https://www.faz.net/-gtm-89pd2

2:3 bei AS Rom : Leverkusener Aufholjagd endet mit einer Niederlage

  • Aktualisiert am

Glücklicher Sieger: Am Ende hat die Roma ein Tor mehr als Leverkusen erzielt Bild: AFP

Bayer Leverkusen beweist abermals Comeback-Qualitäten und holt einen Zwei-Tor-Rückstand auf. Aber in Rom reicht es nicht zu einem Punktgewinn. Toprak verursacht einen Elfmeter und sieht Rot. Das Achtelfinale ist nun in weiter Ferne.

          2 Min.

          Nach dem Schlusspfiff standen die Leverkusener Profis fassungslos auf dem Platz, Kevin Kampl beschwerte sich beim Schiedsrichter über die spielentscheidende Szene. Die Werkself hat am Mittwochabend beim AS Rom ein erneut verrücktes Spiel mit 2:3 (0:2) verloren - trotz einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit muss Bayer Leverkusen nun um das Achtelfinale der Champions League bangen.

          Das Team von Trainer Roger Schmidt rutschte durch die Niederlage auf den dritten Platz der Gruppe E ab. In den abschließenden Spielen gegen Bate Borissow und den FC Barcelona muss der Siebte der Fußball-Bundesliga nun unbedingt punkten und auf einen Ausrutscher des italienischen Spitzenklubs hoffen, um noch in die K.o.-Runde der Königsklasse einzuziehen.

          Kalt erwischt

          Die Bayer-Elf, von rund 800 Fans sofort lautstark unterstützt, wurde kalt erwischt: Denn gleich mit dem ersten Angriff gingen die Gastgeber durch Salah in Führung (2. Minute), der frühere Wolfsburger Torjäger Edin Dzeko legte zum 2:0 nach (29.). Doch nach der Pause glichen die Gäste innerhalb von sieben Minuten durch Admir Mehmedi (45.) und den Mexikaner Javier „Chicharito“ Hernández (51.) aus - der Spielverlauf war komplett auf den Kopf gestellt. Die Rote Karte für Kapitän Ömer Toprak nach einer Notbremse (79. Minute) und der anschließende Siegtreffer für die Roma durch den Foulelfmeter von Miralem Pjanic (80.) versetzten Leverkusen den K.o.-Schlag.

          Früher Rückschlag: Salah überwindet Leno Bilderstrecke

          „Das ist ärgerlich“, befand Bayer-Keeper Bernd Leno und kritisierte vor allem die schwache Leistung seiner Truppe vor der Pause. „Die erste Halbzeit war wirklich schlecht, da musste man froh sein, dass Rom uns überhaupt noch am Leben ließ.“ Wie beim irren Hinspiel in Leverkusen, als beim 4:4 gleich acht Tore fielen und Bayer schon 2:4 hinten lag, fand die Bayer-Elf zwar noch einmal ins Spiel zurück. Doch zum Remis reichte es diesmal nicht. Beim 0:1 verlor Toprak einen Zweikampf im Mittelfeld, der frühere Wolfsburger Edin Dzeko schickte Salah mit einem Traumpass auf die Reise, Bayer-Keeper Bernd Leno war gegen den Linksschuss des Ägypters machtlos.

          Das 1:0 nach 101 Sekunden war das schnellste Tor der Römer in der europäischen Königsklasse. Rom spielte vor 36.000 Zuschauern im Stadio Olimpico nach der Führung weiter nach vorn, vor allem Torschütze Salah und der Ivorer Gervinho machten mächtig Dampf. Gervinho war schon durch und lief allein auf Leno zu, stand aber knapp im Abseits (15.). Die Gäste wirkten geschockt und waren erst einmal um Sicherheit bemüht. Später kam der Bundesliga-Siebte gegen den Dritten der Serie A  zwar etwas besser ins Spiel. Doch zwei halbe Torchancen des Mexikaners Javier Hernández („Chicharito“) vor der Pause waren einfach zu wenig. Hinten taten sich Riesen-Löcher auf, vorn fehlten zündende Ideen.

          Dzeko trifft

          Das machten die Italiener vor den Augen von Nationalcoach Antonio Conte viel besser, der verletzte Roma-Kapitän Francesco Totti applaudierte seinen Jungs von der Tribüne aus. Dzeko baute die Führung nach feinem Pass von Radja Nainggolan aus. Schon im Trikot von Wolfsburg hatte der Bosnier zweimal gegen die Bayer-Elf getroffen. Eine Minute später vergab Dzeko den „Matchball“, als er alleinstehend aus bester Position über das Tor zielte. Mit dem 0:2 zur Pause war die Werkself noch gut bedient.

          Im Vergleich zum Hinspiel stellte Trainer Schmidt sein Team auf zwei Positionen um: Mehmedi rückte für Karim Bellarabi in die Startelf, Stefan Kießling für Weltmeister Christoph Kramer. Doch die „Neuen“ überzeugten nicht, lediglich „Chicharito“ ließ sein Können sporadisch aufblitzen. Schmidt reagierte auf die Sturmflaute: Kießling musste zur Halbzeit für Bellarabi in der Kabine bleiben. Nach den Toren von Mehmedi und „Chicharito“ war von der Roma lange nichts mehr zu sehen - doch mit Kampf und Glück rissen sie den Sieg noch aus dem Feuer.

          Weitere Themen

          Leverkusen siegt souverän

          3:0 gegen Düsseldorf : Leverkusen siegt souverän

          Fortuna Düsseldorf wehrt sich lange Zeit tapfer. Am Ende aber gewinnt Bayer Leverkusen deutlich. Wird es in Düsseldorf nun noch unruhiger um Trainer Friedhelm Funkel?

          Topmeldungen

          Warten auf Gäste: Türkische Taxifahrer an der syrisch-türkischen Grenze in Kilis im September 2019

          Flüchtlinge in der Türkei : Wer soll das bezahlen?

          Immer wieder weist der türkische Präsident Erdogan auf die hohen Ausgaben für die syrischen Flüchtlinge in seinem Land hin. Wie viel Geld steht der Türkei tatsächlich zur Verfügung?
          Von wegen sibirische Kälte: So weichen die mittleren Temperaturen im bisherigen Januar 2020 vom Mittelwert 1981 bis 2010 ab.

          Kalte Jahreszeit : Winterhitze

          Vergangene Woche war es zwar endlich etwas kälter, doch mit einem richtigen Winter wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.