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Supercup gegen Atlético : Real Madrids ungewisse Zukunft ohne Ronaldo

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„50 Tore pro Saison sind nicht einfach zu übertragen“: Toni Kroos vermisst Cristiano Ronaldo. Bild: Picture-Alliance

In neun Jahren schoss er 450 Tore. Nun treten die „Königlichen“ im Supercup gegen Atlético ohne Cristiano Ronaldo an. Dabei geht fast unter, dass Real Madrid noch ein wichtiger Akteur fehlt.

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          Julen Lopetegui gibt sich erst gar keinen Träumereien hin. Er nimmt den Druck an, erhöht ihn sogar noch einmal. „Wir haben die Verpflichtung, alles zu gewinnen“, sagte der neue Trainer von Real Madrid. Die Mensch gewordene Tormaschine Cristiano Ronaldo ist zwar Geschichte, die Ziele bei den Königlichen sind aber geblieben. Titel. Titel. Titel. Und als Nachfolger von Zinedine Zidane soll Lopetegui dafür sorgen, dass Real auch ohne Ronaldo mindestens so erfolgreich ist wie mit ihm. „Es ist eine spannende Aufgabe, ohne Cristiano oben zu bleiben“, sagte Lopetegui vor dem europäischen Supercup gegen den Stadtrivalen Atletico Madrid in Tallinn an diesem Mittwoch (21.00 Uhr bei Sky und DAZN). Es ist Reals erstes Pflichtspiel ohne den Weltfußballer, den es zu Juventus Turin gezogen hat. Und die Zeiten eines Alleinunterhalters sind unter Lopetegui damit auch vorbei: „Wir werden den Teamgedanken stärken.“

          Die Verantwortlichen sind mit dem Verlust des teuren Superstars bisher erstaunlich gelassen umgegangen. Allerdings wurde ja auch noch keine Partien ausgetragen, in denen der Portugiese hätte vermisst werden können. Toni Kroos ließ allerdings schon durchblicken, dass ein Ronaldo nicht ohne Weiteres zu ersetzen ist. „50 Tore pro Saison sind nicht einfach zu übertragen. Cristiano war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Baustein in unserem Team und mitentscheidend für unsere Erfolge“, sagte der Ex-Weltmeister dem kicker. Dennoch ist Kroos „von unserer Mannschaft absolut überzeugt. Wir werden auch dieses Jahr wieder schwer zu schlagen sein.“

          Robert Lewandowski, Eden Hazard, Neymar oder Jungstar Kylian Mbappe – viele prominente Namen wurden als Ronaldo-Nachfolger in Madrid gehandelt. Gekommen ist aber niemand. Real agiert ohnehin bisher überraschend zögerlich auf dem Transfermarkt. Dies könnte sich bis Ende August aber noch ändern. „Real Madrid schaut immer auf seine Jugend. Eine andere Sache ist aber die Zusammenstellung unseres finalen Kaders“, sagte Lopetegui: „Im Laufe des Monats werden wir Entscheidungen treffen.“

          Der 51-Jährige wünscht sich angeblich noch drei Neue: Für Abwehr, Mittelfeld und Angriff. Unter anderem soll für den Sturm Mauro Icardi von Inter Mailand im Gespräch sein. Prominentester Neuzugang bisher ist Torwart Thibaut Courtois, der Belgier kam vom FC Chelsea zurück nach Madrid. Und trifft in Tallinn nun auf seinen früheren Klub Atletico.

          Ohne Ronaldo sieht die Sportzeitung Marca nun den „Moment“ von Gareth Bale im Angriff gekommen. Seit fünf Jahren stand der Waliser im Schatten von „CR7“, nun baut Lopetegui um ihn offenbar die Offensive auf. „Gareth ist engagiert und hat Lust, eine großartige Saison zu spielen. Er trainiert sehr gut – so muss es weitergehen“, sagte Lopetegui. Die Verantwortung aber soll aufgeteilt werden, neben Bale und Karim Benzema bekam zuletzt Marco Asensio das Vertrauen in der offensiven Dreierreihe. Und der Supercup soll der Beginn einer neuen Ära werden.

          In der kleinen, nur 13 000 Zuschauer fassenden Le Coq Arena der estnischen Hauptstadt, wo er 2012 als Trainer der spanischen U-19-Auswahl die EM gewann, wird Lopetegui im insgesamt 216. offiziellen Madrider Stadtderby auf den verletzten Álvaro Odriozola verzichten müssen und Kroatiens WM-Star Luka Modric wegen späten Trainingsbeginns zunächst auf der Bank lassen. Europa-League-Sieger Atlético um Trainer Diego Simeone, der wegen einer Sperre auf der Tribüne Platz nehmen muss, setzt wie in der Vergangenheit auf eine starke Abwehr sowie auf seine Doppelspitze mit Weltmeister Antoine Griezmann und Diego Costa.

          Wer den 58 Zentimeter hohen und 12,2 Kilogramm schweren Pokal in die Höhe recken wird, wird erst am Mittwochabend feststehen. Etwas wird sich beim Uefa-Supercup aber wieder nicht ändern: Zum fünften Mal in Serie wird ein Verein der Primera División den Titel holen. Die Teams der LaLiga werden somit neun der letzten zehn Spiele um den Uefa-Super-Cup gewonnen haben. In die Phalanx der Spanier konnte in dieser Zeit nur der FC Bayern München 2013 eindringen. In den letzten neun Jahren gab es drei Triumphe für Real (zuletzt zweimal in Serie), drei für den FC Barcelona und zwei für Atlético. Es wird der insgesamt 15. Triumph für eine spanisches Team sein.

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