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1:2 gegen Manchester City : Niederlage bei Mönchengladbacher Heimdebüt

  • -Aktualisiert am

Am Ende strahlt City: Aguero hat den Elfmeter verwandelt Bild: Reuters

Die Gladbacher müssen sich Manchester City 1:2 geschlagen geben. Dennoch gibt es Applaus für das Team von Trainer Schubert. Raffael vergibt einen Elfmeter, Agüero verwandelt seinen Strafstoß.

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          Man kann sich englische Mannschaften ja gar nicht mehr ohne vorstellen: Das Preisschild wird immer mitgedacht, wenn von ihren Spielern die Rede ist. In der Regel sind es stattliche Zahlen, die hierzulande dann gern für Schwindel sorgen. So war es auch am Mittwochabend im Borussia-Park, als der Stadionsprecher die Teams präsentierte. „Geldmäßig“, sagte er, würde Manchester City einiges auf die Beine bringen.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Und eine Weile sah es dann tatsächlich so aus, als würde die leise Hoffnung, die bei so etwas immer mitschwingt, sogar erfüllt: dass der sportliche Saldo anders ausfallen möge. Doch weil die Mönchengladbacher nach couragiertem Auftritt und der Führung durch Lars Stindl (54. Minute) noch stark nachließen, standen sie am Ende mit leeren Händen da. Nicolas Otamendi (65.) und Sergio Agüero (90., Foulelfmeter) sorgten noch dafür, dass City diesen Teil des Duells Manchester gegen Bundesliga mit 2:1 für sich entschied.

          Borussia muss sich ärgern

          Verdient war es am Ende. Und dennoch werden sich die Borussen über ihre verpassten Chancen ärgern. Vor allem jene aus der ersten Hälfte, als sie ausgerechnet bei einem deutsch-englischen Spezialvergnügen, bei dem das Ende in der Regel immer dasselbe ist, Nerven gezeigt hatten: Raffael scheiterte mit einem Foulelfmeter, den er selbst herausgeholt hatte, an Torwart Hart (19.). Es gab Applaus für André Schuberts Team. Die zweite Niederlage nach dem 0:3 in Sevilla aber hat der Borussia eine denkbar ungünstige Ausgangsposition für das Duell bei Tabellenführer Juventus Turin am 21. Oktober beschert.

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          Verlierer waren unter sich am Mittwochabend. Auch City hatte sein erstes Gruppenspiel erfolglos bestritten, und so waren beide Teams schon ein wenig unter Druck, etwas Zählbares mitzunehmen. Für die Zuschauer, das zeigte sich schnell, hatte sich das Kommen in jedem Fall gelohnt. Zögerliches Taktieren oder unbedingte Verteidigungslust waren beiden Teams fremd an diesem Abend. Schon in der ersten Hälfte gab es rasante Angriffe, haarsträubende Fehler und beste Chancen auf beiden Seiten.

          Wobei sich auf beiden Seiten immer wieder dieselben Akteure hervortaten. Bei Manchester war es Agüero, der sich drei Mal in bester Lage versuchen durfte, aber entweder seinen Meister in Torwart Sommer fand (5.), oder das Ziel knapp verfehlte (20., 29.). Für die Borussen war Raffael derjenige, der für atemraubende Szenen sorgte. So in der 19. Minute, als er es im Alleingang mit beinahe der kompletten Defensive der Citizens aufnahm, ehe er im Duell mit Otamendi zu Fall kam. Den folgenden und vermeintlich leichtesten Teil der Übung allerdings verpatzte er - Hart parierte seinen zu unplatzierten Schuss vom Punkt.

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          Bei einem weiteren Versuch Raffaels war ebenfalls Hart im Weg (34.), und auch die glänzenden Vorbereitungen des Angreifers brachten der Borussia keinen Ertrag, weil Herrmann zwei Mal an der Vollendung scheiterte (10. und 37.).

          De Bruyne noch ohne Präsenz

          Trainer Schubert hatte Alvaro Dominguez anstelle von Nordtveit in der Innenverteidigung beginnen lassen, ansonsten vertraute er dem Team, das am Samstag 3:1 in Stuttgart gewonnen hatte. Frisches Selbstvertrauen war der Borussia allemal anzumerken. Zugleich aber wirkten die Gladbacher mit ihrem forschen Ansatz aber doch auch ziemlich verletzlich gegen die Extraklasse aus aller Welt, die City in seinem Team versammelt. Kevin de Bruyne, der frühere Wolfsburger, hatte einige gute Momente, aber noch nicht die Präsenz und Balance, die ihn beim VfL auszeichneten.

          Nach der Pause schien die Borussia zunächst in einer Endlosschleife gefangen: wieder versuchte es Raffael, wieder parierte Hart. Dann versuchte es Xhaka mit Wucht - abgeblockt. Gelingen sollte es dann ganz nach „Fohlen“-Art, mit einem flotten Angriff über Xhaka, Herrmann und Korb, der Stindl bediente. Was für eine Befreiung, nun tobte der Borussia-Park natürlich. Aber prompt erhöhte City die Schlagzahl.

          Bei einem Eckball schien der Ball nach einem Versuch von Demichelis schon über der Linie, Schiedsrichter Turpin ließ aber weiterlaufen. Das Glück währte jedoch nur kurz für die Borussia, im Nachsetzen wuchtete Otamendi den Ball ins Netz. Nun wurde es fast im Minutentakt brenzlig für die Gladbacher, denen kaum noch Entlastung gelingen wollte. Das bittere Ende brachte ein Foul von Johnson an Agüero, der seine Sache vom Punkt besser machte als Raffael zuvor.

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