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Champions League : Kuriose Trikot-Panne bei RB Leipzig in London

  • Aktualisiert am

Weiß statt gelb und rot: Lukas Klostermann (links) trägt das „falsche“ Trikot. Bild: Reuters

Sportlich läuft es für Leipzig beim Hinspiel im Achtelfinale. Nach dem 1:0 bei Tottenham winkt die nächste Runde. Probleme gibt es nur mit der Spielkleidung in London. Zudem macht ein Verletzter Sorgen.

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          An einem glanzvollen Abend auf der größten europäischen Fußball-Bühne fiel nur die Dienstkleidung von RB Leipzig aus der Reihe. Beim 1:0-Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Tottenham Hotspur liefen Torschütze Timo Werner (58. Minute/Elfmeter), Christopher Nkunku und Nationalspieler Lukas Klostermann mit anderer Trikot-Werbung auf als der Rest der Mannschaft. Das Logo das Hauptsponsors war weiß, nicht rot und gelb wie bei den Mitspielern. Werner und Nkunku bekamen später die richtigen Trikots, Klostermann spielte bis zum Ende mit dem falschen.

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          „Ich habe mit den Zeugwarten gesprochen. Auf dem Weg vom Hotel ist die Kiste mit den komplett richtigen Trikots abhandengekommen. Da müssen wir mal auf die Suche gehen, wo die hin ist. Die zwei Spürnasen sind schon unterwegs, damit wir im Rückspiel die richtigen Trikots anhaben“, sagte der gelöst wirkende Trainer Julian Nagelsmann. Es sollte die einzige Panne während des beeindruckenden Auftritts bleiben, der RB im Rückspiel die Favoritenrolle beschert.

          Leipzig dominierte die Londoner Vorjahresfinalisten teilweise nach Belieben. Bereits nach zwei Minuten standen drei Großchancen in der Statistik. Der Ball wollte nicht rein, aber die Mannschaft blieb ruhig. „In solchen Situationen werden junge Mannschaften oft ungeduldig. Doch wir haben es nicht übertrieben“, befand Nagelsmann.

          Auch wenn letztlich noch ein Treffer per Strafstoß gelang: Es war mehr drin an diesem Abend. Immerhin geht RB nun mit einem Sieg und einem wichtigen Auswärtstor in das zweite Duell am 10. März. „Wir freuen uns über den ersten Schritt. Im Rückspiel wird Tottenham anders spielen“, sagte Torwart Peter Gulacsi. Man müsse sich auf ein schweres Spiel einstellen.

          Am Mittwochabend fiel Tottenham über weite Strecken vor allem mit Passivität auf. Erst in der Schlussviertelstunde übernahm das Team aus der Premier League die Initiative – ohne sich immens große Chancen zu erarbeiten. „Wir haben gemerkt, dass Tottenham schlagbar ist. Trotzdem hatte ich in der Kabine nicht das Gefühl, dass meine Mannschaft das Rückspiel jetzt auf die leichte Schulter nimmt“ betonte Nagelsmann.

          Auch Tottenhams Star-Trainer José Mourinho zeigte sich trotz der mäßigen Leistung optimistisch. „Wir haben 0:1 und nicht 0:10 verloren. Es ist immer noch ein offenes Duell“, sagte der Portugiese. Seine Mannschaft werde in Leipzig ans Limit gehen. Das wird nach dieser RB-Vorstellung auch nötig sein.

          Eine schlechte Nachricht für Leipzig gab es aber doch noch. RB bangt vor dem Spiel in der Bundesliga am Samstag bei Schalke 04 um den Einsatz von Konrad Laimer. Der Mittelfeldspieler hat sich in London bei einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler eine Verletzung an der linken Schulter zugezogen und musste in der 83. Minute ausgewechselt werden. „Es sieht nicht so dramatisch aus, etwas blau, es ist eine unangenehme Stelle. Wir schauen jetzt mal, wie es für das Wochenende in Schalke aussieht“, meinte Nagelsmann.

          Leipzigs Fußball-Boss Oliver Mintzlaff lobte derweil Torschütze Werner in den höchsten Tönen. „Wenn ich über Timo nachdenke, habe ich jedes Mal ein Strahlen im Gesicht“, sagte Mintzlaff nach dem Spiel. „Seit er bei uns ist, hat er extrem viel zu dem beigetragen, was wir erreicht haben.“ Mintzlaff forderte allerdings auch Nachsicht für seinen Angreifer. „Dass Timo keine Maschine ist und es immer mal wieder kleine Tiefs gibt, gehört auch zum Sport dazu.“

          Der Vorstandschef sieht gute Chancen auf ein Weiterkommen, warnte aber auch vor verfrühter Begeisterung. „Wir sind sehr zufrieden. Ich hatte heute nie das Gefühl, dass wir verlieren könnten. Das gibt uns ein sehr gutes Gefühl“, sagte Mintzlaff und sah die Chance zum Weiterkommen für das Rückspiel bei „60:40“. Die Hälfte der Strecke sei gut zurückgelegt, „wir müssen das jetzt noch in Leipzig bestätigen.“

          Als neues Ajax Amsterdam, das in der vergangenen Saison in der Champions League überraschend bis ins Halbfinale gestürmt war, sieht Mintzlaff seinen Klub aber nicht. „Wir wollen gar nicht das neue Ajax sein“, sagte der 44-Jährige: „Wir sind RB Leipzig. Ich glaube, dass wir mit unserer Philosophie und unserem Auftreten für uns selber stehen. Wenn wir diesen Weg weitergehen, dann können wir noch viel erreichen.“

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