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Champions League : „Gruselige Bilder“ von Messi sorgen Barça

  • Aktualisiert am

Gezeichnet vom harten Kampf in Manchester: Lionel Messi holte sich eine blutige Nase. Bild: EPA

Ronaldo sorgt dafür, dass Juve auf dem Weg ins Champions-League-Halbfinale ist. Der andere große Star des Fußballs muss in Manchester einen harten Schlag einstecken – und sieht aus wie ein schwer getroffener Boxer.

          Cristiano Ronaldo hatte schon vor dem Spiel richtig gute Laune. Der portugiesische Star strahlte beim Abspielen der Champions-League-Hymne wie ein Kind kurz vor der Bescherung. Dafür, dass ihm danach, beim Viertelfinal-Hinspiel bei Ajax Amsterdam, das Lachen nicht verging, sorgte er gleich selbst mit seinem Tor für Juventus Turin. Am Ende stand es 1:1, und die Italiener haben vor dem Rückspiel am kommenden Dienstag im eigenen Stadion beste Aussichten auf den Einzug in die Runde der besten vier Mannschaften.

          Im Spiel in den Niederlanden flogen „Goldköpfchen“ Ronaldo Bierbecher um die Ohren. Gleichzeitig in Manchester blutete dem „Verwundeten“ Lionel Messi die Nase. Doch die Superstars des Weltfußballs trotzten unbeeindruckt allen Widerständen. Torschütze Ronaldo hat mit Juventus Turin ebenso Kurs auf das Halbfinale der Champions League genommen wie sein ewiger Rivale Messi mit dem FC Barcelona. Doch während der nach einem Ellbogenschlag schwer gezeichnete Messi beim 1:0 (1:0) bei Manchester United „nur“ als Vorarbeiter glänzte, zeigte sich „CR7“ mal wieder als „Kaiser der Champions League“ (Corriere dello Sport): Per Kopf und mit seinem 125. (!) Treffer in der Königsklasse bescherte der Portugiese Juventus ein 1:1 (1:0) bei Ajax.

          Beim Jubel an der Eckfahne flogen mehrere leere und ein voller Bierbecher knapp an seinem „goldenen Kopf“ (Gazzetta dello Sport) vorbei, Ronaldo streckte dabei frech die Zunge heraus. „Er hat gezeigt, dass er auf einem anderen Niveau ist“, schwärmte Trainer Massimiliano Allegri von Ronaldos 25. Saisontor (45.), bei dem er wie aus dem Nichts zwischen vier Ajax-Abwehrspielern frei zum Abschluss gekommen war: „Sein Timing und seine Bewegungen sind anders als die aller anderen, das ist nicht zu verteidigen.“ Für die Gazzetta hatte der „Künstler“ Ronaldo „ein neues Meisterwerk“ geschaffen.

          Und das, nachdem er die jüngsten drei Spiele wegen einer Verletzung am Oberschenkel verpasst hatte. „Ronaldo kennt seinen Körper, wie nicht einmal die Ferrari-Mechaniker ihre Boliden kennen“, schrieb der Corriere dello Sport bewundernd. Der 34 Jahre alte Portugiese zeichnete für alle vier Juve-Tore in der K.o.-Phase verantwortlich, genau zwölf Jahre nach seiner Torpremiere in der Königsklasse war es die 78. Torbeteiligung im 78. K.o.-Spiel. Dass ein mutiges, spielfreudiges Ajax trotzdem hoffen darf, liegt am Traumtor von David Neres (46.). „Das letzte Mal“, erinnerte Coach Erik ten Hag ans Achtelfinale, „haben wir gegen Real Madrid 1:2 zu Hause verloren. Wir sind also noch nicht raus.“ Allegri hielt dagegen: „Wir haben guten Grund anzunehmen, dass wir ins Halbfinale kommen.“

          Das gilt auch für Messis Barca, obwohl der große Argentinier in Manchester leiden musste. Nach dem Schlag mit der Hand von Chris Smalling (30.) ging er wie ein schwer getroffener Boxer zu Boden – und sah auch so aus. Die katalanische Zeitung Sport berichtete von „gruseligen Bildern“: Das linke Auge zierte ein dicker Bluterguss, die unaufhörlich blutende Nase, in der wohl die Scheidewand riss, ein Cut. Dazu kam eine Schramme auf der Wange. Einen Nasenbeinbruch schlossen die Ärzte nach Medienberichten noch am Mittwochabend aus. Für Mundo Deportivo war Messi „der Verwundete“, die Sun stöhnte wortspielend: „Bloody Messi!“

          Barca-Coach Ernesto Valverde schimpfte über den „heftigen Schlag“, für den Smalling nicht mal Gelb gesehen hatte. Messi durfte sich damit trösten, dass er vor dem Eigentor von Luke Shaw (13.) die entscheidende Vorarbeit geleistet hatte. „Es war nicht sein bestes Spiel“, schrieb das Sportblatt Marca, „und doch war er der Schlüssel.“ United, das keinen einzigen Schuss aufs Tor von Marc-Andre ter Stegen abgab, hält sich an der Erinnerung ans Achtelfinale und den Sieg bei Paris St. Germain (3:1) fest. „Das gibt uns Hoffnung und den Glauben, es schaffen zu können“, sagte Teammanager Ole Gunnar Solskjaer.

          Erfolgsgarant für Juventus Turin: Cristiano Ronaldo traf auch in Amsterdam.

          „Mundo Deportivo“ wusste am Donnerstag sogar zu berichten, dass der fünffache Weltfußballer Messi „unter Beobachtung“ der Klubärzte stehe. Am Tag nach dem 1:0-Sieg in Manchester bot seine blutende Nase mehr Gesprächsstoff als der erste Sieg der Katalanen im Old Trafford und die hervorragende Ausgangslage für den ersten Halbfinal-Einzug in der Königsklasse seit dem Titel 2015. Trainer Valverde sei sehr besorgt, hieß es bei „Sport“. Messis Teamkollege Sergio Busquets versuchte allerdings, die Fans gleich nach dem Match zu beruhigen: „Der Schlag war sehr hart, aber ich glaube, dass es nicht allzu schlimm ist. Und Leo hat gezeigt, dass er nie zurücksteckt und immer für uns da ist.“

          Mit dem Sieg im „Theater der Träume“ setzte der spanische Meister und aktuelle Spitzenreiter den Grundstein für ein Ende des Viertelfinal-Fluchs. In den vergangenen drei Jahren war für Barça die Runde der letzten acht Teams stets Endstation gewesen. Im Halbfinale zeichnet sich ein Aufeinandertreffen mit dem FC Liverpool und Jürgen Klopp ab, der den FC Porto im Hinspiel mit 2:0 besiegte. Und bei einem Einzug ins Finale könnte ein pikantes Duell gegen Juventus und Messis ewigen Rivalen Cristiano Ronaldo winken.

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