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Kreuzbandverletzung und OP : Sané fällt lange aus

Lange Pause: Leroy Sané muss operiert werden. Bild: EPA

Der Königstransfer des FC Bayern droht zu scheitern: Manchester City bestätigt eine Kreuzbandverletzung des Angreifers, der nun operiert werden muss.

          Es sollte die Transfer-Saga dieses Fußballsommers werden – und ist seit Donnerstag eine Geschichte, in der es nur Verlierer gibt. Am Abend bestätigte der englische Meister Manchester City, dass der von Bayern München umworbene deutsche Nationalspieler Leroy Sané sich wegen einer Kreuzbandverletzung im rechten Knie einer Operation unterziehen soll. Angesichts der zu erwartenden monatelangen Zwangspause des Flügelspielers steht der neue Rekordtransfer des deutschen Fußballmeisters, dessen Vollzug nach der Einigung mit Sané auf einen Fünfjahresvertrag nur noch an letzten Preisverhandlungen mit City zu hängen schien, voraussichtlich vor dem Scheitern.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Der Hauptleidtragende ist natürlich Sané selbst, zu dessen Schaden es womöglich war, monatelang bis Anfang August Unklarheit über seine Absichten zu verbreiten. Bei einer früheren Zusage wäre es wohl schon zu einem früheren Wechsel und damit nicht zu dem verhängnisvollen Einsatz am Sonntag gegen Liverpool im Kampf um den „Community Shield“, das englische Pendant zum Supercup, gekommen. Aber auch bei Manchester City, wo man auf Zeit spielte und im Preispoker mit den Bayern Zahlen in der Größenordnung um 150 Millionen Euro lancierte, wird man sich nun fragen, warum Pep Guardiola, der frühere Bayern-Trainer, das Risiko einging, Sané nun einzusetzen. Üblicherweise schonen Klubs in solchen Spielen Profis, die sich in fortgeschrittenen Transferverhandlungen befinden.

          Und ganz empfindlich trifft dieser Fall die Bayern, obwohl sie sich nicht viel vorwerfen können – sie sind geduldig am Ball geblieben, haben alle Misstöne vermieden und Trainer Niko Kovac sogar für allzu viel öffentlichen Optimismus in der Sache eine Entschuldigung Richtung Manchester schicken lassen. Ob sie nun darüber nachdenken, eine Verpflichtung Sanés trotz der Verletzung, mit dann deutlichem Preisabschlag, weiter anzustreben, ist noch nicht bekannt. Perspektivisch bleibt der 23-Jährige ein höchst interessanter Spieler. Sicher aber ist, dass die Bayern in ihm nun nicht das bekommen, was sie in diesem Sommer nötiger denn je auf dem Transfermarkt brauchen und was murrende Bayern-Stars wie Robert Lewandowski seit Monaten fordern: Spieler, die das Team durch ihre Klasse auf Anhieb verstärken und den Klub wieder in den Offensiv-Modus befördern.

          Bayern brauchen dringend sofortige Verstärkung

          „Der erste Eindruck war nicht gut, aber ich glaube, es ist nicht schlimm“, hatte Guardiola unmittelbar nach Sanés Fehltritt vermutet – und sich gründlich getäuscht. Dass der Klub die Diagnose erst vier Tage nach Sanés verhängnisvollem Laufduell mit Verteidiger Trent Alexander-Arnold bekanntgab, dürfte die diplomatischen Beziehungen zwischen München und Manchester nicht verbessert haben. Erst eine knappe halbe Stunde nach Schließen des englischen Transferfensters am Donnerstag um 17 Uhr englischer Zeit, einen Tag vor Auftakt der Premier League an diesem Freitag, hob der Double-Sieger seine Geheimhaltung auf. Einen Ersatz kann City nun nicht mehr verpflichten. Verkaufen allerdings kann man noch bis Ende der Transferperiode im Rest Europas am 2. September – also theoretisch auch noch Sané.

          Doch die Bayern brauchen nun umso dringlicher etwas anderes, eine sofortige Verstärkung auf den Flügeln, wo sich die Altstars Arjen Robben und Franck Ribéry nach einem glorreichen Jahrzehnt verabschiedet haben. Ihre Nachfolger Kingsley Coman und Serge Gnabry haben sich als schwungvoll, aber auch als verletzungsanfällig erwiesen, so dass Kovac dringlich mindestens eine, besser zwei neue zusätzliche Optionen benötigt. Die üblichen Verdächtigen werden auf den medialen Fahndungslisten nun wieder Konjunktur bekommen. Wird man nun Hakim Ziyech zu holen versuchen, einen der Himmelsstürmer von Ajax Amsterdam? Oder Philippe Coutinho, der vor zwei Jahren aus Liverpool für fast 150 Millionen Euro als Ersatz für Neymar nach Barcelona kam? Oder gar den bei Real Madrid ausgemusterten Gareth Bale, einst der erste Hundert-Millionen-Euro-Mann des Fußballs? Die Saga geht weiter, nur ganz anders als gedacht.

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