https://www.faz.net/-gtm-8vn63

4:0 für den BVB : Niedergespielt! Aubameyang lässt Benfica keine Chance

  • -Aktualisiert am

Abgehoben: Pierre-Emerick Aubameyang freut sich sichtlich übers 1:0 Bild: dpa

So korrigiert man Auswärtsniederlagen: Borussia Dortmund schlägt Benfica Lissabon im Rückspiel klar und deutlich. Pierre-Emerick Aubameyang lässt seine vergebenen Chancen aus dem Hinspiel vergessen.

          2 Min.

          Ein paar Minuten vor dem Anpfiff widmeten die Dortmunder Borussen sich der Traditionspflege. Auf dem Rasen wurden Mitglieder jener Elf vorgestellt, die am 4. Dezember 1963 Benfica Lissabon im Achtelfinale 5:0 besiegt hatte und trotz einer Hinspiel-Niederlage im Europapokal der Landesmeister das Viertelfinale erreichten. Unter den Geehrten war auch Franz Brungs, der in dem sogenannten Jahrhundertspiel drei Tore geschossen hatte.

          Auch die Fans auf der Südtribüne erinnerten mit einer Choreographie an diese gute alte Zeit. Sie hielten wandgroße Plakate hoch, die in vergrößerter Form Zeitungsausschnitte mit Überschriften wie „Niedergespielt“ oder „Borussia zu allem fähig“ zeigten. Im aktuellen Achtelfinale der Champions League fiel der Sieg des BVB-Jahrgang 2016/17 über Benfica zwar nicht ganz so hoch aus, aber auch ein 4:0 reichte den Dortmundern, um nach dem 0:1 aus dem Hinspiel souverän die Runde der letzten acht Mannschaften zu erreichen.

          Der dreifache Aubameyang

          Einen dreifachen Torschützen gab es aber auch dieses Mal. Pierre-Emerick Aubameyang wusste mit seinen drei Treffern (4./61./85. Minute) die vielen Fehlschüsse mehr als auszugleichen, die ihm in Lissabon unterlaufen waren. Der Gabuner verließ bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss als gefeierter Mann den Platz. Das vierte Tor erzielte der stark spielende Jungprofi Christian Pulisic (59.).

          Es dauerte nicht einmal fünf Minuten, bis der Rückstand aus dem Hinspiel ausgeglichen war. Pulisic hatte einen Eckstoß von Ousmane Dembélé verlängert und so Aubameyang in die Lage versetzt, die Standardsituation mit dem Kopf zum Führungstreffer zu vollenden. Was für eine Erleichterung für Dortmund und vor allem für den Torschützen.

          Die Fans als Propheten: Sie wünschten sich Schlagzeilen wie 1963 Bilderstrecke

          Aubameyang hatte im Hinspiel mehrere große Möglichkeiten, darunter sogar einen Elfmeter, vergeben. Pulisic wiederum tat es gut, dass er sich früh nützlich machte. Der 18 Jahre alte Amerikaner hatte den Platz in der Startelf erhalten, der durch den Ausfall des für Dortmund so wichtigen Offensivspielers Marco Reus entstanden war. Benfica brauchte eine Weile, um sich zu sortieren und die eigenen Reihen zu ordnen. Damit waren die Portugiesen bis Mitte der ersten Hälfte ausgelastet, das Spiel nach vorn vernachlässigten sie in der Anfangsphase völlig.

          Allmählich traute Benfica sich jedoch aus der Deckung und unternahm einige durchaus gefährliche Vorstöße. BVB-Torhüter Roman Bürki bewahrte seine Elf aber vor dem Ausgleich. Während der Schuss von Franco Cervi noch eine Prüfung der leichteren Art war, sah der Schweizer sich bei Luisaos Kopfstoß (nach einem Freistoß von Pizzi) schon stärker gefordert.

          Geduldige Dortmunder

          Die Dortmunder versäumten es nach dem fulminanten Auftakt, energisch nachzusetzen. Sie hatten zwar mehr Ballaktionen, verstanden es aber noch nicht, den Gegner massiv unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Bei dem Versuch, den Vorsprung auszubauen, wollten die Borussen offenbar nichts überstürzen, sondern eher kontrolliert vorgehen. Wer angenommen hatte, Benfica würde überrollt wie einst im Dezember 1963, der sah sich im ersten Durchgang noch getäuscht. Die Benfica-Fans auf der Nordostseite des Stadion wirkten, ihren Gesängen während der Halbzeitpause nach zu urteilen, durchaus zuversichtlich.

          Doch die Dortmunder blieben auch nach dem Seitenwechsel geduldig. Sie ließen Benfica ein paar Minuten mitspielen, bewahrten die Ruhe und zeigten sich hellwach, als die Gelegenheit kam, klare Verhältnisse zu schaffen. Das gelang nach rund einer Stunde mit einem Doppelschlag. Erst verarbeitete Pulisic einen Flachpass von Piszczek mit viel Gefühl zum 2:0; der Youngster zeigte nicht nur bei diesem auch künstlerisch wertvollen Treffer, dass er imstande ist, das Vakuum zu füllen, das Reus hinterlassen hat. Zwei Minuten später drückte Aubameyang, der es zuvor mit einem Fallrückzieher versucht hatte, die Kugel nach einer Flanke von Schmelzer nach Art eines typischen Mittelstürmers aus kurzer Entfernung zum dritten Tor über die Linie.

          Damit war der Widerstand des portugiesischen Meisters gebrochen, und die Dortmunder brauchten in der letzten halben Stunde nicht mehr an ihre Grenzen zu gehen, um den Einzug ins Viertelfinale der europäischen Königsklasse sicherzustellen. Am Ende konnten sie sogar ein wenig Kraft sparen für das Bundesliga-Auswärtsspiel am kommenden Samstag gegen Hertha BSC Berlin.

          Weitere Themen

          Deutscher Doppelsieg beim Ironman Video-Seite öffnen

          Hawaii : Deutscher Doppelsieg beim Ironman

          Jan Frodeno und Anne Haug durften sich über den Erfolg bei einer der schwersten Sportveranstaltungen der Welt freuen.

          Topmeldungen

          Präsident Erdogan erklärt sich gegenüber Journalisten.

          Krieg in Syrien : VW stellt Werk in der Türkei in Frage

          Eigentlich war die Sache in trockenen Tüchern, nahe Izmir wollte VW sein erstes türkisches Pkw-Werk errichten. Doch weil Erdogans Truppen in Nordsyrien einmarschiert sind und dort die Kurden bekämpfen, wachsen die Zweifel an der Standortentscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.