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Champions-League-Halbfinale : Zwei Volltreffer von Ronaldo reichen nicht

Cristiano Ronaldo trifft zwar, Real Madrid aber verliert in Turin Bild: Reuters

Die Abwehr? Löchrig. Der Sturm? Wenig gefährlich. Beim 1:2 in Turin im Halbfinal-Hinspiel der Champions League macht Real Madrid niemandem Angst. Nur Ronaldo ist ein Lichtblick. Doch die Statistiken machen wenig Mut.

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          Cristiano Ronaldo landete am Dienstagabend in Turin gleich zwei Volltreffer – und stapfte nach dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League dennoch missmutig vom Platz. Erst erzielte der Portugiese im Duell mit Juventus das zwischenzeitliche 1:1, wenig später traf er Martin Atkinson bei einem Pass mit voller Wucht. Der Schiedsrichter schüttelte sich kurz, schaute zu Ronaldo und hob den Daumen – nichts passiert. Es war nicht das einzige Missgeschick von Real Madrid. Nach der 1:2-Niederlage im ersten von zwei Duellen mit Juve ist der Weg ins Endspiel von Berlin am 6. Juni ein beschwerlicher.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Die Statistiken machen Real wenig Mut – und dabei ist nicht alleine die gemeint, die auswies, dass die Juventus-Spieler am Dienstag im Spiel 7,6 Kilometer mehr liefen als ihre Gegner aus Madrid. In den vergangenen drei Halbfinal-Duellen mit italienischen Klubs schieden die „Königlichen“ aus. Und schon zum achten Mal verlor Madrid in der Königsklasse ein Hinspiel in der Vorschlussrunde – und verpasste danach immer das Finale, wie 2012 gegen die Bayern und 2013 gegen Dortmund. Klar ist auch: Was die „Königlichen“ zeigten, lässt weder die Turiner noch die anderen Halbfinal-Kontrahenten Barcelona und Bayern, die sich an diesem Mittwoch (20.45 Uhr / Live bei ZDF, Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) gegenüberstehen, vor Angst erstarren.

          Schlusspunkt: Carlos Tevez feiert sich selbst nach seinem verwandelten Strafstoß zum 2:1 Bilderstrecke

          Allerdings: Ronaldo hielt Real mit seinem Tor im Rennen, schließlich würde schon ein 1:0 im Rückspiel am kommenden Mittwoch in Madrid reichen, um das Ticket für Berlin zu lösen. Der Weltfußballer war nach einer herausragenden Kombination – Real spielte 27 Pässe ohne dass ein Gegner an den Ball kam – in der 27. Minute mit dem Kopf zur Stelle. Es war schon sein 76. Treffer in der Champions League. Damit übernahm er erstmals die alleinige Führung in der ewigen Torjägerliste dieses Wettbewerbs vor Lionel Messi (75), der am Mittwoch mit Barcelona gegen die Münchner antritt.

          Abgesehen vom 1:1 aber passte sich auch Ronaldo der mauen Leistung seiner Kollegen an. In der zweiten Halbzeit hatte er keinen einzigen Ballkontakt im gegnerischen Strafraum. Ganz im Gegensatz zu Juventus, die entgegen des italienischen Fußballer-Naturells nicht nur auf Defensive setzten. Lohn für eine forsche Anfangsphase war das 1:0 durch Alvaro Morata, der erst vor der Saison von Real nach Turin gewechselt war. Bei solchen Leistungen ist es nicht völlig unwahrscheinlich, dass Madrid die Rückkaufoption für 30 Millionen Euro, die man jeweils im Sommer 2016 und 2017 besitzt, zieht. Aufgrund seiner Vergangenheit verzichtete er auf den Torjubel. „Es war ein schöner Abend, weil wir gewonnen haben, nicht nur wegen meines Tors“, sagte Morata, der schon im Achtelfinale gegen Dortmund zwei Mal traf.

          Auch in der zweiten Halbzeit vertraute Juventus nicht alleine den defensiven Grundtugenden. Bei einem Konter lief Carlos Tevez davon und wurde erst im Strafraum von Daniel Carvajal gestoppt. Unnötig, weil der Stürmer schon leicht vom Tor abgedrängt worden war. Doch Carvajal führte den Zweikampf, und Schiedsrichter Atkinson entschied auf Elfmeter, den der Gefoulte selbst schoss (57.). Erst danach machte Turin mit einer Fünferkette hinten dicht. Real half auch die Einwechslung von Javier Hernandez, der das Viertelfinale gegen Atlético Madrid entschieden hatte, nicht weiter.

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