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Real Madrid : Explosion und Evolution des Cristiano Ronaldo

Erfolg, sei umschlungen: Cristiano Ronaldo steht nicht nur bei Real Madrid im Mittelpunkt Bild: Reuters

Cristiano Ronaldo ist mehr als „jung, hübsch und reich“. Er hat auf höchstem Niveau eine sportliche Weiterentwicklung vollzogen, die staunen lässt. Am Mittwochabend steht er mit Real Madrid im Champions-League-Spiel in Liverpool (20.45 Uhr) auf der Probe.

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          Auf den ersten Blick könnte es so erscheinen, als wäre Cristiano Ronaldo immer derselbe: gepflegt und gecremt, gut gebräunt sowieso, oft mit interessanten Haarkreationen und dazu dieser unnachahmlichen kindlichen Eitelkeit, die bei vielen Frauen (und vielen Männern) so gut ankommt.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Zuletzt hat der portugiesische Superstar, der in der EM-Qualifikation gegen Dänemark mit seinem Kopfballtor in allerletzter Minute Portugal den 1:0-Sieg schenkte, einen weiteren Rekord eingefahren: Als einziger Sportler der Welt hat er hundert Millionen Follower bei Facebook und liegt damit in der Promi-Rangliste auf Rang zwei hinter der Popsängerin Shakira. Mesut Özil, mit 26 Millionen Facebook-Fans der Beste unter den deutschen Fußballern, ist keine Konkurrenz für die Mitglieder des Hundertmillionen-Klubs.

          Doch die wichtigsten Ziele des Neunundzwanzigjährigen, der mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von einer Milliarde Euro schon eine Schallmauer durchbrach, liegen im sportlichen Bereich. Nach gut fünf Jahren bei Real Madrid lässt sich von einer beeindruckenden Evolution sprechen. Am Anfang nämlich herrschte unter den Real-Anhängern neben dem Jubel über die vielen Tore ein Ressentiment der Spanier gegenüber dem Portugiesen - und eine gewisse hochnäsige Skepsis des hartgesottenen Fußballfans gegenüber dem viel zu schönen Star.

          Ja, Cristiano Ronaldo sah eindeutig besser aus, als man zum Fußballspielen unbedingt aussehen muss. Und dann war er in jungen Jahren auch noch so ungeschickt, öffentlich zu erklären, man beneide ihn doch nur, weil er „jung, hübsch und reich“ sei. All das hat ihm neben der Bewunderung für seine phänomenale Schusstechnik und seine beeindruckende Athletik auch Spott eingetragen.

          Tränen bei der Verleihung des Goldenen Balles 2013 als Weltfußballer

          Jung, hübsch und noch viel reicher darf man ihn zwar weiterhin nennen, doch inzwischen hat sich in seinem Leben etwas verändert: Er ist mit den Jahren immer besser geworden, und die Leute haben es gemerkt. Dafür bekam er letztes Jahr den „Ballon d’Or“, den ihm vorher viel zu oft sein Konkurrent Leo Messi weggeschnappt hat. Allein sein sensationelles Spiel beim 3:2 vor knapp einem Jahr gegen Schweden, als es um das WM-Ticket nach Brasilien ging und er den Gegner mit drei Traumtoren im Alleingang bezwang, stellte eine neue Qualitätsstufe dar.

          Kaum hatte Ronaldo gemerkt, dass er als Sportler wirklich angekommen war, durfte er sich momentweise von seinem Superstar-Sein entspannen und zugeben, dass auch er Fehler mache, und eine der Sachen, die ihm leid täten, so sagte er letztes Jahr nach dem Gewinn des Goldenen Balles in einem Anfall von Offenherzigkeit, sei dieser dumme Satz mit dem „jung, hübsch und reich“ gewesen.

          Auch Portugal sicherte er zuletzt in Dänemark den Sieg – in der 95. Minute

          Wenn das schon zum Staunen war, so war es noch längst nicht das Ende. Denn auch von seinen Tränen bei der Preisverleihung konnte er jetzt sprechen, von Emotionen, von seinem Sohn, der sein Leben verändert habe. Und dann holte er, den nicht einmal eine langwierige Verletzung stoppen konnte, mit Real die ersehnte „Décima“, den zehnten Gewinn der Champions League, vormals Europapokal der Landesmeister. Es folgte die Rückkehr zur Erde mit Portugals verpatzter WM. Doch bald schon ging es wieder höhenwärts. Beim letzten Heimspiel etwa, dem 5:0 gegen Bilbao, schoss er drei Tore und lieferte seinen 26. Hattrick bei Real. Mit dem gleichen Ergebnis siegte Madrid am Samstag in Levante, Ronaldo traf zwei Mal.

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