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Personalie beim FC Bayern : Der Konflikt im Fall Boateng

Jérôme Boatengs Zeit beim FC Bayern neigt sich offenbar dem Ende zu. Bild: dpa

Wird der Vertrag des Verteidigers in München nicht verlängert? Trainer Hansi Flick und der Aufsichtsrat der FC Bayern AG haben offenbar unterschiedliche Meinungen. Dazu gibt es einen positiven Corona-Test.

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          Am Dienstagmittag ist Hansi Flick in der Videopressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Paris Saint-Germain am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) innerhalb von wenigen Minuten zweimal auf Jérôme Boateng angesprochen worden.

          Champions League
          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Es ging um einen Bericht im „Kicker“, in dem steht, dass der Aufsichtsrat der FC Bayern München AG beschlossen haben soll, dass der Vertrag des Verteidigers, der in diesem Sommer endet, nicht verlängert wird. Angeblich soll diese Entscheidung schon dem Management von Boateng mitgeteilt worden sein. Was also sagt Flick, sein Trainer?

          In seiner ersten Antwort war Flick souverän. Er sagte: „Ich weiß nicht immer, ob ich alles kommentieren muss, was in den Medien steht. Von daher lasse ich das einfach mal so stehen. Ob das stimmt oder nicht, werden die nächsten Wochen zeigen.“

          In seiner zweiten Antwort, es war konkret nach seinem Mitspracherecht in solchen Vertragsentscheidungen gefragt worden, war Flick allerdings weniger souverän. Er sagte: „Es sind Dinge aktuell, ja.“ Pause. „Wie das so an die Medien kommt.“ Pause. „Aber egal.“ Danach sagte er noch, dass jeder wisse, wie er zu Jérôme stehe und dass es für einen Trainer immer eine gute Sache sei, einen Spieler mit solcher Erfahrung und solcher Qualität zu haben. „Damit habe ich jetzt alles gesagt.“

          Konflikt mit Flick und Salihamidžić

          Es deutet einiges darauf hin, dass Boateng, 32 Jahre alt, den Verein im Sommer wohl verlassen muss – und dass Flick damit nicht wirklich einverstanden wäre. Dieser Fall passt zu einem Konflikt im Verein, den Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidžić auf der persönlicher Ebene laut öffentlichen Aussagen beigelegt haben, aber auf inhaltlicher Ebene, vor allem in der Bewertung von Spielern und ihren Positionen, offenbar noch immer führen.

          Der Triumph im Champions-League-Endspiel 2020 gegen Paris spielt für Flick beim Wiedersehen im Viertelfinale keine Rolle mehr. „Bei uns hat das keine Relevanz, weil es ist ein neues Spiel, auch eine neue Mannschaft, Paris hat einen neuen Trainer“, sagte der Trainer. Der Rekordmeister wolle beide Partien gegen Frankreichs Meister „sehr konzentriert angehen, das ist unser Ziel und auch unsere Aufgabe.“

          Nationalspieler Serge Gnabry wird im ersten Duell mit Paris fehlen. Flick berichtete am Dienstag, dass der Offensivspieler Halsschmerzen habe und „aller Voraussicht nach ausfallen“ werde. Später wurde die genaue Diagnose bekannt. Der Corona-Test Gnabrys war positiv. Das teilte der Verein am Dienstagnachmittag mit. Dem Spieler gehe es gut, er befände sich in häuslicher Isolation.

          Was das für das Rückspiel in Paris sechs Tage nach dem Hinspiel bedeutet, bleibt abzuwarten. Ein Einsatz ist aber unwahrscheinlich. Schon im Oktober 2020 gab es bei Gnabry einen positiven Test, danach aber mehrere negativ, sodass man seinerzeit davon ausging, dass der erste falsch-positiv war. Damals hatte er die Spiele in der Champions League gegen Atlético Madrid (4:0) und die Bundesligapartie gegen Frankfurt (5:0) verpasst.

          Gnabry war schon am Vormittag nicht auf den Bildern vom Abschlusstraining im winterlichen München zu sehen, die der deutsche Fußball-Rekordmeister von der Anfangsphase der Einheit übermittelte. Er war zuletzt bei den Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft viel belastet worden. Beim 1:0-Ligaerfolg in Leipzig am Samstagabend wurde er in der Schlussphase eingewechselt. Mittelfeldspieler Marc Roca verletzte sich Bayern-Coach Flick zufolge am Sonntag und ist definitiv nicht dabei gegen Paris.

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