https://www.faz.net/-gtm-9h4p8

Liverpool verliert in Paris : Klopp ätzt gegen Neymar und den Schiedsrichter

  • Aktualisiert am

Jürgen Klopp ist kaum zu beruhigen: Das liegt insbesondere am Schiedsrichter und an Neymar. Bild: Reuters

Nach dem 1:2 in Paris droht Liverpool das Champions-League-Aus. Danach redet sich Trainer Jürgen Klopp in Rage. Nicht nur auf den Gegner hat er es abgesehen. Thomas Tuchels Konter folgt prompt.

          2 Min.

          Leonardo DiCaprio schaute zu, aber für Jürgen Klopp war der Hollywood-Star an diesem Abend nicht der größte Schauspieler in Paris. Sondern Neymar. „Dass er noch stehen kann, nach allem, was auf ihn eingeprasselt ist an harten Tacklings, ist ja Wahnsinn“, sagte Klopp süffisant, nachdem sein FC Liverpool 1:2 (1:2) bei Paris St. Germain verloren hatte: „Jeder weiß, was sie machen wollen. Vor allem, was Neymar machen will. Und trotzdem wird es toleriert. Das macht die Sache schon ein bisschen schwierig.“

          Champions League

          Klopp redete sich hinterher richtig in Rage, weil ihm und seinen Reds als Vorjahresfinalist plötzlich das Aus nach der Vorrunde in der Champions League droht. Und weil sich der 51-Jährige im deutschen Trainer-Duell mit Thomas Tuchel von Schiedsrichter Szymon Marciniak benachteiligt fühlte.

          Ergebnisse, Termine, Auslosung: Spielplan der Champions League

          Die „500.000 Unterbrechungen in der zweiten Halbzeit“ nannte Klopp „eine kleine Hürde“. Viele Spieler, „besonders von Neymar“, seien „immer gefallen, als wäre es etwas Ernstes.“ Aber der Schiedsrichter denke „immer noch, er habe alles richtig gemacht.“ Liverpool sei „eines der fairsten Teams in England, aber heute Abend sahen wir aus wie Schlachter“, ätzte Klopp, da Marciniak so viele (sechs) Gelbe Karten an seine Spieler verteilt habe. Klopp wollte „nicht sagen, dass Paris den Sieg nicht verdient hätte. Ich erwarte auch keine Hilfe vom Schiedsrichter“, meinte er, „ich erwarte nur, dass er die Dinge beruhigt.“ Doch seiner Meinung nach fiel der Unparteiische auf die Pariser Theatralik herein.

          Aber dass dies nicht der wirkliche Grund für die unangenehme Pleite war, weiß auch Klopp: „Sie bekommen einen Ball und rennen wie zwei Formel-1-Autos an dir vorbei. Das ist schon auch ein bisschen schwierig und macht es ungemütlich.“ Vor allem in der ersten Hälfte stellten Neymar und Weltmeister Kylian Mbappe Liverpools Defensive vor einige Schwierigkeiten, James Milner (45.+1) erzielte per Elfmeter nur noch den Anschlusstreffer, nachdem der ehemalige Münchner Juan Bernat (13.) und Neymar (37.) für Paris getroffen hatten.


          Und so gerät Klopp nun in eine richtig ungemütliche Situation. Sein FC Liverpool muss als Dritter am letzten Spieltag gegen den Tabellenführer SSC Neapel unbedingt gewinnen, um das Achtelfinale zu erreichen. Ein 1:0 oder ein Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied würden reichen, um am Team des früheren Bayern-Trainers Carlo Ancelotti, das das Hinspiel 1:0 gewann, vorbeizuziehen. Ein 2:1 oder 3:2 aber nicht. Klopp appellierte schon einmal an die Fans: „Wir brauchen Anfield wieder. Wir müssen eine besondere Atmosphäre schaffen.“

          Tuchel steht mit Paris sicher in der K.o.-Runde, wenn seine Stars bei Roter Stern Belgrad gewinnen. Und so konterte der 45-Jährige Klopps Attacken auch ziemlich souverän. „Wenn ich ein großes Spiel verliere, rede ich auch über andere Dinge, um die Aufmerksamkeit von meinem Team weg zu lenken“, sagte Tuchel.


          Weitere Themen

          Die lauten Geister von Leverkusen

          DFB-Pokalfinale : Die lauten Geister von Leverkusen

          Die Niederlagen der Vergangenheit und Begriffe wie „Komfortzone“ und „Vizekusen“ prägen Bayer bis heute. Jetzt hofft Leverkusen im Pokalfinale auf ein Erlebnis, das die alten Geschichten vergessen lässt.

          Topmeldungen

          Jubel in Rot und Blau: Der FC Bayern gewinnt den DFB-Pokal.

          Sieg im DFB-Pokalfinale : Der FC Bayern ist wieder nicht aufzuhalten

          Die Vitrine wird voll: In einem zeitweise spektakulären Endspiel bezwingen die Münchner Finalgegner Leverkusen und bejubeln ihren 20. DFB-Pokalsieg. Bayer vergibt eine Riesenchance, Torhüter Lukas Hradecky unterläuft ein kurioser Fehler.
          Wer hier einzieht, ist höchst ungewiss: Wirecard wollte sein neues Bürogebäude Mitte kommenden Jahres in Betrieb nehmen.

          Gewerbestandort bei München : Was macht die Wirecard-Insolvenz mit Aschheim?

          Die fetten Jahre für Aschheim sind vorerst vorbei: Noch-Mitarbeiter des insolventen Dax-Konzerns spotten, es ist unklar, wer in das geplante neue Hauptquartier von Wirecard einzieht und der Bürgermeister will zu möglichen Ausfällen der Gewerbesteuer nichts sagen.
          Soldaten des Kommandos Spezialkräfte bei einer Übung im Jahr 2018

          KSK : Die fremde Welt vor der Kaserne

          Das Kommando Spezialkräfte verliert wegen rechtsextremer Umtriebe eine Kompanie. Der Gipfel der Demütigung, finden ehemalige KSK-Soldaten. Sie fühlen sich schon lange unverstanden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.