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Presse zu Rassismus-Eklat : „Die Menschheit applaudiert euch“

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Debatte vor dem Abbruch: Schiedsrichter Ovidiu Hategan (links) und die Spieler von Basaksehir. Bild: AFP

Der Rassismus-Eklat in der Champions League mit Abbruch des Spiels in Paris erschüttert auch die internationalen Medien. Die in der Türkei loben die Spieler, die vom Rasen gehen, die rumänischen fokussieren sich auf den Vierten Offiziellen.

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          Das Duell zwischen Paris Saint-Germain und Istanbul Basaksehir in der Champions League wird von einem Rassismus-Skandal überschattet und danach abgebrochen. Der Vierte Offizielle des Schiedsrichter-Teams soll den Assistenztrainer des türkischen Klubs, Pierre Webo rassistisch beleidigt haben. Die Spieler verließen den Platz, die Franzosen schlossen sich an. Das schreiben die internationalen Medien.

          Frankreich

          Le Parisien: „No to racism“. „Nein zu Rassismus“. Eine klare Botschaft, die die Uefa vor einigen Jahren auswählte, wurde am Dienstagabend gemeinsam von Basaksehir, PSG und Presnel Kimpembe über die sozialen Medien verbreitet. Die Solidarität der beiden Klubs wurde sowohl im Internet als auch auf den Fernsehkameras für die ganze Welt sichtbar.“

          Champions League

          Türkei

          Hürriyet: „Wir haben dem rassistischen Schiedsrichter eine Lektion erteilt. Die Menschheit applaudiert euch. Gestern Abend war die Uefa Champions League eine Bühne für den Widerstand von Basaksehir gegen Rassismus und für Ehre.“

          Sabah: „Applaus für euch (Spieler, Anm. d. Red.), historische Schmach für dich (Vierter Offizielle Sebastian Coltescu)!“

          Spanien

          AS: „Stoppt den Rassismus! Der Skandal im Park der Prinzen erschütterte den Fußballplaneten auch außerhalb des Feldes.“

          Sport: „Skandal! Schiedsrichter-Rassismus bei PSG gegen Basaksehir. Der Vierte Offizielle Sebastian Coltescu bezeichnet Istanbuls Ko-Trainer Webo als „schwarzen Mann“ und sorgt so dafür, dass beide Teams sich weigern, die Partie fortzusetzen.“

          El Mundo: „Das gab es noch nie: Erstmals wird ein Spiel auf allerhöchstem Niveau wegen eines rassistischen Vorfalls, der von einem Schiedsrichter ausging, abgebrochen.“

          Italien

          Gazzetta dello Sport: „Die rassistische Äußerung gegenüber Pierre Webo ist ein präzedenzloser Fall bei einem Match der Uefa, die seit Jahrzehnten an vorderster Front im Kampf gegen Diskriminierung kämpft. Der Rückzug beider Mannschaften ist ein vorbildliches und historisches Verhalten beim wichtigsten Fußballwettbewerb Europas.“

          Corriere dello Sport: „In Paris geschieht das, was die Uefa nie erwartet hätte. Etwas, das gegen jede Sensibilisierungskampagne verstößt, für die sich Europas Fußballverband seit jeher einsetzt. Diesmal macht sich der Vierte Offizielle für Rassismus verantwortlich, ausgerechnet derjenige, der sich dafür einsetzen müsste, damit die Regeln respektiert werden.“

          Il Messaggero: „Ein beispielloser Vorfall überschattet das Match im Prinzenpark, und es kommt zu einer surrealen Situation. Aus Protest gegen den Vierten Offiziellen zieht sich Basaksehir vom Spielfeld zurück, gefolgt von PSG. Und dies unter dem Applaus der Anwesenden.“

          Rumänien

          ProSport: „Sebastian Coltescu hatte 2020 zahlreiche Probleme. Er verlor seine Eltern und ließ sich von seiner Frau scheiden, mit der er eine Tochter hat. Zudem wurde er im vergangenen Monat von der Fifa-Liste gestrichen. Nun steht er im Zentrum eines Rassismus-Skandals, der zum Abbruch zwischen PSG und Basaksehir geführt hat.“

          Champions League

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          Unser Autor: Jasper von Altenbockum

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