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Salah schießt Liverpool weiter : Klopp und Tuchel im Achtelfinale

  • -Aktualisiert am

Der Trainer und sein Liebling: Klopp herzt den Torschützen Salah Bild: Reuters

Ein einziges Tor reicht Klopps Team gegen Neapel. Doch nicht nur der Ägypter ist Mann des Abends – in letzter Sekunde rettet Schlussmann Allison die Reds. Auch Tuchel steht mit Paris im Achtelfinale.

          2 Min.

          Jürgen Klopp hatte das Spektakel selbst heraufbeschworen. Vor dem letzten Champions-League-Gruppenspiel seines FC Liverpool gegen den SSC Neapel, das sein Abwehrchef Virgil van Dijk wegen der heiklen Ausgangslage „wie ein Finale“ anpacken wollte, hatte er gesagt: „Wir müssen eine besondere Atmosphäre erzeugen und sie für uns nutzen. Wir werden alles geben, um das zu schaffen.“

          Champions League

          Die Aufforderung des Trainers ging gleichermaßen an die Mannschaft und an die Fans der „Reds“, die in so besonderen Europapokal-Nächten bekanntlich über sich hinaus wachsen können. Das hatten in der vergangenen Champions-League-Saison Manchester City und die AS Roma erleben müssen – beide Klubs waren im Anfield Stadium vom Liverpooler Power-Fußball vor tosenden Rängen übel mit 3:0 und 5:2 zerlegt worden. Und auch gegen Neapel brüllten die Fans des FC Liverpool ihre Mannschaft wieder vom Anpfiff weg in jeden noch so abseitigen Zweikampf; erzwungene Fehler des Gegners wurden kaum leiser bejubelt als Großchancen ihrer Helden in den roten Stutzen.

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          Klopp hatte vor dem Spiel angekündigt, es werde im Vergleich zum 4:0-Sieg in der Premier League gegen Bournemouth am vergangenen Wochenende taktische Veränderungen geben. So kehrte der junge Trent Alexander-Arnold in die Abwehr zurück, Kapitän Jordan Henderson ins zentrale Mittelfeld und den Angriff bildete wieder das gefürchtete Trio mit Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané, der gegen Bournemouth zunächst nur auf der Bank gesessen hatte. Denn der Auftrag der Hausherren war so riskant wie klar: Liverpool musste gewinnen, entweder mit 1:0 oder mit zwei oder mehr Toren Vorsprung, um die Italiener, die das Hinspiel 1:0 gewonnen hatten, bei gleicher Anzahl an Punkten in der Tabelle der Gruppe C hinter sich zu lassen. Was die „Reds“ brauchten, waren Tore.

          Doch auch Neapels Trainer Carlo Ancelotti hatte versprochen, sein Team werde nicht bloß „den Bus vor dem eigenen Tor parken“ und auf die Liverpooler Angriffe warten. So gab es in der ersten Halbzeit dann auch Chancen auf beiden Seiten, van Dijk sah für ein hartes Einsteigen früh Gelb und ein Mané-Tor zählte nicht, weil er im Abseits stand. Nach einer guten halben Stunde aber passierte es: Salah setzte sich am rechten Strafraumeck stark durch und schoss aus spitzem Winkel durch die Beine von Torwart Ospina das 1:0 (34.).

          Dabei blieb es bis zur Pause, ohne, dass Liverpool die Partie jedoch klar dominierte. Es blieb gefährlich im gefühlten Finale. In Halbzeit zwei schien der Geräuschpegel noch weiter zu steigen – die Fans, auch die mitgereisten Tifosi, wussten freilich, dass Triumph und Scheitern an diesem Abend so irre dicht beieinander lagen.

          Neapel versuchte jetzt mehr, Liverpool hielt wacker dagegen, doch die Kontrolle übernahmen mehr und mehr die Italiener. Kurz vor Schluss, in der zweiten Minute der Nachspielzeit, musste Liverpools brasilianischer Schlussmann Allison Becker in höchster Not bei einem Schuss von Milik parieren – Callejons Nachschuss landete im Netz, doch der gute slowenische Schiedsrichter Skomina hatte zuvor abgepfiffen. Beim Abpfiff gab es die lauteste Eruption des Abends an der Anfield Road. Die Profis der Reds purzelten übereinander wie Lego-Steine. „Die einzige gute Nachricht in dieser Gruppe war, dass wir das letzte Spiel zu Hause haben werden“, hatte Jürgen Klopp vor dieser Partie gesagt. Er wusste schon, warum.

          Weniger spannend machte es Paris Saint-Germain beim 4:1-Sieg über Roter Stern Belgrad. Edinson Cavani (9.) und Superstar Neymar (40.) sorgten schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse für das Team von Trainer Thomas Tuchel. Daran änderte auch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Marko Gobeljic (56.) nichts, denn Marquinhos (74.) und Kylian Mbappé (90.+2) trafen noch für PSG. Der ehemalige Schalker Thilo Kehrer gehörte im Gegensatz zum später eingewechselten Nationalmannschaftskollegen Julian Draxler der Startelf an. Damit geht die Tuchel-Elf bei der Auslosung am Montag in Nyon Top-Gegnern wie dem FC Barcelona oder Titelverteidiger Real Madrid im Achtelfinale aus dem Weg.

          Tottenham bleibt vor Inter

          In Gruppe B sicherte sich Tottenham Hotspur mit nur acht Punkten und einer negativen Tordifferenz (9:10) den letzten Platz in der K.o.-Runde. Die Engländer erkämpften sich ein 1:1 (0:1) beim Gruppenersten FC Barcelona und profitierten zugleich davon, dass das punktgleiche Inter Mailand (6:7 Tore) nicht über ein 1:1 (0:1) gegen die PSV Eindhoven hinauskam.

          Barcelona ging durch den Treffer des früheren Dortmunders Ousmane Dembélé (7.) in Führung, doch Tottenham glich durch Lucas aus (85.). In Mailand traf Mauro Icardi (73.) zum Ausgleich, nachdem Hirving Lozano (12.) die auf Platz vier abgeschlagenen Niederländer in Führung gebracht hatte.  

          In Gruppe A verspielte Atlético Madrid den Gruppensieg durch ein 0:0 beim FC Brügge, womit Borussia Dortmund vorbeizog. In Gruppe D standen der FC Porto und der FC Schalke 04 bereits als Achtelfinal-Teilnehmer fest. Porto beendete die Gruppe nach dem 3:2 bei Galatasaray Istanbul mit 16 Punkten auf Platz eins.

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