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Ärger bei Borussia Dortmund : Die Lösung des Aubameyang-Rätsels

  • Aktualisiert am

Ist es Inspector Gadget oder doch Pierre-Emerick Aubameyang? Bild: dpa

Beim 1:0-Sieg von Dortmund über Sporting wird mehr über das nebulöse Fehlen von Pierre-Emerick Aubameyang als über das Spiel gesprochen. Dem Stürmerstar der Borussia wurde wohl ein Foto zum Verhängnis.

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          Als wäre nichts gewesen. In gewohnt lockerer Manier drehte Pierre-Emerick Aubameyang am Morgen danach seine Trainingsrunden und scherzte mit den Dortmunder Teamkollegen. Sowohl Sportdirektor Michael Zorc als auch Trainer Thomas Tuchel waren um Normalität bemüht. Per Handschlag und mit einem Lächeln wurde die beiden Aubameyang-Brüder Catalina und Willi auf dem Dortmunder Trainingsgelände begrüßt. Doch die überraschende Suspendierung des Torjägers beim 1:0 (1:0) in der Champions League über Sporting aus Lissabon bestimmte weiter die Schlagzeilen.

          Eine unerlaubte Reise nach Mailand war dem Vernehmen nach der Grund für sein Fehlen. Wie die Vereinsführung verweigerte auch Tuchel konkrete Aussagen zu dem Thema. Allerdings deutete der BVB-Trainer an, dass es eine disziplinarische Maßnahme war: „Wir hatten keine andere Wahl. Wenn konsequent, dann konsequent.“

          Möglicherweise wurde dem für seine exzentrische Auftritte bekannten Aubameyang ein Foto zum Verhängnis, das ein Freund am Montag in einem Sozialen Netzwerk gepostet hatte. Darauf ist der BVB-Profi neben seinen Brüdern in Mailand und neben einem Privatjet auf dem Flughafen Malpensa zu sehen. Vereinsführung und Trainer verspürten jedoch wenig Lust, zur Aufklärung beizutragen. „Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, ihr könnt spekulieren, wie ihr wollt“, antwortete Sportdirektor Zorc auf entsprechende Nachfragen.

          Der Torjäger als Beobachter: Pierre-Emerick Aubameyang sieht Schwarz-Gelb siegen Bilderstrecke
          Der Torjäger als Beobachter: Pierre-Emerick Aubameyang sieht Schwarz-Gelb siegen :

          Allerdings trugen die Dortmunder mit ihren nebulösen Erklärungen („interne Gründe“) zum Tohuwabohu um Aubameyang bei. Nicht zuletzt deshalb wurde der eigentlich bemerkenswerte sportliche Erfolg des Teams nur als Randaspekt wahrgenommen. „Es ist eine klasse Leistung, in dieser Gruppe nach vier Spielen schon im Achtelfinale zu stehen“, lobte Zorc den Auftritt gegen Lissabon am Mittwochabend.

          Dass der BVB Aubameyang mittelfristig wieder auf dem Platz benötigt, wissen natürlich auch die Verantwortlichen. „Am Wochenende gegen den HSV steht er wieder im Kader“, kommentierte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke denn auch. Ähnlich äußerte sich Tuchel: „Das ist kein Warnschuss und keine Maßnahme, von der wir uns etwas erhoffen. Es war eine Maßnahme, die mit diesem Spiel beendet ist.“



          Das Fehlen des besten Angreifers, der die Partie mit Hut und Mantel von der Tribüne aus verfolgte und viele Internet-User an die Comicfigur Inspector Gadget erinnerte, blieb sportlich zumindest gegen die Portugiesen ohne negative Folgen. Schließlich sorgte der für Aubameyang ins Team gerutschte Adrian Ramos für den einzigen Treffer des Abends (12. Minute) und dafür, dass der BVB die Tabellenführung vor Real Madrid auf zwei Punkte ausbaute.

          Die frühe Qualifikation für die K.o.-Runde kommt der Borussia zupass. Schließlich kann sie sich in den kommenden Wochen auf die avisierte Aufholjagd in der Bundesliga konzentrieren. „Das Ergebnis rahmen wir uns ein und nehmen das Positive mit. Die Partie hilft sehr, um die Kräfte für die Bundesliga bündeln zu können“, befand Tuchel.

          Naheliegende Schlussfolgerungen, wonach die Mannschaft zuletzt mehr Wert auf die Champions League als auf die Bundesliga gelegt hat, hält Tuchel für wenig schlüssig: „Wir haben kein Prioritätenproblem!“ Mit einem Sieg am Samstag beim Angstgegner HSV will der BVB die Kritiker besänftigen. „Wir wissen wir um unsere Situation in der Bundesliga. Das brauchen wir kein bisschen schön reden: Wir müssen am Samstag in Hamburg die drei Punkte holen“, sagte Weltmeister Mario Götze.

          Die schwindende Personalnot schürt den Glauben an bessere Zeiten auch auf nationaler Bühne. Neben den schon gegen Lissabon eingesetzten Rekonvaleszenten André Schürrle, Raphael Guerreiro und Gonzalo Castro machen auch Marcel Schmelzer und Erik Durm Fortschritte. Beide Profis nahmen am Donnerstag am Mannschafttraining teil. Für die Partie in Hamburg sind sie aber noch keine Option. Für Durm war es die erste Einheit im Kreise seiner Mitstreiter in dieser Saison.

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