Strafstoß an Mignolet, der den unplaziert geschossenen Elfmeter mühelos parierte. Das rächte sich. Als Bicakcic den Mané irregulär festgehalten hatte und verwarnt worden war (34.), zeigte Liverpool den Hoffenheimern, wie man aus Standardsituationen Tore macht. Der Freistoß des 18 Jahre alten gebürtigen Liverpoolers Alexander-Arnold ins rechte untere Toreck passte genau. Die „Reds“ durften sich über eine etwas glückliche 1:0-Pausenführung freuen.

          Nach dem Wechsel sprachen die Verhältnisse eindeutig für die Engländer. Sie ließen sich, nachdem sie eine Reihe von Gelegenheiten vergeben hatten, reichlich Zeit, ehe sie durch Milners von Nordtveit abgefälschtem Heber auf 2:0 erhöhten. Es spricht für die Kraichgauer, dass sie nicht klein beigaben und weiter nach Wegen zum Ziel suchten. Uth fand die Lücke, als er drei Minuten vor dem Ende mit einem Flachschuss ins rechte Toreck auf 1:2 verkürzte und damit den Optimismus der Badener wiederbelebte. Ob er ausreicht, in einer Woche die Anfield Road zu stürmen, ist die zumindest spannende Frage. Uths später Treffer hat zumindest ein Zeichen gesetzt, auch wenn das Spiel trotzdem verloren wurde.

          „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Wir sind die bessere Mannschaft, haben mehr vom Spiel, schaffen es aber nicht früher ein Tor zu machen“, haderte 1899-Torwart Oliver Baumann im ZDF. „Wir waren gut in der Defensive. Wir hätten noch mehr Tore erzielen können“, sagte Liverpools deutscher Nationalspieler Emre Can und warnte: „Nächste Woche müssen wir wieder 100 Prozent geben“. Klopp ärgerte sich über das späte Gegentor: „Ich bin mit der Leistung ganz zufrieden. 2:1 als Ergebnis ist besser als 1:0. Aber wir hätten gern auch 2:0 gewonnen. Das Tor kurz vor Schluss ist nicht ganz günstig für uns“, sagte der Coach und ergänzte: „Wir hätten das eine oder andere Tor mehr machen können. Wir brauchen Anfield im Rückspiel. Das Ding ist noch nicht entschieden.“

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