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Citys Star-Trainer unter Druck : Das Problem des Pep Guardiola

  • -Aktualisiert am

Pep Guardiola will mit Manchester City erstmals die Champions League gewinnen Bild: AP

Seit neun Jahren hat Manchester Citys Star-Coach Pep Guardiola die Champions League schon nicht mehr gewonnen – auch weil er Fehler machte. Hat er etwa seine besten Jahre als Trainer schon hinter sich?

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          Wer sich Pep Guardiola ins Haus holt, sollte auch gleich einen größeren Trophäenschrank besorgen. Wohin der spanische Fußballtrainer geht – überall gewinnt er Titel: Er hat etliche nationale Meisterschaften und Pokale in Spanien, Deutschland und England gewonnen, dazu je dreimal die Fifa-Klub-WM und den Uefa-Supercup. Als seine größten Triumphe aber gelten die beiden Champions-League-Siege mit dem FC Barcelona 2009 und 2011.

          Champions League

          Damals war Guardiola 38 beziehungsweise 40 Jahre alt und noch neu im Trainergeschäft. Es sah so aus, als würde er die Champions League zu seinem Wettbewerb machen. Doch weder in den drei Jahren beim FC Bayern München noch mit Manchester City, wo er seit Sommer 2016 arbeitet, konnte er Europas besten Vereinswettbewerb gewinnen.

          Die Bayern führte er drei Jahre nacheinander ins Halbfinale; mit City, für dessen Eigentümer Scheich Mansour die Champions League eine Art Heiliger Gral ist, hat er es dagegen noch nie weiter als ins Viertelfinale geschafft. Im vierten Anlauf soll das nun besser laufen: An diesem Samstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League, bei Sky und DAZN) treffen Manchester City und Guardiola in Lissabon auf Olympique Lyon. City ist der letzte verbliebene Teilnehmer aus England – und ein Turnierfavorit. Für Guardiola ist es die Gelegenheit, seine Kritiker zu widerlegen, die behaupten, er habe seine besten Jahre als Trainer bereits hinter sich.

          In den vergangenen Jahren wurde ihm stets eine Mitschuld am Ausscheiden seiner Mannschaft gegeben. 2017 vertändelte City im Achtelfinale gegen AS Monaco einen 5:3-Heimsieg aus dem Hinspiel: Monaco gewann 3:1 gegen das zu offensiv aufgestellte City. „Alle Trainer machen mal Fehler“, sagte Guardiola hinterher.

          In den beiden folgenden Jahren scheiterte City an heimischen Konkurrenten: 2018 am FC Liverpool, 2019 an Tottenham Hotspur. Gegen die Londoner verzichtete Guardiola im Hinspiel unter anderen auf Spielmacher Kevin De Bruyne. Der Mannschaft fehlte die Kreativität, City verlor 0:1 – und schied nach einem 4:3-Sieg im Rückspiel abermals wegen der Auswärtstore aus. Unter anderen die „BBC“ sah das Problem in Guardiolas verbissenem Streben nach Perfektion. Speziell in der K.-o.-Phase der Champions League zerdenke der Trainer seine Aufstellungen bis an den Punkt, an dem ihm taktische Fehler unterliefen.

          In dieser Saison kann davon bislang keine Rede sein. In Gruppe C wurde Manchester City ungefährdet Erster, im Achtelfinale setzte sich Guardiolas Mannschaft durch 2:1-Siege in Hin- und Rückspiel gegen Real Madrid durch. Real mag nicht mehr ganz der furchteinflößende Gegner der vergangenen Jahre sein, und die Rotsperre des Abwehrchefs Sergio Ramos im Rückspiel schwächte die Mannschaft zusätzlich.

          Trotzdem war beeindruckend, wie sich City in beiden Spielen präsentierte. Die Abwehr, in der zurückliegenden Premier-League-Saison bisweilen ein Schwachpunkt des Teams, stand weitgehend stabil. Und besonders im Rückspiel setzten die Angreifer Raheem Sterling, Gabriel Jesus und der junge Phil Foden Reals Defensive durch unnachgiebiges Pressing dermaßen unter Druck, dass der Sieg angesichts der Zahl und Schwere der erzwungenen Fehler des Gegners auch höher hätte ausfallen können. Müssen, sagen manche mit Blick auf die ungenutzten Torchancen: „Manchester City hat Real Madrid dominiert“, analysierte der „Guardian“ – „aber diese Verschwendung wird Guardiola beunruhigen.“

          Zumal Citys Gegner im Viertelfinale, Olympique Lyon, wohl kaum so viele Torchancen zulassen wird. In der abgebrochenen Ligue-1-Saison mussten sie im Schnitt etwa ein Gegentor pro Spiel hinnehmen. Beide Mannschaften kennen sich zudem schon aus der vergangenen Saison in der Champions League, als Lyon während der Gruppenphase in Manchester gewann und zu Hause ein Unentschieden holte. Entsprechend bremste Guardiola die Erwartungen, als er sagte: „Letzte Saison haben wir zweimal gegen Lyon gespielt, und wir konnten sie nicht besiegen. Wir müssen ruhig bleiben.“ Neun Jahre nach seinem bislang letzten Champions-League-Triumph dürfte das auch ihm nicht gerade leichtfallen.

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