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Bayern-Aus in Königsklasse : Keine Einsicht bei Neuer nach Fehler vor Löws Augen

  • Aktualisiert am

Manuel Neuer und der FC Bayern scheiden in der Champions League aus. Bild: AP

Nach dem Aus von drei anderen Weltmeistern hält der Bundestrainer an Manuel Neuer im DFB-Team fest. Bei der Niederlage der Bayern in der Champions League aber sieht der Torwart nicht gut aus.

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          Manuel Neuer wirkte emotional etwa so bewegt, als kommentiere er den Wetterbericht. „Die Angst, aussortiert zu werden, habe ich nicht“, hatte der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft noch am Dienstag ungerührt gesagt. Spätestens nach dem Achtelfinal-Aus von Bayern München in der Champions League gegen den FC Liverpool (1:3), das Neuer mit einem Fehler beim 0:1 durch Sadio Mane (26.) eingeleitet hatte, sollte sich der 32-Jährige allerdings Sorgen machen.

          Champions League

          Noch zögert Bundestrainer Joachim Löw, nach Neuers Münchner Kollegen Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels auch seinen Torhüter abzuservieren. Neuer ist neben Mittelfeldchef Toni Kroos einer von nur noch zwei gestandenen Weltmeistern in Löws vermeintlich bester Elf; doch den Status als unumstrittene Nummer eins, den Neuer seit 2010 genoss, hatte er ihm kürzlich entzogen.

          „In diesem Jahr haben wir einen kleinen Neubeginn“, sagte Löw Anfang März und verdeutlichte, dass dies auf der Torwartposition ebenfalls gilt: Neuers jüngerer Konkurrent, der beim FC Barcelona herausragende Marc-Andre ter Stegen, „wird bei der EM-Quali seine Chancen bekommen. Am Ende zählt immer die Leistung.“

          Die stimmte bei Neuer zuletzt wieder, wenngleich er in München wenig Gelegenheit hatte, sich wirklich auszuzeichnen. Am Mittwoch, in seinem 100. Spiel in der Königsklasse, wäre das der Fall gewesen – doch der Jubilar patzte vor den Augen von Löw und Bundestorwarttrainer Andreas Köpke. Danach ließ er jegliche Einsicht vermissen.

          Er sei davon ausgegangen, dass er Mane an der Strafraumgrenze „stellen kann“, sagte Neuer, und „bei einer normalen Ballannahme den Ball auch bekomme“. Mane aber habe ihn mit „einer Weltklasse-Ballannahme“ umspielt – Pech. Wäre er nicht aus seinem Tor geeilt, wäre Mane „sowieso ins Eins-gegen-Eins gegen mich gekommen“. Und überhaupt: „Gekillt“, meinte Neuer, hätte seine Bayern erst das zweite Tor von Virgil van Dijk (69.), an dem er machtlos war.

          Trainer Niko Kovac nahm seinen Spielführer in Schutz. „Die Entscheidung von Manuel war genau die richtige“, sagte er: „Ein Torhüter muss in diesem Moment rauskommen, um den vielleicht durchlaufenden Stürmer aufzuhalten. Dass Mane sich dann dort nochmal rauswindet und den Ball lupft, zeigt seine Qualität“ – und spreche nicht gegen die von Neuer.

          Auch von den Mitspielern gab es kein böses Wort. „Da ist ein bisschen was schief gelaufen“, sagte Mats Hummels allgemein über dieses „interessante Gegentor“, das Rafinha durch seine Schlafmützigkeit bei van Dijks langem Pass begünstigt hatte: „Ich sehe da keinen Bock von Manu.“ Und Löw? Der Bundestrainer wird sich am Freitag zu seinen Plänen für das Länderspieljahr erklären, das am kommenden Mittwoch mit dem Test gegen Serbien in Wolfsburg beginnt. Gut möglich, dass sich dann schon ter Stegen bewähren darf.

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