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Bayern München : „Wir haben kein Problem Thomas Müller“

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Lange auf der Bank, dennoch gute Laune: Thomas Müller (links) scherzt mit Mats Hummels. Bild: AFP

Lange sitzt Thomas Müller auf der Bank, trifft später doch noch beim 5:1 gegen Arsenal. Dennoch ist für den Weltmeister derzeit kein Platz in der Startelf des FC Bayern. Das liegt vor allem an einem Mitspieler.

          Jetzt spürt man immer mehr, warum Pep Guardiola dieses Fußballgenie mit der legendären Forderung „Thiago oder nix!“ unbedingt nach München holen wollte – und auch bekam. Mit seinem ersten Doppelpack in der Champions League, einer Torvorlage und als umsichtiger Gestalter im Mittelfeld feierte Thiago Alcántara bei der 5:1-Gala des FC Bayern gegen den FC Arsenal auch persönlich einen ganz großen Abend. „Seine Leistung war wirklich gut. Es war perfekt“, lobte Trainer Carlo Ancelotti den Mann, der für ihn zu „den besten Mittelfeldspielern der Welt“ zählt.

          Der Nachfolger von Guardiola hat nach der Umstellung auf ein 4-2-3-1-System dort die perfekte Rolle für den 25 Jahre alten Spanier gefunden. Thiago war im Achtelfinal-Hinspiel das unverzichtbare Bindeglied zwischen Defensive und Offensive, der Mann „zwischen den Linien“, wie Ancelotti sagte. „Wir brauchen ihn für seine Kreativität, seine Pässe“, sagte Teamkollege Arjen Robben.

          Thiago Alcántara do Nascimento, der Sohn einer spanischen Volleyballspielerin und des brasilianischen Fußball-Weltmeisters Mazinho, stach aus dem erlesenen Ensemble um die ebenfalls brillanten Offensivstars Robert Lewandowski und Arjen Robben noch heraus. „Er ist ein entscheidender Faktor gewesen“, sagte Weltmeister Mats Hummels. Und in der vorderen Bayern-Reihe, die ihre Qualität wie zu besten Dominanztagen demonstrierte, ist Franck Ribéry bald als nächster Ausnahmekönner zurück.

          Wenn die Bayern feiern: Thomas Müller (rechts) bejubelt sein Tor zum 5:1.

          Endlich kann der im Sommer 2013 für rund 25 Millionen Euro vom FC Barcelona verpflichtete Thiago dauerhaft zeigen, wozu er im Stande ist. Allzu oft wurde der Lieblingsschüler Guardiolas, der Thiago immer wegen dessen Furchtlosigkeit auf dem Platz pries, von Verletzungen gestoppt. Kurioserweise kann Thiago sein wahres Können erst zeigen, seitdem Guardiola weg ist. „Natürlich bin ich sehr glücklich“, sagte der Mittelfeldstar nach einem „leidenschaftlichen“ Auftritt seines Teams.

          Dem Bruder von Barcelona-Profi Rafinha glückten beim 33. Auftritt in der Beletage des europäischen Klub-Fußballs die Treffer vier und fünf. „In der zweiten Halbzeit haben wir einfach überragend gespielt“, schwärmte Thiago.

          Jubel zweier Torschützen: Lewandowski und Thiago entscheiden das Spiel nach der Pause für Bayern.

          In dem Spielsystem, das für Weltmeister Thomas Müller prädestiniert zu sein schien, hat der bayerische Freigeist gegen den spanischen Spielmacher aktuell das Nachsehen. Nach Festspielen wie dem gegen die „Gunners“ gibt es auch keinen Grund für Ancelotti, daran etwas zu ändern. „Wir haben kein Problem Thomas Müller. Eine Mannschaft braucht 18, 20 Spieler auf Topniveau“, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge.

          Bankdrücker Müller hatte am Ende des Abends auch noch Grund zur Freude: Kurz nach seiner Einwechslung erzielte der 27-Jährige das 5:1 und sein drittes Königsklassentor in dieser Saison. „Ich glaube, dass er den Durchbruch geschafft hat“, sagte Ancelotti. „Die Geduld bei Thomas Müller wird sich auszahlen. Es ist wieder Licht im Tunnel“, pflichtete ihm Rummenigge bei. Der jubelnde Müller selbst dankte dem Vorbereiter seines Tores mit einer innigen Umarmung im Mittelkreis: Thiago hatte aus guter Position uneigennützig aufgelegt.

          Javi Martinez (links) von München und Torschütze Alexis Sanchez von Arsenal.

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