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Super League : Britische Klubs machen nicht mehr mit

  • Aktualisiert am

Logo von Manchester City im eigenen Stadion Bild: EPA

Der Kreis der elitären Zwölf bröckelt und scheint nach nicht einmal zwei Tagen Geschichte zu sein. Nachdem Manchester City den Anfang machte, ziehen sich nun auch die anderen britischen Klubs aus der Super League zurück.

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          Nach Manchester City haben sich weitere englische Topklubs von den Plänen für eine europäische Fußball-Super-League abgewendet. Auch Meister FC Liverpool, Manchester United, Tottenham Hotspur und der FC Arsenal kündigten in der Nacht zum Mittwoch an, sich von der Gründung der exklusiven Liga zu verabschieden. Als letzter Klub machte der FC Chelsea des deutschen Trainers Thomas Tuchel diesen Schritt in einer Stellungnahme auf der Homepage offiziell.

          Manchester City hatte zuvor als erster der zwölf Mitgründer nur einen Tag nach Bekanntgabe der Pläne seine Teilnahme wieder abgesagt. Auch die spanischen Klubs FC Barcelona und Atlético Madrid sollen vor dem Rückzug stehen, berichteten Medien. Damit dürfte das höchst umstrittene Projekt, das den europäischen Klub-Fußball zu spalten drohte, schon wieder vom Tisch sein.

          Zwölf europäische Spitzenklubs, darunter neben City und Chelsea der FC Liverpool, Real Madrid und Juven­­­tus Turin, hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fußball-Union Uefa. Aus der Bundesliga hatte sich kein Verein der Super League angeschlossen. Finanziert werden sollte das Milliarden-Projekt durch eine amerikanische Großbank.

          Chelsea-Ikone und Funktionär Petr Cech versucht die Fans seines Klubs zu beruhigen.
          Chelsea-Ikone und Funktionär Petr Cech versucht die Fans seines Klubs zu beruhigen. : Bild: dpa

          Schon über den Tag hinaus hatten sich die Ereignisse überschlagen. Chelsea-Fans und solidarische Anhänger anderer Vereine, die sich zum Protest gegen die Super-League-Pläne vor dem Stadion Stamford Bridge in London versammelt hatten, hatten schon vorher ihren Erfolg wie einen Sieg ihrer Mannschaft gefeiert, nachdem sie mitbekamen, dass der FC Chelsea plane, sich aus der Super League zurückzuziehen. Das zeigen Videos in sozialen Netzwerken. Insgesamt waren rund 1000 Menschen gekommen, die vor dem Londoner Stadion ihre Wut kundtaten und Schilder mit Aufschriften wie „Ruhe in Frieden Fußball 1863 – 2021“ und „Von den Armen geschaffen, von den Reichen gestohlen“ hochhielten.

          Am Abend war dann bekannt geworden, dass der Geschäftsführer Ed Woodward von Manchester United nach heftigen Fanprotesten wegen der führenden Rolle des Klubs bei der Gründung zurücktrat. Was Woodwards Rücktritt für die Rolle ManUniteds in Sachen Super League bedeutet, war zunächst unklar. Nun steht auch der Rückzug von Manchester United fest. Die amerikanischen Klubbesitzer der Glazer-Familie sollen auf Projekt gedrängt haben.

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