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Champions League : Das „absolute Fiasko“ für Real Madrid

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Vinicius junior leidet sichtbar unter seiner Verletzung und dem Aus von Real Madrid. Bild: Reuters

Nach dem blamablen Aus in der Champions League wird der Serien-Sieger zum Gespött. Die Niederlage gegen Ajax Amsterdam ist das Ende einer Ära. Nun stellen sich bei Real Madrid einige Fragen.

          Die spanische Sportpresse ist nicht dafür bekannt, dass sie ein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es etwas zu kritisieren gibt. Und so war es nicht verwunderlich, als am Morgen die Blätter an den Kiosken auslagen, dass Real Madrid das Urteil zum Aus in der Champions League empfing: Die Sportzeitung „AS“ bezeichnet die 1:4-Niederlage des Titelverteidigers im Achtelfinal-Rückspiel gegen Ajax Amsterdam als „dröhnende Niederlage“. Das Blatt erwartet, dass nach der „Niederlage des Jahrhunderts Köpfe rollen werden“.

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          „Ajax reißt Real das Herz heraus“, schreibt „Marca“ nach der höchsten Heim-Niederlage Madrids in der Champions League, die der spanische Klub zuletzt dreimal gewonnen hatte. Einen „totalen Schiffbruch“ attestiert „El Mundo Deportivo“ und bezeichnete die Niederlage gegen das stark aufspielende niederländische Team als „absolutes Fiasko“. Wer hoch aufsteigt in den Fußball-Olymp, der fällt zumeist umso härter, wenn es mal nicht mehr so läuft. Die „Königlichen“ hatten drei Mal in Serie die Königsklasse gewonnen. Wie unglaublich diese Leistung war, verdeutlicht schon die Tatsache, dass seit Einführung der Champions League im Jahr 1992 nie einem Klub die erfolgreiche Titelverteidigung gelungen war. Real gewann nun gar 2016, 2017 und 2018. Und davor auch im Jahr 2014.

          Umso schmerzlicher war das, was die Spieler am Dienstagabend ablieferten. Sinnbildlich war die Szene kurz vor Schluss, als Ajax-Jungstar Frenkie de Jong, der in der kommenden Saison beim FC Barcelona spielen wird, im Leichtsinn des sicheren Sieges den Ball am eigenen Strafraum vertändelte. Luka Modrid, Weltfußballer, schnappte ihn sich und lief mit Karim Benzema alleine auf das Tor der Niederländer zu. Doch Modrics Pass missriet derart, dass der Franzose am Ende auf dem Hosenboden lag – und der Ball nicht im Tor. Es war das Sinnbild einer völlig verkorksten Saison.

          Nach dem Scheitern im spanischen Pokal und bei zwölf Punkten Rückstand in der Meisterschaft auf den FC Barcelona hat Madrid in dieser Saison keine realistische Chance mehr auf einen Titel. Die Zeit von Interimstrainer Santiago Solari dürfte spätestens im Mai ablaufen. Spannend wird auch sein, wie sich der Kader verändert. Parallelen zur deutschen Nationalmannschaft sind unübersehbar. Die alten Helden sind müde, ein Umbruch, den Bundestrainer Joachim Löw nun mit Verzögerung nach dem WM-Debakel vollzieht, ist auch bei Real Madrid bitter nötig. Trainer Solari schloss einen Rücktritt aus. „Ich bin nicht hierhergekommen und habe den Klub in einer schwierigen Phase übernommen, um aufzugeben“, sagte der 42-Jährige. „Es stimmt, der Rückstand ist groß. Aber wir müssen damit professionell umgehen. Real Madrid kommt immer zurück, Real Madrid ist größer als wir alle, als die Spieler, die Trainer. Wir kommen immer zurück.“

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