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Ärger in der Ukraine : Ein Skandal vor dem Champions-League-Finale

  • -Aktualisiert am

Vitali Klitschko (rechts), Bürgermeister von Kiew, mit dem Präsidenten des ukrainischen Fußball-Verbandes, Andrij Pawelko. Bild: AP

Vier Jahre nach der Maidan-Revolution spiegelt die Entwicklung des ukrainischen Fußballs die Politik des Landes. Vor dem Champions-League-Finale in Kiew dreht sich alles um eine tickende Zeitbombe.

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          Nichts sollte größer sein im ukrainischen Fußball als die Begegnung zwischen Dynamo Kiew und Schachtar Donezk. Dank des Geldes des Kohle-Oligarchen Rinat Achmetow wurde Schachtar zur Erfolgsgeschichte des jungen Jahrhunderts: Mit elf Meistertiteln seit 2002 sowie dem Gewinn des Uefa-Pokals 2009 stellte Schachtar den ukrainischen Rekordmeister in den Schatten. Nicht nur Schachtars Erfolge und Ambitionen machten die Fans der beiden Vereine zu Erzrivalen – dafür sorgte auch die umstrittene Person Achmetows. Er, der „König des Donbass“, war einst einer der engsten Verbündeten des geflüchteten früheren Präsidenten Viktor Janukowitsch, kam bei den Kiewern, deren Dynamo als erfolgreichster Klub der Sowjetunion gilt, überhaupt nicht an.

          Doch als Dynamo und Schachtar am vergangenen Samstag zum Liga-Abschluss im Kiewer Lobanowskyj-Stadion unweit vom berühmten Maidan Nesaleschnosti spielten, war davon in der ukrainischen Hauptstadt wenig zu spüren. Während das Olympiskyj, das EM-Finalstadion von 2012, für das Finale der Champions League vorbereitet wurde, mussten die Mannschaften in der alten Heimat von Dynamo spielen – und das deutlich kleinere Stadion war nicht mal ausverkauft. Schachtar hatte die Meisterschaft bereits für sich entschieden, zudem spielen Donezk und Kiew seit der Verkleinerung der Liga von 16 auf zwölf Mannschaften deutlich öfter gegeneinander. Das dem Champions-League-Finale gewidmete Konzert mit dem britischen Sänger John Newman („Love Me Again“) als Headliner am selben Abend hat dem ukrainischen Klassiker ebenfalls Zuschauer gestohlen. Dynamos Sieg (2:1) gegen seinen wichtigsten Gegner blieb in Kiew nahezu unbemerkt.

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