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Champions-League-Niederlagen : Englisches Geld schießt nicht genug Tore

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Bastian Schweinsteiger (Mitte) und Kollegen erlebten keinen schönen Abend in Eindhoven. Bild: AP

Zwei Spiele, zwei Pleiten: Die neue Finanzkraft der englischen Vereine zeigt zum Champions-League-Start keine Wirkung. Manchester United muss sich zudem vom Schock der schlimmen Verletzung von Luke Shaw erholen.

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          Noch mehr als die unerwartete Auftaktniederlage gegen die PSV Eindhoven schockierte Manchester United der doppelte Schienbeinbruch von Luke Shaw. „Das tut mir so leid für meinen Teamkollegen“, schrieb Bastian Schweinsteiger am Tag nach dem bitteren 1:2 gegen die Niederländer.

          „Werde schnell gesund und komme noch stärker zurück, mein Freund“, twitterte der Weltmeister. Auch United-Torhüter David de Gea war in Gedanken mehr beim 20 Jahre alten Shaw als bei der unnötigen Pleite am ersten Spieltag der Gruppe D: „Die Niederlage tut weh. Aber noch schmerzhafter ist die Verletzung von Luke Shaw.“

          Der Linksverteidiger fällt möglicherweise ein halbes Jahr aus, fehlt beim nächsten Gruppenspiel gegen den VfL Wolfsburg und kann Schweinsteiger und Co. frühestens in der K.o.-Phase wieder unterstützen. Von einem souveränen Durchmarsch ins Achtelfinale ist die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal aber ebenso weit entfernt wie Stadtrivale und Premier-League-Spitzenreiter Manchester City.

          Das neue Team des ehemaligen Wolfsburgers Kevin de Bruyne unterlag Juventus Turin ebenfalls nach eigener Führung noch 1:2 und steht vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach schon unter Zugzwang. Mario Mandzukic (71. Minute) und Alvaro Morata (81.) drehten die Partie zugunsten des Champions-League-Finalisten aus Italien. „Die unaufhaltsame Macht in der Premier Lague, und trotzdem die unwahrscheinliche Posse in der Champions League“, lästerte die Zeitung „Independent“ danach über ManCity. Juve-Verteidiger Giorgio Chiellini (57.) hatte die Gastgeber zunächst per Eigentor in Führung gebracht, war aber vorher gefoult worden.

          Zumindest die beiden Klubs aus Manchester widerlegten fürs Erste also die Befürchtung, dass Vereine aus England international vor lauter Finanzkraft nur noch mit Mühe zu stoppen sein werden.

          Bayer Leverkusens Manager Rudi Völler hatte diese Sorge ohnehin nicht. „An der Champions League wird das Geld der Engländer vorerst nichts verändern“, sagte Völler in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der „Sport Bild“. Bayern München, Real Madrid oder der FC Barcelona seien auch in den kommenden Jahren die Favoriten. „Sie zahlen genauso hohe Gehälter wie die englischen Vereine, haben bei den Spielern aber ein höheres Ansehen.“

          Diagnose Schienbeinbruch: Luke Shaw, attackiert von Hector Moreno

          Ähnlich sieht es Franz Beckenbauer. Die begehrtesten Profis auf dem Markt seien trotz der wirtschaftlich größeren Möglichkeiten nicht auf die Insel gewechselt, sagte er in einem Interview der „Bild“. „Das Wichtigste: Messi, Ronaldo, Ibrahimovic – und unser Thomas Müller. Von den Besten der Welt haben sie keinen einzigen bekommen.“

          Schweinsteiger hingegen sucht in Manchester die wohl letzte große Herausforderung seiner Karriere. Die Auftaktniederlage seines Klubs – nach der Führung durch Memphis Depay (41.) und zwei Gegentoren von Hector Moreno (45.+2) und Luciano Narsingh (57.) – konnte er zwar nicht verhindern. Doch der 31-Jährige kommt beim englischen Rekordmeister immer besser in Tritt. Das goutiert auch die Presse. „Wenn United mehr so souveräne und gefasste Spieler wie Bastian Schweinsteiger hätte, dann hätten sie PSV geschlagen“, kommentierte die „Manchester Evening News“ die Leistung von „Mr. Calm“ (Herr Gelassen), wie Schweinsteiger von seinen neuen Teamkollegen inzwischen genannt wird.

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