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Barças Sieg über Paris : Der deutsche Beitrag zum Fußball-Wunder

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Heftiger Widerstand: Schiedsrichter Deniz Aytekin (hinten) muss sich gegenüber einigen Parisern rechtfertigen. Bild: Reuters

Beim Wahnsinns-Sieg von Barça über Paris stehen auch vier Deutsche im Fokus: Schiedsrichter Aytekin entlarvt eine plumpe Schwalbe, entscheidet dann aber falsch. Trapp und Draxler stehen neben sich – und ter Stegen hat einen großen Moment.

          Zwei Elfmeter, einer davon schon in der Nachspielzeit – und dieser dann auch noch höchst umstritten. Bei der Wahnsinns-Aufholjagd des FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain stand auch der deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin mehr im Fokus, als ihm lieb sein konnte. Vor allem der zweite Strafstoß für Barça, den Neymar in der 91. Minute zum 5:1 verwandelte, löste auf Seiten der Franzosen heftige Proteste aus. „Die Schiedsrichter-Entscheidungen gingen gegen uns und wir haben alles in den letzten Minuten verloren“, sagte PSG-Trainer Unai Emery.

          Was war geschehen? Nach einem langen Ball der ohnehin zu fast jedem Zeitpunkt sehr offensiven Spanier in den Strafraum war Barcelona-Stürmer Suárez im Zweikampf mit Marquinhos zu Boden gegangen. Zwar hatte es zwischen beiden eine leichte Berührung gegeben, der Uruguayer fiel jedoch wie vom Blitz getroffen um, fasste sich erst an den Kopf, dann an den Hals – und war dabei doch lediglich an der Schulter touchiert worden. Aytekin entschied auf Elfmeter. Bereits Mitte der zweiten Hälfte hatte der Angreifer versucht, einen Elfmeter zu schinden. In dieser Szene hatte Aytekin den plumpen Täuschungsversuch jedoch entlarvt und Suárez die Gelbe Karte gezeigt.

          Bei PSG war die Entrüstung nach der Partie jedenfalls groß: „Es soll keine Entschuldigung sein, aber es war kein Foul an Suárez, wurde Verteidiger Thiago Silva auf der Vereinswebsite der Franzosen zitiert. Trotz des aus seiner Sicht unberechtigten Strafstoßes, wollte Silva den Schiedsrichter aber doch nicht für das Ausscheiden in der Champions League verantwortlich machen. „Wir dürfen dem Schiedsrichter nicht die Schuld geben, weil wir nicht in der Lage waren, unser Spiel zu spielen“, sagte er.

          Denn auch zwei der anderen drei an dem historischen Spiel beteiligten Deutschen erlebten am Mittwochabend nicht ihren besten Champions-League-Tag: So tauchte Nationalspieler Julian Draxler wie fast alle offensiven Pariser komplett unter und konnte beim 1:6 aus PSG-Sicht in keinster Weise an seinen famosen Auftritt beim 4:0-Hinspielsieg vor drei Wochen anknüpfen. Folgerichtig wurde der ehemalige Wolfsburger nach 75 Minuten ausgewechselt.

          Torhüter Kevin Trapp erlebte den Pariser Niedergang dagegen über die vollen 96 Minuten aus nächster Nähe mit und war zumindest an zwei seiner insgesamt sechs Gegentoren nicht gänzlich unbeteiligt. Beim ersten Tor von Suárez verließ Trapp nur zögerlich die Torlinie und ließ sich dann von dem Barca-Angreifer überköpfen. Und auch beim gut plazierten Freistoßtor von Neymar zum zwischenzeitlichen 4:1 (88.) bewegte sich der frühere Frankfurter zu spät, um noch eine Chance auf den Ball zu bekommen.

          Am Boden zerstört: Kevin Trapp nach der historischen Niederlage Bilderstrecke

          Anders als seine deutschen Rivalen auf dem Spielfeld beendete Marc-André ter Stegen das dramatische Wechselbad der Gefühle schließlich im größten Glücksrausch. „Mir fehlen ein bisschen die Worte. Es war das emotionale Ende eines großen Spiels. Keiner hatte mehr gedacht, dass wir es noch packen“, sagte ter Stegen später im Fernsehinterview.

          Während des mehr als anderthalbstündigen Sturmlaufs seiner Teamkollegen war der Schlussmann des FC Barcelona zwar zumeist unbeschäftigt, reagierte dann in einer Situation jedoch glänzend. War ter Stegen beim Treffer zum 3:1 durch Edinson Cavani (62.) noch machtlos, bewahrte der National-Torhüter seine Mannschaft kurz darauf gegen den PSG-Stürmer mit einer reaktionsschnellen Fußabwehr vor dem möglichen 3:2. Bei einem zweiten Pariser Treffer hätten die Katalanen schon sieben Tore schießen müssen, um das Hinspielergebnis noch umzubiegen. Aber – vielleicht hätten sie auch das noch geschafft.

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