https://www.faz.net/-gtm-9crqc

Späte Klopp-Kritik an Ramos : „Das war schon rücksichtslos und brutal“

  • Aktualisiert am

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp und sein Torwart Loris Karius (rechts). Bild: dpa

Das schmerzhafte Finale der Champions League ist mehr als zwei Monate her. Erstmals spricht Liverpools Trainer Jürgen Klopp ausführlich darüber – und schimpft vor allem über einen.

          2 Min.

          Teammanager Jürgen Klopp hat in einer ersten öffentlichen Aufarbeitung der Niederlage mit dem FC Liverpool im Champions-League-Finale Kapitän Sergio Ramos vom Endspielsieger Real Madrid kritisiert. Der deutsche Coach warf dem Abwehrspieler nicht nur wegen der Fouls gegen seine Spieler Mohamed Salah und Loris Karius eine überharte Spielweise und außerdem eine unehrenhafte Grundhaltung vor.

          „Das war schon rücksichtslos und brutal“, sagte Klopp in Ann Arbor/Michigan vor dem Duell seines Teams bei einem Vorbereitungsturnier mit dem englischen Premier-League-Rivalen Manchester United zu den Attacken von Ramos im Finale. Salah hatte im Endspiel nach einem Sturz durch eine Ringkampf-Einlage von Ramos ausgewechselt werden müssen, ehe der deutsche Keeper Karius durch einen Ellbogenschlag von Ramos eine Gehirnerschütterung erlitt.„Den Torwart mit dem Ellbogen angehen, den besten Torschützen wie ein Wrestler abräumen und dann das Spiel gewinnen. Das ist die Geschichte des Spiels gewesen“, sagte Klopp.

          Ein Unding sind für den früheren Meister-Coach von Borussia Dortmund, der ausdrücklich die Niederlage seines Teams akzeptiert hat, Ramos“ spätere Verharmlosungsversuche zur Verschleierung einer „Sieg um jeden Preis“-Mentalität gewesen: „Er tat so, als wäre das alles normal gewesen. Das ist es aber nicht. Es ist, als ob wir, die ganze Welt, akzeptieren, dass du jede Waffe einsetzt, um ein Spiel zu gewinnen.“ Auch wenn viele die gleiche Erwartung an ihn hätten, „bin ich nicht so“, sagte Klopp.

          Klopp machte schon zuvor die Gehirnerschütterung seines Torhüters Karius für dessen Patzer verantwortlich. „Niemand glaubt, was in Kiew passiert ist. Aber es ist zu hundert Prozent wahr“, sagte der Trainer des FC Liverpool in einem BBC-Interview. „Jeder, der das mal gehabt hat, weiß, dass sich Situationen nur schwer beurteilen lassen. Du vergisst Sachen und andere müssen dir sagen, wie du dich verhalten hast.“ So sei das gewesen, aber das interessiere niemanden, sagte der 51-Jährige.

          Karius hatte bei dem Finale in der Ukraine zwei Fehler gemacht, die zu Toren für Real führten. Kurz darauf war bei ihm eine Gehirnerschütterung diagnostiziert worden, die er sich bei einem Zusammenprall mit Real-Verteidiger Sergio Ramos zugezogen haben soll. Auch in den bisherigen Vorbereitungsspielen Liverpools unterliefen Karius Fehler. Die Reds hatten erst vor Kurzem den brasilianischen Nationalkeeper Alisson als neue Nummer eins verpflichtet. „Ich denke wirklich, dass Loris zu 100 Prozent unser Torhüter ist. Daran hat sich nichts geändert. Ist das die einfachste Periode seines Lebens? Sicher nicht. Kann ihn das stärker machen? 100 Prozent ja“, meinte Klopp. „Er ist immer noch jung. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Das große Ziel ist es, diese auf den Platz zu bringen.“

          Weitere Themen

          Manchester City düpiert

          Premier League : Manchester City düpiert

          Auf dem Weg zum erhofften siebten Meistertitel passiert Dortmunds Champions-League-Gegner ein überraschender Ausrutscher – trotz Überzahl. Liverpool jubelt derweil spät. Chelsea gewinnt deutlich.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.