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„Finale“ in Champions League : Wo liegt der Gipfel für Leipzig?

  • -Aktualisiert am

Leipziger Gipfelstürmer: Für RB geht es derzeit stets voran mit der Entwicklung. Bild: AP

In der nationalen Spitze hat sich RB nachhaltig etabliert. In der Champions League soll dies nun ebenfalls gelingen. Gegen Manchester United ist Leipzig für manche schon der Favorit. Doch es steht einiges auf dem Spiel.

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          An diesem Dienstagabend, wenn RB Leipzig gegen Manchester United (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League spielt, werden die Leipziger in verschiedenen Teilen des Landes wohl prominente Unterstützer vor den Fernsehgeräten sitzen haben. Im Süden etwa, dem Hoheitsgebiet des FC Bayern, oder im Westen, wo Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sehr viel an einem Leipziger Erfolg liegen dürfte. Aus Eigennutz, versteht sich. Nichts dürfte den anderen Anwärtern um die deutsche Meisterschaft mehr Unbehagen bereiten, als im neuen Jahr gegen ausgeruhte Leipziger ins Gefecht ziehen zu müssen.

          Champions League

          Wenn das vergangene Wochenende eine sportliche Erkenntnis gebracht hat, dann die, dass RB endgültig und nachhaltig in der nationalen Spitze angekommen ist und auch international Ansprüche geltend machen darf. Hatte es dafür noch eines Beweises bedurft, erbrachten ihn die Leipziger eindrucksvoll in München, wo sie beim 3:3 gegen den FC Bayern lange Zeit die frischere Mannschaft stellten, trotz 16 Pflichtspielen in den vergangenen 12 Wochen.

          Als „richtige Maschinen“ hat Trainer Julian Nagelsmann seine Spieler bezeichnet, die seit Wochen immer wieder aufs Neue ihre Grenzen ausloten. Wo die liegen, ist eine Frage, die nicht nur den Leipziger Trainer beschäftigt. Der Dienstag könnte interessante Erkenntnisse liefern. Gelingt RB auch in der nach allgemeinem Dafürhalten stärksten Gruppe des Wettbewerbs mit Manchester United, Paris St-Germain und Istanbul Basaksehir ein sportliches Ausrufezeichen?

          Es wäre die Fortschreibung einer Geschichte, die sich im August an ihrem Ende wähnte. Nach Jahren des stetigen Aufs schien Leipzig mit dem Erreichen des Halbfinales einen Berg erklommen zu haben, der keine weiteren Gipfel mehr vorsah. Zu eindeutig war das Aus gegen die Individualisten von Paris St-Germain, und auch der Umstand, dass man sich auf dem Transfermarkt lange Zeit schwertat, verstärkte eher den Eindruck, dass Leipzig eine schwierige Saison bevorstehen könnte.

          „Pflichtsieg“ gegen Manchester United

          Zumal in der Champions League schon öfter Mannschaften ins Halbfinale vorgedrungen sind, von denen das nicht unbedingt erwartet wurde. Bestätigen konnten sie den Erfolg meist nicht, aber Leipzig erweckt allen Vermutungen zum Trotz unter Nagelsmann nicht den Eindruck, ein temporäres Phänomen an der Spitze zu sein. Sollte Leipzig nun in einer Gruppe mit Manchester und Paris St-Germain abermals weiterkommen, wäre das auch ein deutliches Signal an die internationale Konkurrenz. Die Ausgangslage ist klar, es bedarf eines Sieges, um ganz sicher ins Achtelfinale einzuziehen. Unter Umständen könnte auch ein Unentschieden genügen. Dafür müsste aber Paris im Parallelspiel gegen Basaksehir verlieren.

          Dass Nagelsmann in München nach gut einer Stunde damit begann, wichtige Spieler wie den an diesem Tag überragenden Emil Forsberg vom Feld zu nehmen, um sie für das Aufeinandertreffen mit Manchester zu schonen, zeugt vom neuen Leipziger Selbstverständnis. In jedem Fall möchte RB in der Champions League überwintern. Auch dann, wenn ein Weiterkommen einen deutlichen Nachteil im Kampf um die deutsche Meisterschaft bedeuten würde. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass ausgeruhte Leipziger dem FC Bayern über 34 Spieltage eher Gegenwehr bieten könnten. Davon aber möchte Nagelsmann nichts wissen, vor dem Spiel gegen Manchester spricht er von einem „Pflichtsieg“. Nicht, weil der Gegner von geringem Kaliber ist, sondern weil das mögliche Erreichen des Achtelfinales noch immer etwas Besonderes ist für einen Klub, der erst seit elf Jahren existiert.

          In den vergangenen Jahren spielte RB immer recht passabel mit, in den entscheidenden Momenten war die Mannschaft dann aber nicht zur Stelle oder wurde in den direkten Duellen von der Konkurrenz ordentlich zurechtgestutzt. So wie beim 0:5 in Manchester vor einigen Wochen. Von der hohen Niederlage weiß man heute, dass sie nur als Betriebsunfall zu werten ist. Auch fiel sie, gemessen am Spielverlauf, deutlich zu hoch aus.

          Die Verantwortlichen reagierten besonnen, und die Mannschaft verlor sich anschließend in keiner Formkrise. Sie sammelte weiter ihre Punkte in den Wettbewerben, was die Anerkennung als Spitzenmannschaft weit über Fachkreise hinaus festigte. Zum Ärger von allen, die es gewohnt waren, mit RB als Außenseiter Geld zu verdienen. Wer am Dienstag auf einen Sieg von Leipzig gegen Manchester wettet, bekommt weniger zurück als gewohnt. Bei diversen Wettanbietern ist RB gegen den englischen Rekordmeister und mehrmaligen Europapokalsieger Favorit.

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