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Ter Stegen widerspricht Neuer : „Manuels Aussagen sind unpassend“

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Ebenfalls „not amused“: Barcelonas Torhüter Marc-André ter Stegen Bild: Reuters

Marc-André ter Stegen heizt den Torwartstreit mit Manuel Neuer in der deutschen Nationalmannschaft weiter an. Bei der Pressekonferenz vor dem BVB-Duell in der Champions League findet der Barcelona-Keeper deutliche Worte.

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          Marc-André ter Stegen hatte keinerlei Lust auf Fußball-Diplomatie. Mit ruhiger Stimme, aber in der Sache knallhart heizte der Schlussmann vom FC Barcelona den Streit mit seinem Rivalen und Kapitän Manuel Neuer um die Nummer eins im deutschen Tor weiter an. Was vorher ein Schwelbrand war, scheint seit Montagabend ein offenes Feuer.

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          „Ich denke nicht, dass Manu etwas zu meinen Gefühlen sagen und diese bewerten muss. Seine Aussagen sind unpassend“, sagte ter Stegen während der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Auftakt bei Borussia Dortmund (Dienstag, 21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) in aller Deutlichkeit. Ein klärendes Gespräch mit dem Platzhirsch des FC Bayern habe es noch nicht gegeben.

          Ter Stegen hatte seine unbefriedigende Reservisten-Rolle nach der jüngsten Reise zur Nationalmannschaft für die Spiele gegen die Niederlande (2:4) sowie in Nordirland (2:0) beklagt und als „schweren Schlag“ bewertet. Neuer stieß dies anscheinend auf: Er warf seinem Kontrahenten mannschaftsschädigendes Verhalten vor. Dies wiederum will ter Stegen überhaupt nicht auf sich sitzen lassen. „Fußball ist auch Leid, Freude und Enttäuschung“, sagte der 27-Jährige, der sich offensichtlich gut auf die Frage nach dem Zwist vorbereitet hatte. „Über die letzten Jahre sieht man, wie ich mich verhalten habe.“

          Damit wolle er das Thema „beenden“ – was ihm ganz sicher nicht gelingen wird. Bundestrainer Joachim Löw droht ein Kampf zweier Torhüter-Alphatiere mit offenem Visier, wie es ihn zuletzt zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann gegeben hatte. Viel Hoffnung gibt es für Marc-André ter Stegen derzeit nicht. „Ich kann ihn verstehen“, sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke zwar im Welt-Interview, „aber es ist nun mal eine Position, auf der wir stark besetzt sind und man leider nicht jedem Torhüter gerecht werden kann“.

          Die klare Botschaft dahinter: Neuer ist und bleibt die unumstrittene Nummer eins bei Löw. Doch Neuers Mahnung an ter Stegen, Torhüter müssten „Zusammenhalten“, ist von der Realität erst einmal weit entfernt. Da ist einer, der seinen Frust rauslässt und sich dann noch unnötig gemaßregelt fühlt – von seinem Rivalen.

          Der ehemalige Nationaltorhüter Bodo Illgner, einst im engen Duell mit Köpke, sieht nun vor allem Löw in der Pflicht. „Beide Torhüter haben mit Sicherheit ihren Anspruch auf die Nationalmannschaft, bringen hervorragende Leistungen. Nun sind die Trainer gefordert, ein Gleichgewicht zu finden“, sagte der Weltmeister von 1990 ebenfalls der Welt. Sollte Löw im Disput um die Hierarchie im Tor keine Einigung herbeiführen können, sei es zugunsten einer „guten Atmosphäre“ im DFB-Team „besser, wenn man auf einen der beiden verzichtet“, ergänzte Illgner.

          Für Jens Lehmann wäre dies dann ter Stegen. „Wenn beide einhundert Prozent spielen, dann ist Neuer besser. Er hat halt alles und ist komplett“, sagte der frühere Nationalkeeper bei Sky90. Lehmann zeigte aber auch Verständnis für ter Stegens Aussagen: „Ich finde es prinzipiell gut, wenn Spieler Ansprüche äußern.“

          Nach dem WM-Desaster 2018 hatte Löw ter Stegen mehr Einsatzzeit in Aussicht gestellt. In diesem Jahr durfte ter Stegen aber nur eine Halbzeit im Test gegen Serbien (1:1) auflaufen. Beim Länderspiel gegen Argentinien (9. Oktober) oder vier Tage später im EM-Qualifikationsspiel in Estland könnte ter Stegen eine neue Bewährungschance erhalten.

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